WMDEDGT 11/21

Jeden 5. des Monats fragt Frau Brüllen in die Runde: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

Das nutz ich gleich mal als Gelegenheit mal wieder zu Schreiben.

Vorneweg – mir geht es soweit ganz gut. Bedeutet: ich komme gut klar, kann mit Flashbacks und Co gut umgehen und lebe halt meinen Alltag.

Der ist seit einiger Zeit etwas anders als sonst, weil ich einen Hund in Pflege habe.

Für mich ein Glücksfall, weil damit klar wurde, dass hier irgendwann einer einziehen wird.

Denn mit Hund bin ich deutlich stabiler, es gibt zwangsläufig eine Tagesstruktur und körperliches Training und alles davon tut mir deutlich gut.

Daher darf der Hund auch in Absprache mit der Besitzerin noch etwas  bleiben.

Der Hund macht aber auch den Alltag hier eben „eintönig“ (was für mich ja gut ist).

Heute also:

Gegen halb eins das erste Mal wach, eine Folge einer Serie geschaut, versucht wieder zu schlafen, dann doch nochmal weiter geschaut und gegen halb drei dann wieder eingeschlafen.

Zwischen sieben und acht stehen wir dann auf – das hat sich so eingebürgert, weil ich nachts eigentlich immer ein oder zwei längere Schlafpausen habe.

Wir rütteln uns alle einigermaßen zurecht, die Bonsai-Tiger bekommen offene Türen und der Hund und ich gehen die erste, meist nicht allzulange, Runde. Länger wird die nur, wenn wir Hundekumpels treffen, ansonsten hat der Hund Hunger und will doch lieber schnell wieder rein.

Danach gibts Futter für den Hund, die Bonsai-Tiger werden ins Wohnzimmer gescheucht und nach dem Fressen zieht der Hund hinterher.

Hund und DonChaos sind gute Freunde und stellen dann gern mal die Wohnung auf den Kopf. Sind halt beide noch sehr jung und haben nur Flausen im Kopf.

Dann mach ich was zu Essen und schaue die ein oder andere Folge oder lese im Internet oder recherchiere für einen Produkttest oder was Assistenzhunde für PTBS angehen usw.

Mittags gibt es meist ein Schäferstündchen, manchmal schlafend, manchmal einfach nur warm eingemummelt im vorgewärmten Bett ruhend. Davor gibt es manchmal noch eine Hunderunde – je nachdem wie das Wetter und die Laune von Hund und mir ist – der Hund ist nämlich definitiv ein Couchpotato und mag es nur sehr kuschelig warm und warum das Bett verlassen, dass ja so kuschelig ist, wenn es draussen nicht mindestens sonnig und warm ist.

Ohne Runde ist das Schäferstündchen halt ein bisschen eher .

Danach klingeln wir den Nachbarn an, der uns auf der großen Hunderunde begleitet. Die geht durch den Wald und ich bin so froh, dass das wieder geht, dass ich das auch wieder schaffe – wenn auch oft noch „Bankl hupfend“ – also von Sitzbank zu Sitzbank wandernd.

Im Wald ist auch der Hund einfach nur glücklich und wenn wir dann noch Hundekumpel treffen – ist es sowieso perfekt.

Irgendwann kommen wir wieder zu Hause an und ich muss mich erstmal ausruhen, während Hund und Bonsai-Tiger wieder durch die Wohnung toben und schauen, was man noch so anstellen kann.

Irgendwann kommen alle bis auf mein Öhmchen ins Schlafzimmer. Das ist dann die Kuschelzeit für die Bonsai-Tiger-Oma hier, die ja nicht zu kurz kommen soll. Die genießt das auch sehr und irgendwann hat sie genug und ich wander zum Rest der Bande.

Die Bonsai-Tiger werden gefüttert, das Öhmchen  bekommt ihre Medis, Wassernäpfe werden gereinigt und aufgefüllt und das gröbste Chaos beseitigt und wir liegen dann zu viert im – wieder vorgewärmten – Bett und läuten das Abendritual ein – zwei Quizsendungen und dann noch ein oder zwei Folgen einer Serie.

Dann gibt es die letzte Hunderunde, die meist auch eher kürzer ausfällt – bevor wir alle im Bett schlafen.

 

Sonst passiert nicht wirklich viel – daher ist schreiben dann irgendwie – langweilig? Weil ja immer das gleiche irgendwie.

Jedenfalls – mir geht es soweit gut – der Hund stabilisiert sehr, die Panikattacken sind deutlich weniger, meine Skills funktionieren gut und tja – statt irgendwann zuviel, hilft mir der Hund wider Erwarten sehr. Daher ist das für mich ein Glücksfall, dass ich ihn so lange haben darf.

 

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