Ein Tag zu Hause

Die Nacht war gut, aber morgens war es dann doch etwas – schwierig. Wobei ich glaube, dass es am Hydrocortison lag, das ist grad noch etwas arg wackelig. Andererseits hatte ich halt auch eine größere OP und auch das fordert seinen Tribut.

Das Hauptproblem sind die Medikamente. Mich reckt es schon allein beim Gedanken daran, die schlucken zu müssen.  Zum einen brauch ich halt realitv viele Tabletten (und mit dem erhöhten Hydrocortison sind es ja dann doch auch gleich ein Schwung mehr) und dann sollte ich da relativ viel zu trinken und eigentlich sagt der Magen nach 2 Löffel „Stopp“. Tabletten jetzt auf mehrere Gaben aufzuteilen würde nur dazu führen, dass noch häufiger dieses „mir ist schlecht“-Gefühl mit reinkommt und das Risiko besteht, dass ich dann generell Angst vor Essen und Trinken bekäme.

Trinken ist eh schon arg untere Grenze.

Zu den regelmäßigen und dem Hydrocortison kommen dann noch ein Schmerzmittel und jede Menge Kautabletten gegen Blähungen – die brauch ich nach jedem Essen/Trinken aktuell.

Das ist aktuell also eher ein Kampf, aber ansonsten geht es mit Essen/Trinken ganz gut. Trinken ist insofern schwierig, dass ich Wasser nicht mehr sehen kann und so halt über Buttermilch und Milch und Suppe die Flüssigkeit aufnehme. Zwischendrin auch das Wasser mit Instick „Cola“ – aber so wirklich ist auch das nicht so lecker – ohne Kohlensäure. Die darf ich nämlich erst nach 4 Wochen und eigentlich sollte ich ganz drauf verzichten, weil sie den Schlauchmagen dehnt.

Blöd ist halt vor allem, dass ich so Trinken und Essen nicht wirklich trennen kann – weil ich, um genug Flüssigkeit runter zu kriegen, eben auf Flüssignahrung zurückgreifen muss.

Ich hab mir heute vom Betreuer Bananen mitbringen lassen, das geht etwas  besser – so bleibt wenigstens keine Tablette in der Speiseröhre stecken, aber von der Menge her ist es halt dann noch ein Bissen mehr.

Dann versuchte ich – vergeblich – meinen Hausarzt zu erreichen. Nächste Woche Montag sollen ja die Fäden gezogen werden. Impfstatus möchte ich auch prüfen lassen (Tetanus ist fällig), aber es ging niemand ans Telefon.

Überlege ja schon länger den Hausarzt zu wechseln, bin nur unsicher, ob ich das grade aktuell machen soll.

Dann musste ich natürlich in der Endokrinologie anrufen – mit dem Ergebnis: Kein Anschluss unter dieser Nummer. Ähm.

Also eine mail geschickt, die sogar gelesen wurde – Telefonanlage sei defekt, sie melden sich wenn sie wieder geht.

Das war dann um elf oder so – die Ärztin würde zurückrufen. Das hat sie dann um halb vier gemacht.

1. hat sie („die Frau Chefin„) tatsächlich gesagt dass nach OP 100-200mg Hydrocortison gegeben werden kann (sie hätten mir also einfach den blöden Bolus relativ problemlos geben können!), und 2. soll ich jetzt halt langsam nach dem von der IMC vorgegebenen Schema (alle 3 Tage um 10 mg weniger) gehen und wenn ich dann auf einmal am Tag gehe, gut aufpassen und im Zweifel früher was nachnehmen. Außerdem die Abenddosis etwas vorziehen, weil das abends sonst auch den Schlaf beeinträchtigt.

Ich merke es schon – auch jetzt wieder, das ist auch so die typische Zeit bei mir, bei dem der Cortisolwert ziemlich absackt. Wenn es also grenzwertig ist, merke ich es meistes um diese Zeit rum. Von daher ist es halt aktuell schon noch – grenzwertig niedrig.

Das Nehmen war dann wieder echt eklig, weil die Hydrocortisontabletten einfach ekelig schmecken und ohne Überzug sind und sich dann oft schon im Rachen anfangen aufzulösen. Das ist eben auch passiert und so kämpfe ich seitdem gegen Erbrechen (vor Ekel).

Rezept geht direkt an die Apotheke, ob das für heute noch klappt wage ich zu bezweifeln, aber ich hab ja noch für ein paar Tage.

Bei der Apotheke hab ich schon gestern über WA die Rezepte eingereicht und Wundauflagen und Granulat gegen Blähungen bestellt – die hatten sich dann heute noch mal rückgemeldet und nachgefragt, weil eben Granulat und Kautabletten (ich schätze die Beratungen dort wirklich sehr) und gegen halb fünf wird alles gebracht.

Ich freu mich vor allem auf die Wundpflaster, weil ich die dringend wechseln möchte.

Das vom ZVK hab ich heute abgemacht und da hab ich ne doch dickere, schmerzhafte Schwellung, wobei eigentlich zwei nebeneinander, aber das ist soweit auch alles eher Nebensache.

Die Adipositasambulanz hat sich auch schon gemeldet, das war so abgesprochen, dass sie sich heute oder morgen meldet um eben abzufragen wie es so geht (und ob das mit Trinken und Essen trennen klappt – was ja grad noch nicht so wirklich absehbar ist).

Draußen stürmt es grade in Weltuntergangstimmung. Ich bin hundemüde (was blöd ist, weil es sich jetzt nicht mehr lohnt sich kurz hinzulegen) und leider leistet mir der Flummi mit Kotzerei Gesellschaft. Das war schon absehbar, als ich seinen Magen so Grummeln gehört hatte, als er neben mir schlief. Er hat das manchmal, wenn er zu viel Gras oder sonst was gefressen hat, was er nicht sollte.

Ja ich merke schon, dass ich noch nicht fit bin, aber wenn ich überlege was ich hinter mir habe, bin ich immer wieder aufs Neue überrascht wie gut es schon geht. Der Körper und seine Selbstheilungskräfte sind schon was erstaunliches.

Der Betreuer war auch kurz da und wir müssten ja eigentlich mein Bett „sichern“ – also Puffer unter die Füße und das Gitter, damit die Matratze endlich da bleibt wo sie bleiben soll usw. Da ich da nicht mit anpacken kann, will er nun schauen, ob er mit dem zweiten Betreuer mal zusammen einen Termin macht, so dass sie das zu zweit machen können und hier einfach mehr anpacken, weil ich da grad nicht wirklich was machen kann grad.

Fand ich super nett und bin gespannt, was da draus wird.

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