Thera heute

Erst ging es um diverse Stellungnahmen (für die Adipositasambulanz und die ambulante Betreuung und neue Transportscheine) und dann ums Thema „Gefühle“.

Wir versuchen grad die Metaebene aufzudröseln (also das „Gefühle dürfen nicht sein“).

Zum Schluss ging es wieder ums „aktiv sein“ – denn das erwähnt er ja immer wieder, dass er es toll findet, dass ich da so aktiv mitarbeite und Ideen einbringe und dran bleibe usw.

Für mich ist das ja normal. Aber ich nahm es auch zum Anlass mal zu sagen, dass es in Phasen, in denen ich echt mit Überleben beschäftigt bin und eben dann nicht aktiv bin, es blöd ankommt, wenn dann von Theraseite noch „werden Sie aktiver“ kommt. Die kennen mich ja und sollten wissen, dass ich das eigentlich bin und wenn ich das nicht mehr bin, eben auch nicht mehr geht und ich eh zu denen zähle, die solange auch nur irgendwas geht – ich eben auch mache und tu.

Dummerweise nehme ich das in solchen Phasen  dann nämlich auch an und es kippt ins Destruktive: du strengst dich nichht genug an, du müsstest nur aktiver sein, mehr tun usw.

Das füttert dann in dieser Situation eher den, der springen will. Denn nur diese Seite hat eventuell noch Ressourcen für Aktivität – alles andere geht ja eh schon dafür drauf irgendwie den Tag zu überleben.

Mir ist schon klar, dass das anders gemeint ist – aber eben meist erst wenn ich wieder aus der Phase raus bin.

Von daher fühle ich mich in dieser Situation dann immer sehr unverstanden und allein gelassen – aber auch überfordert. Eh schon total überfordert, fordert dann der Thera auch noch was.

Da ich – dann wieder besser drauf – ja weiß, dass es anders gemeint ist und eben typisch therapeutisches Denken usw, hab ich das nie angesprochen.  Es blieb ein „stiller“ Ärger und da das Thema heute mal wieder dann wieder aufkam, dachte ich, ich nutz das jetzt auch um das mal anzusprechen.

Für mich war heute aber noch was anderes sehr wichtig. Bisher hatte ich ja eher das Gefühl so wirklich komme ich mit dem Thera da nicht weiter – es war mehr  Erzählen und Erklären usw, aber nicht wirklich dran arbeiten. Und ich hatte auch Bedenken, ob das mit ihm überhaupt geht.

Heute hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass er das auch will und eine Art Plan hat. Der ist für mich nicht neu, das meiste hab ich auch mit anderen Therapeuten schon gemacht, aber meist mit einem anderen Schwerpunkt.

Mir ging es eher darum da überhaupt mal konkret damit zu arbeiten. Das war heute das erste Mal wirklich so – von meiner Seite gefühlt.  Darüber bin ich sehr froh.

Dieser Beitrag wurde unter Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.