Einkaufsplanungen

Einkaufen ist für mich Stress pur. Und immer und jedesmal ein Angsttraining. Nur beim Großeinkauf ist es kein sinnvolles – da geht es eher darum das irgendwie hin zu kriegen.

Unter anderem ist dazu ein sehr sehr sehr detaillierter Einkaufszettel wichtig, der auf den Cent genau ausgerechnet ist.

Mein Einkaufszettel hat vier Spalten: 1. Anzahl, 2. Produkt, 3. Einzelpreis, 4. Gesamtpreis. Und ja, diese werden wirklich auf den Cent genau ausgefüllt, wobei bei Obst/Gemüse dann halt versucht wird, so nah dran wie möglich zu kommen.

Ich hab also ein Budget von 120 Euro (das variiert zwischen 100 und 125) und muss davon einen Monat satt werden (inkl Drogerieartikel und Getränke). Von daher ist es so, dass ich, wenn mein Zettel fertig ist – diese 120 Euro in der Regel auch verbraucht sind. Fällt mir dann noch was ein – und das kostet 2 Euro oder so – muss ich diese natürlich woanders wieder einsparen.

Mit diesem Budget komm ich aber in der Regel auch gut hin, kenne es auch nicht groß anders.

Die Läden sind einzeln gelistet und die Produkte in der Regel auch in der Reihenfolge, wie sie im Laden zu finden sind – soweit bekannt. Unten ist dann noch ne zweispaltige Liste mit Laden und Gesamtbetrag pro Laden – damit ich dann halt auch weiß, wie viel noch über ist bzw ob dann in allen Läden zusammen, das auch passt.

Das macht es halt auch etwas umständlicher und umfangreicher, bis so ein Einkaufszettel wirklich fertig ist.

Klingt alles komplizierter als es ist – es gibt eine Exel-Tabelle, die als Vordruck dient und so muss ich nur das was gekauft werden muss eintragen und Exel rechnet für mich. Es ist hat eine Schieberei, denn in der Regel ist es nicht so, dass da Geld über ist, sondern ich da doch nach Prioritätenliste gehen muss.

Geplant wird so, dass ich den Monat satt werde, in der Regel gibt es eine Sache, die „besonders“ ist, die ich mir also gönne. Das ist mal besonderer Joghurt oder Eis oder Obst oder Tiefkühlkirschen oder etwas in der Art. Also etwas, was halt besonders schmeckt und vom Preis-Leistungsverhältnis eben eher ein „Gutsi“ ist.

Wenn nicht grade Lockdown ist, fahre ich dann mit dem Betreuer einmal die Woche noch für kleinere Sachen, vor allem frisches Obst/Gemüse, als Einkaufstraining. Da gibt es versch. Schwerpunkte – eine best. Zeit aushalten, erst im Laden entscheiden, was gekauft wird, ohne Einkaufszettel einkaufen oder mit Zettel, aber anderer Reihenfolge, zwischendrin Ruheecken suchen usw.

Aber beim Großeinkauf geht es nur darum wenigstens alles zu kriegen um satt zu sein, sollte der Einkauf den restlichen Monat weg fallen. Der Betreuer ist quasi das Backup – zum einen kann ich mit seiner Hilfe gehen, wenn es zuviel wird (alleine schaffe ich es nicht den Einkaufswagen dann halt einfach stehen zu lassen und zu gehen), aber vor allem geht es um irgendwie „durchhalten“ und da ich da in der Regel auch dissoziiert bin, auch darum, dass er mit drauf achtet, dass ich da nicht nur Blödsinn einkaufe oder der Einkauf eskaliert, weil dann plötzlich 10x Sprühsahne statt dem nötigen Brot im Wagen landet oder irgendwas anderes, dass das Monatsbudget verbraucht, aber nur für wenige Tage satt macht.

Grade die letzten Monate zeigten leider, dass es ohne meist eskaliert und ich mich da dann finanziell auch ziemlich ruiniere, weil halt nicht das da ist, was Sinn oder satt macht.

Ich muss nicht hungern oder so, aber ich muss dann halt Geld von Rechnungen usw erstmal für Lebensmittel ausgeben (damit das satt werden gegeben ist, Gutsis sind dann natürlich gestrichen) und die Rechnung bleibt liegen. Die will natürlich auch irgendwann bezahlt werden und wenn sich das wie in den letzten Monaten wegen Lockdown und schlechter psychischer Verfassung häuft – hab ich ein Problem. Das konnte ich dann einmal insofern lösen, dass ich – weil es halt nicht mehr stemmbar war, eine Ratenzahlungsplan vereinbart habe, aber leider hielt der Lockdown länger an und mittlerweile war klar – das geht nicht mehr – mein monatliches Budget ist mittlerweile so klein geworden, damit ich die Raten abzahlen kann, dass ich mir keine weiteren „Ausrutscher“ leisten kann.

Die Grenzen sind einfach erreicht. Von daher bin ich unendlich froh, dass wenigstens der Großeinkauf jetzt wieder mit Betreuer erlaubt ist.

Bitte nicht falsch verstehen – ich krieg das schon hin, hab das alles soweit geregelt und ich hab immer schon von relativ wenig Geld gelebt, Es sind sicher Einschränkungen, die andere nicht kennen, aber für mich ist das normal, es ist jetzt halt weniger Auswahl, weil halt wirklich nur das billige möglich ist und ich kann halt nichts abfangen.

Auch mit Betreuer ist es Panik pur – und im Endeffekt kann ich froh sein, wenn ich nicht völlig den Zugang verliere und gar nichts mehr davon weiß.

Deshalb ist der detaillierte Einkaufszettel wichtig. So steht nicht nur Shampoo, sondern auch welche Firma, welche Sorte usw. Auch die Reihenfolge hilft dann – es ist ein an dem Zettel „entlanghangeln“. Außerdem kaufe ich mit Taschenrechner ein und rechne paralell mit – um sicher zu gehen, dass ich nicht über den geplanten Betrag komme (grade bei Obst/Gemüse oder wenn es was nicht gibt und ich Ersatz besorgen muss usw – ist das wichtig). Das gibt, zusammen mit dem Betreuer als Backup, dem „Funktionieren“ die nötige Sicherheitsleine. Damit ich halt satt werde und das irgendwie hinkriege und im gestecken finanziellen Rahmen bleibe.

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2 Antworten zu Einkaufsplanungen

  1. Kaya sagt:

    Kennst oder nutzt du eigentlich die Cashback-Aktionen? Es gibt von vielen Firmen Produkte, die man kauft und dann das Geld zurückbekommt.

    Wenn du mal nach Cashback Tabelle googlelst, findest du eine bei mydealz.

    So kann man sich vielleicht nochmal was gönnen.

    • Ilana sagt:

      Hallo, ja das nutze ich auch, ebenso wie Coupons und aktuelle Angebote, anders ginge es auch nicht so gut, denke ich.

      Liebe Grüße Ilana

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