Freitag

Da J.’s Kinder krank waren, war heute Betreuungstermin mit R.  Ich bin froh, dass ich das aktuell mit beiden mache.

Die Dame vom Landkreis macht allerdings richtig Stress, sie hat mit so vielen Leuten Kontakt aufgenommen, dass da langsam ein ungutes Gefühl aufkommt – auch bei den anderen. Es ist vor allem überhaupt nicht klar, was sie eigentlich will, sie betont immer, dass es nicht darum geht die Stunden zu kürzen oder so. Was will sie dann?

Mir geht es mit jeder weiteren Kontaktaufnahme schlechter. Da mischen grad so viele Leute mit – das hinterlässt alles ein arg eigenartiges Gefühl. Es hat massive Krisen ausgelöst und diese Masse an Anfragen macht es defintiv nicht besser und ihre Ungeduld auch nicht.

Ich kämpfe mich also mal wieder durch den Tag – und das verbraucht so ziemlich jedes Fitzelchen Kraft und Energie, dass für nichts anderes mehr was über bleibt.

Ich mach mir auch Sorgen um R. Die Beerdigung von B ist nun vorbei und noch sind die Dankkarten usw dran, aber was wird dann? Und wie wird sie Weihnachten feiern? Ich hoffe, dass sie nicht alleine ist dann.

Einerseits braucht sie die Ruhe, seit Jahren ist sie weit über ihren Grenzen und dadurch in einem Burnout, dass sie nur übers „funktionieren müssen“ irgendwie hinbekam – aber das „funktionierne müssen“ fällt jetzt weg – sie muss ihren Lebensgefährten nicht mehr im Heim besuchen oder sich um ihn sorgen oder mit dem Pflegeheim streiten.

Wird sie die Kurve bekommen? Ich kann nur telefonisch für sie da sein – aber das ist nicht das selbe und ich mach mir Sorgen was passiert, wenn das „funktionierne müssen“ wegfällt – wenn sie alles, was noch zu erledigen ist, erledigt hat und wirklich realisiert, dass sie nun alleine ist.

Dieses Jahr waren so viele Todesfälle, so viele Weihnachten, die das erstemal ohne eine geliebte Person stattfinden müssen – ich hoffe, dass die Tochter von R. sie einfach zu sich holt oder sie zu ihr fahren. Sie soll da nicht allein sein.

Körperlich bin ich schlecht beieinander, was einfach an zu hohem Gewicht liegt. Ich hab da grad so überhaupt nicht im Griff. Es sind keine Fressanfälle oder so, aber halt schon viel Ungesundes oder so.  Es fehlt halt mal wieder die Kraft um wirklich gescheit zu kochen oder so. Dazu fehlt das regelmäßige Einkaufen um einfach Obst und Gemüse zu kaufen – und naja – es ist alles grad ungut. Defintiv destruktives Verhalten. Und eines von zweien, die ich nächstes Jahr als erstes angehen muss.

Dann fällt jetzt sehr unerwartet auch noch ein Betrag weg, den ich sonst immer zu Weihnachten bekomme und den ich fest eingeplant hatte. Da muss ich dann auch nochmal schauen wie ich das nun anders regel.

Neue Brille rückt damit grad wieder mal nach hinten – Kopfschmerzen hin oder her. Das wäre damit eh schon arg eng geworden und das wird es jetzt auch ohne leider schon genug.

Naja – ich hab ein Dach über den Kopf und genug zu Essen und Trinken, ein warmes Bett und genug Kleidung zum anziehen, kann meine Bonsai-Tiger füttern und versorgen und bei Bedarf zur Tierärztin bringen – das ist das Wichtigste.

Ganz ehrlich – dieses Jahr war wirklich sch…. und ich bin sehr froh, wenn es endlich zu Ende ist. Das neue kann eigentlich nur besser werden, schlechter ist nicht mehr möglich.

Immerhin wird es ab Januar dann mit wöchentlichen Therapieterminen weitergehen – da bin ich froh und hoffe, dass ich dann langsam wieder etwas Boden unter die Füsse bekomme – wenigstens wackeligen. Im Moment ist da nämlich nur Leere und Abgrund.

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2 Antworten zu Freitag

  1. Karin sagt:

    Ich hoffe, dass 2021 für dich besser läuft und du nicht mehr an allen Ecken kämpfen musst!
    Ich wünsche dir mehr Freude und Entspannung und ein bisschen Spaß!

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