blöder Wochenstart

Letzten Freitag war da eine Mail vom Landkreis. Da dachte ich noch – ein Versehen oder die neue Betreuerin hat sich noch nicht dort gemeldet usw.

Trotzdem hat es erstmal Panik ausgelöst – aber nachdem ich es an die Koordinatorin weitergeschickt habe, ging es.

Heute dann: tja die Dame vom Landkreis will mit mir telefonieren, weil Treffen ja nicht geht. Ähm – telefonieren geht auch nicht. Dreiergespräch mit Koordinatorin/Betreuer noch weniger. Sie würde ja kein Gutachten erstellen, sondern mich nur kennenlernen wollen und daher greift das mit dem „nicht begutachtungsfähig“ nicht so wirklich.

Für mich macht das keinen Unterschied, wie das genannt wird. Sie entscheidet, sie will beurteilen, sie will deshalb mit mir reden und vor allem: Sie ist vom Amt.

Egal wie es genannt wird – es geht für mich nicht.

Also erstmal panisch geschrieben, dass das nicht geht und dass allein, dass das im Raum steht jetzt schon wieder Krisen auslöst. Etwas was ich grad gar nicht brauchen kann, weil wegen der Corona-Einschränkungen und Therapiesituation eh schon Krisenmodus hoch drei.

Wenn überhaupt – dann soll sie die Fragen per mail an den Thera schicken, der sie mir stellen und mit mir drüber reden und dann die Antwort schicken. Aber ehrlichgesagt – selbst das löst schon beim Gedanken hochgradige Suizidgedanken aus.

Immer mehr Hilfe und Untestützung fällt weg und immer mehr wird gefordert.

Direkter Kontakat bitte so absolut gar nicht! Und der Rest – bitte bitte bitte auch nicht – es brennt hier eh schon alles lichterloh und weitere Brände – und das ist das! – sind schlicht nicht mehr schaffbar.

Die Koordinatorin fragte, ob sie die Mail weiterleiten darf, ich sagte – sehr sehr schweren Herzens ok – und bereue das seitdem.

Vom Kopf her weiß ich: es ist gut, so versteht sie es vielleicht und es findet sich eine andere Lösung. Aber gleichzeitig ist es für mich dann halt doch irgendwie „direkter Kontakt“ und mir ist seitdem einfach nur noch schlecht.

Von einer Panikattacke in die nächste und alles einfach nur sch….

Dann kommt noch ein Anruf: im Umfeld eines meiner Betreuer ist ein vermutlicher Coronafall (noch ist das Testergebnis nicht da, die Leute sollen aber in Quarantäne gehen – nicht vom Gesundheitsamt angeordnet).

Betreuung findet also nur noch getrennt statt. Also mit deutlich mehr als 1,5 m Abstand, alles andere halten wir ja eh schon lange ein. Das macht es noch schwieriger – weil ein Miteinander da gar nicht mehr möglich.

Außerdem nur das allerallernötigste, nochmal weniger Stunden und – naja – mal schauen. Da morgen da eine Frist abläuft, hoffe ich, dass wir das trotzdem hin kriegen, auch wenn ich noch nicht wirklich weiß, wie es gehen soll.

Also hoffen, dass zumindest die Tests im direkten Umfeld negativ ausfallen, sonst wird es nämlich wirklich problematisch.

Großeinkauf geht ja auch nicht und aktuell ist noch völlig unklar, wie ich den Einkauf für diese Woche hinbekommen soll – und ja so langsam ist der von Anfang November eben aufgebraucht – ich MUSS wieder einkaufen.

Soviel zur eh grad arg problematischen Betreuungssituation.

Entsprechend kann der heutige Tag also weg.

Heute nur noch abschiessen, Welt aussperren und hoffentlich schlafen. Morgen dann soweit funktionieren dass wir den Kram weggepackt kriegen (bevor der Vermieter richtig Ärger macht – aber das geht ja im Freien) und dann einfach schauen.

Außerdem hoffen, dass da jetzt nicht wirklich die Dame vom Landkreis direkt was will – auch keine Antworten auf Fragen über Dritte, weil ich das ehrlichgesagt grad schlicht nicht schaffe. Das würde der Thera auch bescheinigen, aber dann hätte ja die andere Bescheinigung auch gereicht.

Nicht fühlen, nicht denken, nicht sein. Nur Atmen.

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