Dienstag

Heute war einer der schlechteren Tage – nicht ganz schlecht, aber auch nicht gut.

Die Winterzeit ist ja meine Zeit – also von der Uhrzeit her. Den ganzen Sommer fühlt sich die Zeit falsch an – aber im Winter ist vom ersten Tag an alles wieder stimmig.  Das ist nicht neu und ich hab mich damit abgefunden.

Aber ich merke aktuell wieder die Erleichterung – weil es sich wieder stimmig anfühlt und für mich leichter ist im hier und jetzt zu sein. Klingt eigenartig, ist aber so.

Ich stehe morgens wieder gut und einfach auf – auch heute. Um neun war dann irgendwie alles komisch und so entschied ich, mich nochmal hinzulegen. Und zwar mit auf höchster Stufe aufgedrehtem Wärmeunterbett und dick eingekuschelt.

Es war mehr eine Flucht, ein Versuch diesem komischen Gefühl zu entrinnen und dem drohenden Absturz was entgegen zu setzen.

Das gelang auch – es kam kein Absturz – es blieb nur – komisch.

Ich bin unruhig und unkonzentriert und irgendwas wühlt und tobt im Inneren. Hinschauen drohte alles sofort zu Kippen lassen, von daher ging es dann um Ablenken und schauen, dass der Tag einigermaßen rum geht – ohne Krise.

Irgendwann war das dringende Gefühl, dass die langen Tage grad nicht gut für mich sind. Sie sind zu viel.

Im Laufe der Jahre hab ich gelernt, diesen Gefühlen zu trauen – es ist  eine bestimmte Art. Lange dachte ich, es sind eher Ängste, aber in langwieriger Kleinarbeit stellte sich raus, dass es eher eine Art „Warnruf“ des Inneren ist. Mittelerweile kann ich das schnell erkennen/von anderen Sachen unterscheiden.

Also rief ich in der Buchbinderei an und fragte, ob denn der Computer wieder liefe. Nein, tut er nicht. So hab ich für morgen abgesagt. Denn ich weiß nicht so recht, was ich dann dort machen soll – alles was ich aktuell machen kann, kann ich auch zu Hause machen  (eh nur für mein Projekt, weil für das Projekt für den Weihnachtsmarkt, darf/soll ich nichts zu Hause, sondern dort machen – und dafür brauch ich eben den Computer).

Und so kann ich morgen etwas kürzen. Ich fahr erst zur Physio runter, von dort holt mich der Betreuer ab und wir machen einen kleinen Einkauf (Großeinkauf ist erst nächste Woche und ein paar Sachen brauch ich doch vorher) und dann steht noch mein Angsttraining auf dem Plan. Nach Hause geht es dann eh erst zwischen halb acht und acht.

Da macht es Sinn erst mittags los zu fahren und nicht schon um 7 in der Früh.

Donnerstag ist frei und Freitag ist neben Wohnungstermin auch noch einer in der Stadt, der aber noch nicht fest steht. Wohnungstermine sind im Moment ziemlich heftig und es wäre wohl besser danach keinen Termin zu machen. Ob ich den vorher unterkriege ist noch unklar. Wirklich wichtig ist er auch nicht – aber die Aussicht auf 4 Tage zu Hause, ist vielleicht auch nicht ideal.

Im Prinzip auch nicht tragisch, weil ich das zur Not auch am Freitag spontan entscheiden kann.

Für Malen/Stricken/am Projekt arbeiten oder anders fehlte schlicht die Konzentration und die Unruhe wurde dann wieder stärker.

Also fing ich mit dem Einkaufszettel für nächste Woche an, schaute, was wir morgen schon besorgen müssen und naja – lenkte mich halt ab.

Heute nicht mehr viel – hoffen, dass der angesetzte Joghurt doch noch fest wird (irgendwie ist der letzte schon nichts geworden und der aktuelle ist auch schon sehr lang im Bereiter und wollte nicht recht fest werden), bisschen fernsehen, auf jeden Fall noch was trinken und später dann gemütlich lesend ins vorgewärmte Bett.

Morgen ist dann ein neuer Tag.

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