Samstag

Ich male wieder. Im Moment beschränkt es sich auf maximal 2 Farben, aber es gelingt mir wieder einzutauchen. Abzuschalten. Es macht Spaß mit den Farben zu spielen.

Für Momente kann ich damit wieder ganz im hier und jetzt sein. Es sind nur kurze Momente, maximal ne Minute – aber das ist mehr, als seit vielen Monaten möglich war.

Ich bin auf dem richtigen Weg.

Nebenher laufen Serien oder der Fernseher,  spiele ich etwas Scrabble oder die Bonsai-Tiger wollen bekuschelt werden und nachdem gestern der Wirbelwind einen wirklich schlechten Tag hatte, ist heute hier alles schön friedlich. Allerdings schlafen die drei auch dschon den ganzen Tag – da ist friedlich sein leicht.

Mir ist diese Woche viel klar geworden. Nicht nur im Kopf – es ist auch einiges angekommen. So langsam kann ich es auch annehmen, akzeptieren, kämpfe nicht mehr ständig gegen an, sondern habe angefangen wieder für mich zu kämpfen, für ein weiter und vor allem dafür aus diesem Tief mich wieder raus zu arbeiten. Und es wird Arbeit.

Ich hab die nötigen Kenntnisse, die nötigen Möglichkeiten, die nötigen Skills – ich muss sie nur einsetzen. Es darf nicht mehr nur um funktionieren gehen, ich muss meine Grenzen neu kennen lernen und wieder neu lernen, dies auch zu achten. Neu lernen Stopp zu sagen. Nein zu sagen.

Nicht das Nein anderen gegenüber, sondern Nein zu meinen eigenen Ansprüchen. Aufhören ständig Druck zu machen. Das sind die nötigen Schritte um rauskrabbeln zu können ohne ständig wieder abzurutschen.

Um einen Weg raus zu bauen, der auch trägt.

So schwer diese Erkenntnis fiel und so ungern ich es eingestehe – ist es jetzt, wo ich es auch akzeptieren kann, auch eine Erleichterung. Eben weil ich nicht mehr gegen mich ankämpfe, alles „können muss“. Es ist einfacher – einfach zu machen.

Aber es ist ja nicht so, dass ich nichts tun kann – im Gegenteil – ich kann die Kraft für was Konstruktives nutzen. Statt blind im Kreis zu rennen, zeigt sich langsam eine Richtung an – und den Weg kann man dann schaffen, wenn man weiss wohin es gehen soll.

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1 Antwort zu Samstag

  1. Karin sagt:

    Ihre Texte sind so unglaublich klug und zu Herzen gehend. Ich habe überhaupt keine Vorstellung, warum Sie so mit dem täglichen Leben zu kämpfen haben.

    Herzliche Grüße aus Bayern

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