Dankbarkeit – für ein tolles Hilfsnetzwerk

Dankbarkeit – so viel Dankbarkeit in mir. Für ein Hilfsnetzwerk das wirklich tragfähig ist. Da ist. Unterstützt. Für mich kämpft.

So oft die Frage, was die machen, die das nicht haben. Die keine Menschen haben, die auch mal von sich aus aktiv werden, weil man selbst einfach nicht mehr kann. Ohne zu bevormunden, ohne zu entmündigen, ohne aus dem Blick zu verlieren, das mit einzubinden (und einzufordern), was eben doch noch selbst machbar ist.  Ohne den, um den es geht – aus dem Blick zu verlieren.

So dankbar, dass ich solche Menschen habe – nicht nur einen, ein ganzes Netzwerk davon.  Ein Netzwerk, dass wir über Jahre aufgebaut haben, mühsam – sehr sehr mühsam, aber das jetzt da ist – und wirklich greift und trägt.

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Ich hab eine gesetzlichen Betreuer, der zwar nicht versteht warum was schwierig ist oder ich Hilfe brauche usw – es auch nicht verstehen will, glaub ich, der aber trotzdem die Sachen macht, sich kümmert. Eben auch selbständig nachfragt bei der Krankenkassen, ob das angekommen/weitergeleitet wird usw.

Denn auch wenn er das warum nicht versteht, weiß er, wie wichtig das für mich ist.

Ich hab einen ambulanten Betreuer, der da ist, unterstützt, die Termine inhaltlich indiviuell anpasst, was halt grad geht/wichtig ist. Und auch wenn ich meinem alten Betreuer da ein bisschen nachweine, weil der intuitiv wusste, was grad nötig ist und wie er reagieren soll, es zwischenmenschlich mit ihm einfacher war, bin ich dennoch froh und dankbar meinen jetzigen Betreuer zu haben. Weil es mit ihm auch in Krisenzeiten funktioniert und ich merke, dass er sich kümmert, unterstützen will und auch mit den Krisenzeiten umgehen kann.

Ich hab den Ersatzthera, der Stellungnahmen schreibt, sich bemüht verständlich zu machen, auch mal anruft, nachhakt, dranbleibt. Der mir zwar keine Therapie anbieten kann, aber auf den ich mich verlassen kann, wenn wieder eine (ärztliche) Stellungnahme, das Regeln eines unkomplizierten stationären Aufenthaltes, Ansprechpartner in Notsituationen ist, das durchaus auch – sofern möglich – in seinem Urlaub anbietet und alles versucht um die Situation so erträglich wie möglich zu machen.

Ich hab die Buchbinderei und deren Leiterin, die mich mittlerweile so gut kennt, dass sie mich meist nur anschauen muss um zu wissen was los ist (was mir durchaus nicht immer passt). Die mit ihrer unaufdringlichen Art da ist, auch mal nachfragt, mir was die Arbeiten angeht freie Hand lässt, weil sie weiß, dass ich mir das raussuche, was grad wichtig und richtig ist. Mich da auch wurschteln lässt, deutlich macht, dass sie da ist – wenn ich sie brauche – sei es zum Reden oder um zu schauen, was mir grad gut täte oder zu sortieren, wenn ich mich verheddert habe (oder drohe mich zu verheddern) in meinen Arbeiten (was sich meist in der Anzahl der aktuellen Projekte zeigt).

Ich habe einen Physiotherapueten, der mich gut kennt, sich kurzfristig auf das Programm einstellt – je nachdem was halt grad am meisten zickt. Der den Körper auch ernst nimmt – oft ernster als ich. Dem ich so vertraue, dass ich jetzt einen Termin in der Schultersprechstunde ausgemacht hab. Einfach weil damals bei der Hand die Orthopädin immer nur gesagt hat, ist halt Überlastung und da ist nichts un Psyche usw. Damals schon sagte er immer wieder, dass ich in die Handsprechstunde gehen soll, weil es sich nicht normal „anfühlt“ – da irgendwas ist.

Die Handchirurgen (zwei, weil ich vor OP in der Regel 2. Meinung einhole), da ganz andere Diagnosen stellten und recht schnell eine OP angesetzt haben.

Ich habe MissMutig, ganz ehlrich, ich weiß nicht was ich ohne sie machen würde. Bin so unendlich dankbar für sie, ihre Freundschaft. Die bereit ist 2x die Woche früh morgens loszufahren um mich einzusammeln und mir wenigstens 2x die Woche weiterhin die Buchbinderei/Arzttermine zu ermöglichen.  Darüber hinaus ist sie einfach da, hört zu, ich weiß, dass ich mich jederzeit bei ihr melden kann. So unendlich wertvoll.

Ich hab meinen klassischen Homöopathen (und ja ich weiß, dass jetzt die meisten die Augen verdrehen – ist mir egal). Der da ist, zuhört, versteht, hilft. Egal ob Placebo oder sonst was – er hat mir mit seinen Kügelchen schon sooooooo oft  geholfen. Immer mit der Bedingung, dass es zusammen mit den Ärzten und Therapeuten läuft. Dass Medis dann an- und abgesetzt werden, wie es in der Schulmedizin üblich – dann wenn es nötig ist an- und wenn es besser wird versuchen die Dosis anzupassen. Ich weiß, dass er eine Ausnahme ist, ihm das Miteinander mit der Schulmedizin wichtig ist. Ihm seine Fortbildung im medizinischen Bereich auch Bedürfnis und Bedingung ist. Und der – in meinem Fall – Erfolge hat, die selbst meine sehr skeptischen Ärzte überzeugt haben (so dass sie schon so manchesmal nach seiner Nummer gefragt haben).

Der eben nicht der typische Heilpraktikert ist, sondern einer, der sich als Ergänzung zur Schulmedizin sieht und dem das Miteinander da wichtig (und auch Bedingung) ist.

Ich bin auch dankbar für meine Endokrinologin – naja ehrlichgesagt vor allem für das neue Medikament. Plenadren. Niemand von uns hat erwartet, dass allein die veränderte Wirkstofffreisetzung so viel ausmachen kann. Die selbe Menge an Hydrocortison hatte bei mir bei weitem nicht diese Wirkung. Seit dem Penadren sind so viele Beschwerden – von denen wir viele auch über 20 Jahre auf die Psyche geschoben haben, wie den extremen Reizdarm z.Bsp – einfach weg. Vor allem diese Schwäche ist weg, das die Kraft mittags schon aufgebraucht ist.

Erst seit das nicht mehr so ist, weiß ich, wie viel das gefressen hat, wie viele Möglichkeiten mir jetzt offen stehen. Wie sehr meine Skills wirklich greifen, wenn die Kraft dafür da ist sie einzusetzen. Dass die jetzt wirklich automatisch greifen. Das, was in der Traumatherapie ja auch Ziel ist.

Aber auch viele Beschwerden die zur Fibromyalgie gehörten sind damit einfach – weg.

Bin dankbar, dass die Endokrinologin es ernst nahm, sehr schnell die Nebenniereninsuffizienz diagnostizierte (zusammen mit noch ein paar Sachen) und den Versuch mit dem Plenadren auch gewagt hat.

Ich hab meinen Nervenarzt – der sowohl die neurologischen, als auch psychischen Probleme kennt, bei mir mehr für die Medikation zuständig ist. Der mir vertraut und mich – nach 18 Jahren – auch durchaus einschätzen kann. Bei dem es ein Miteinander auf Augenhöhe gibt – Medikamente besprochen und gemeinsam entschieden wird. Wobei, meist überlässt er die Entscheidung mir, bietet mir nur einen Rahmen an.  Und die nötigen Informationen.

Ich habe einen Anwalt (vielleicht auch hatte, Gericht ist ja durch), der verständnisvoll ist, bemüht, sich trotz all der Schwierigkeiten in der Komunikation drauf einlassen kann, der für mich vor Gericht kämpfte. Und klar gemacht hat, dass er auch für mich mit der Krankenkasse kämpfen wird, sollte das nötig werden. Was ich nicht hoffe.

Danke. Von tiefstem Herzen: Danke.

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