Reizthemen

Es sind immer wieder die selben Diskussionen im Netz. Mit immer dem selben Ergebnis – zwei Fronten, die statt einander zu respektieren immer härter und – fanatischer – werden.

Im Laufe der Jahre hab ich gelernt mich da rauszuhalten. Sind ja auch immer die selben Themen: Homöopathie, Kinderbilder im Netz, Erziehungstile, Flüchtlingspolitik, Impfungen – es gibt viele Reizthemen und jeder hat so seine eigenen.

Jeder hat seine Meinung, seine Überzeugung und im Prinzip weiß ich, egal, ob ich da jetzt was – fundiertes! – schreibe – man wird sein Gegenüber sowieso nicht erreichen. Weil dazu eine Bereitschaft da sein müsste, auch von seiner Überzeugung mal etwas weg zu rücken.

Und ganz ehrlich – bei den meisten dieser Themen bin ich da auch nicht mehr bereit. Schlicht – weil das so oft durchgekaut, so oft besprochen, so viel dazu nachgelesen usw ist und darauf meine Überzeugung auch gründet.

Ich hab mir meine Meinng nicht blind gebildet und ich kann dem anderen seine zugestehen. Gut finden muss ich sie ja nicht – ist ja seine und nicht meine.

Das, was mich an diesen Disskussionen so ärgert, so auf die Palme bringt – ist eben das schwarz-weiß-Denken. Es gibt durchaus Gründe ein Kind nicht impfen zu lassen (Erkrankung zum Beispiel) oder der Homöopathie ihren Bereich zugestehen (eben unterstützend und nicht ersetzend) usw.

Das Problem ist immer das Extreme – das Impfen ist IMMER schlecht oder Homöopathie ODER Schulmedizin.

Ich bin meist im Graubereich – sicher mal mehr oder weniger (deutlich) auf einer Seite – aber das will erstens keiner hören und wird in der Regel dann von beiden Seiten als „falsch!“ eingestuft. Weil ich nicht für schwarz oder weiß bin.

Was ich eigentlich sagen will: im Prinzip kennt man im Laufe der Zeit die Themen, bei denen man lieber den Mund halten sollte, nichts dazu schreiben. Weil es dann eh nicht mehr um das geht, was man sagen/schreiben möchte, ein grau ist in solchen Diskussionen nicht vorgesehen.

Trotzdem hab ich mich gestern wieder mal hinreissen lassen. Gar nicht groß als Diskussion, aber eine Antwort auf eine Aussage, die mich einfach fuchsig machte.

Natürlich kam eine entsprechende Antwort und das war auch vorher schon klar. Genau das ist der Punkt an dem ich mich dann ärger – über mich selbst. Ich WEISS es doch, es ist nicht das erste Mal und grade bei dem Thema ist da auch keinerlei Einsicht zu erwarten. Genauso wie ich da meine Meinung zu nicht ändere und auch durchaus erkennen kann, warum genau das mich so aufregt, mir dieses Thema wichtig ist.

Ich hab bei Twitter nur sehr wenige Diskussionen – und ich blocke auch nicht Leute, nur weil sie in einem Thema eine andere Meinung als ich vertrete. Manchmal mag ich es etwas „fanatisch“ finden, kann aber die Hintergründe verstehen und hab da auch kein Problem mit.  Ich kann es so stehen lassen und diese Menschen trotzdem sehr bereichernd, nett und aufgeklärt finden.

Um jemanden zu mögen, muss ich nicht in allen Dingen einer Meinung mit demjenigen sein. In den meisten Dingen denken wir ja eh ähnlich.

In der Regel steige ich also in solche Diskussionen erst gar nicht ein, lese sie in der Regel auch nicht durch, wenn es nicht grade genau darum geht da auch Informationen (zum Thema und zu den beiden Seiten) zu bekommen.

Sehr selten nur kommt es noch vor, dass ich es nich schaffe, da einfach dran vorbei zu gehen/schauen.

Und Gott sei Dank schaffe ich es heute da deutlich schneller wieder auszusteigen.

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