Hunde

Ich mag Hunde, hüte manchmal Hunde, bin sicher unerfahren, habe aber Grundkenntnisse, so dass ich mir schon zutraue mit den meisten Hunden klar zu kommen.

Wir haben einen Westi im Haus. Ein älteres Ehepaar, ihn seh ich kaum (bin ihm heute glaub ich auch auf die Füße getreten) und sie – nun ja – sie ist einfach nur sehr anstrengend. Sie will helfen, drängt sich da auf, meint es nicht bös – ist aber sehr anstrengend, so dass ich ihr aus dem Weg gehe soweit das geht.

Vor einem knappen Jahr sind die eingezogen.

Seit einem halben Jahr (oder sind es 7 Monate oder so) haben sie einen Hund, der als Welpe zu ihnen kam.

Sie seien ja so hundeerfahren und hätten ja immer Hunde und Katzen gehabt und überhaupt.

Dieser Hund – ich mag ihn nicht.

Er springt hoch – ununterbrochen – solange bis er entweder die Klamotten oder die Hände zerkratzt hat (und natürlich dann weiter), er folgt gar nicht („das ist halt die Pubertät“) und ist einfach nur sehr anstrengend – vor allem ihr Aufdrängen geht mir auf die Nerven. Das hab ich ihr auch gesagt, dass ich schon komme wenn ich was brauche und mir nichts aufdrängen lassen will – musste ihr dann sogar versprechen (viermal! – und vermutlich die nächsten hundert Male wenn wir uns sehen auch nochmal) dass ich wirklich komme wenn ich was brauche.

Sich mit ihr zu unterhalten ist kaum möglich, weil da immer der Hund an dir hochspringt und kratzt, was sie aber nicht davon abhält doch zu quatschen – weil ihr ist ja so langweilig und sie braucht eine Aufgabe (mein dezenter Hinweis dass sie dann doch beim Katzenhaus helfen könnte oder in die Hundeschule gehen könnte wird natürlich dann abgelehnt – sie hätte dafür keine Zeit, müsse sich doch um ihren krebskranken Mann kümmern usw.).

Ignorieren – keine Chance – die Krallen des Hundes tun nämlich weh und ich hab Angst um meine Klamotten.

Ein Nein gibt es nicht – wobei das stimmt nicht – das gibt es schon – nur in einem Singsang und das ewige: „aber Paula – bitte komm doch jetzt mal her“ – in so ziemlich allen Varianten.

Bei einem 9 Wochen alten Fellknäuel ist das ja noch süss, aber mittlerweile nicht mehr.

Heute hatte ich die Hängematte abgehängt und Paula war mit Herrchen draußen (und am Wäscheständer festgemacht) – ich hab schon einen Bogen gemacht – doch Paula wollte zu mir und hätte sich dabei fast erwürgt. Herrchen sass daneben und sagte noch, dass sie doch bitte nicht hochspringen soll – und zu mir, dass er hofft, dass sie das irgendwann lernt.

Mein Kommentar war, dass sie ja in die Hundeschule gehen könnten – worauf er ganz empört meinte, die können ja auch nichts anderes machen und sie hätten doch schon immer Hunde gehabt usw.

Ganz im Ernst – ich weiß das Westies schwieriger sind im Erziehen, dass es da auch Grenzen gibt – ich weiß auch dass in der Pubertät bereits erlerntes erstmal wieder „vergessen“ wird usw. Doch dieser Hund hat noch nie gefolgt.

Es kommen auch kaum klare Ansagen – irgendwann hat sie die Schnauze voll und dann nimmt sie ihn hoch (und wundert sich warum Paula sich windet).

Ich würde diesen Hund nicht mehr für ein paar Tage aufnehmen – da bin ich nicht schnell genug.

Vor einer Woche hatte mich Frauchen grade wieder im Griff und Paula ist in meine Wohnung geflitzt – ich hab noch gesagt, dass meine Katzen sich wehren werden und fand das ganze nicht so toll – vor allem weil Paula immer wieder zu meiner Tigerkatze (die an dem Tag eh angeschlagen war, weil wir grad vom TA kamen und ihr Zahnstein entfernt wurde) und ich bekam das Mistvieh nicht mehr aus der Wohnung.

Irgendwann schaffte ich die Schlafzimmertür zuzumachen, so dass wenigstens die Katze ihre Ruhe hatte und versuchte Paula aus meiner Wohnung zu bugsieren – keine Chance.

Frauchen rief natürlich – aber Paula hört da ja eh nicht drauf – sie fand die Katze viel interessanter. Einfangen ist nicht so einfach, weil sich Paula windet wie ein Aal und ehrlich – ich hatte schon eine dicke 5 cm Schramme an der Hand von ihr (die sieht man heute noch).

Das meine Weste heil blieb ist sowieso ein Wunder, hatte sie doch ständig an der Tasche gekratzt.

Mir ist auch klar das Paula nichts dafür kann – dass die Besitzer völlig unfähig sind (sich aber für superfähig halten – und das bei Sachen wo ich als Unerfahrene nur sagen kann, die haben keine Ahnung) – doch ehrlich – ich mag Paula nicht.

Bisher hab ich sie nur einmal erlebt, da sass sie neben mir – ganz ruhig – ich hatte mich mit Frauchen unterhalten, sie hatte mich gekratzt und war endlos hochgesprungen und ich hab mich weggedreht (was da grad ging) – sie sprang weiter hoch und irgendwann setzte sie sich hin (für eine halbe Minute) – es ist also durchaus möglich durch irgnorieren und klare Ansage was zu erreichen.

Aber nein – die sind ja so fit und hatten ja schon immer Hunde – und es liegt nur am Hund.

Idioten!

Dieser Beitrag wurde unter Beziehungen/Kontakte, Leben, Psycho-Somatik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Hunde

  1. Conny sagt:

    Also so wie du die Dame beschreibst, erscheint es als wäre sie leicht dement. Das wäre dann echt schlecht, denn sie kann dann nichts dafür, dass sie sich so verhält wie sie es tut.
    Der Hund tja ein Hund benimmt sich immer so wie sein Umfeld. Meine Oma ist dement und hat einen Hund. Dieser ist auch nicht perfekt erzogen weil sie es einfach nicht kann. Ist der Hund jedoch 4 Tage bei mir, sagen die Leute auf der Strasse, dass das doch nicht der selbe Hund sein kann. Bei mir hört der Wuffel 1A und ist viel ruhiger und entspannter. Das überträgt sich oft vom Herrchen/Frauchen auf den Hund.

  2. Ilana sagt:

    @ Conny: dement schließe ich eigentlich aus – es ist nicht so, dass sie es wieder vergessen hat, sondern dass sie unbedingt Hilfe aufzwingen will und mir nicht glaubt dass ich mich melden würde (vor allem hab ich ja gesagt ich meld mich im Notfall – und sie weiß dass ich einen Betreuer hab und hat wohl eher angst dass ich mich dann eben nicht bei ihr melde – was auch so ist – solange es für mich andere Möglichkeiten gibt).

    Und was die Hundeerziehung angeht – sie hat einfach keine Ahnung – das hat sich in Gesprächen auch deutlich gezeigt.

    Sie ist überzeugt, dass ein „Paula, bitte komm doch her, magst du nicht bitte herkommen? Jetzt komm doch her“ – in einem Singsang – genug Befehl ist.

    Keine Ahnung was sie mit bisherigen Hunden hatte (aber es war auch schon der Tierschutz mal hier, weil wohl alte Nachbarn ihr den auf den Hals geschickt haben) – sie hat ja auch keinen Hund mitgebracht.

    Auch er ist da nicht anders. Sie weiß auch sehr genau was sie mir wann erzählt hat usw – also keine Vergesslichkeit oder ähnliches. (Habe eine Bekannte, bei der ich ja leichte Demenz stark vermute und die sich weigert zum Arzt zu gehen, das ist schon ganz anders).

    Das Problem ist: Paula ist gar nicht erzogen. Wird sie auch nicht. Ist auch nie bei anderen – sondern nur bei denen. Alle Hundehalter der Gegend gehen nicht gern mit ihr spazieren.

    Er meinte heute, es wäre ja mal gut wenn Paula an einen Hund gerät, der sie mal zwickt – nicht dass was passiert, aber dass sie weiß dass darf sie nicht machen. Das sagte er als es darum ging, dass Paula an mir hochspringen wollte (was sich ja nicht ändern würde, nur weil sie mal mit einem Hund aneinandergeraten ist)

    Hat mit Hunden auch nichts zu tun. Als ich P. hier hatte, hatte ich ihr mal angeboten, mit ihr und Paula zu gehen, grade weil P. eine Hündin ist, die gut mit Welpen kann, die gut in Schranken weisen kann und das auch klar macht und sicher ist, dass nichts passiert – das will sie nicht – weil ihr armer Hund ist ja viel kleiner und außerdem viel zu lebhaft.

    Sie lehnen ja auch alles an Ratschlägen ab (nicht nur den Tip mit der Hundeschule) – mit der Begründung, dass sie ja immer Hunde hatten und sich schon auskennen (was einfach nicht stimmt).

    Es ist sicher auch keine so gute Kombination – er stark gehbehindert, sie auch nicht so gut zu Fuß – so dass dem Temperamentbündel natürlich auch der nötige Auslauf fehlt um mal richtig müde zu sein.

    Leider kann man aber nichts tun – außer meiden. Ich bin nicht bereit meine Hände und meine Klamotten da zu opfern, selbst wenn sie die Klamotten ersetzen würde (was ich gar nicht weiß, sie sah auch dass ich blutete und hat nicht einen Ton zu gesagt).

    Sie hat auch immer in sozialen Berufen gearbeitet – also Helfersyndrom war wohl schon immer vorhanden.

    Ich finde es halt schade – sie akzeptiert meine klar gesagten Grenzen nicht – und damit schränke ich den Kontakt ein. Dabei sucht sie Anschluss und Kontakt (was hier im Haus eher schwierig ist). Und für mich ist ein „gut gemeint“ kein Freibrief (damit entschuldigt sie ihre Angebote immer, dass es nur gut gemeint ist).

    Da bin ich sicher auch empfindlicher als manch anderer.

Kommentare sind geschlossen.