aktueller Stand

Zur Zeit fällt mir die Antwort auf die Frage „wie geht’s dir?“ schwer.

Einerseits geht es mir sehr gut – ich komme gut durch den Tag, die alltäglichen Kämpfe halten sich im Rahmen, keine richtigen Flashbacks, wenn auch schon immer wieder was in den Alltag schwappt, ist das doch soweit ok.

Die Umstände sind nicht gut: die Betreuung – da ist immer noch keine Bestätigung vom Landkreis da, die Verlängerung muss jetzt beantragt werden (der zuständige Herr kommt aber nicht wirklich in die Pötte), die Fahrtkostenübernahme steht noch aus – die aktuelle geht bis Ende September und auch wenn die Wahrscheinlichkeit da hoch ist, dass es genehmigt wird, ist es schon schwierig – dieses „kann das nicht alleine“, schaff so einfache Sachen wie das Busfahren nicht usw, die Rente läuft Ende des Jahres aus (die österreichische), der Antrag auf Verlängerung ist gestellt, ich hoffe dass es rechtzeitig entschieden wird – und es steht dann wieder das Gutachten aus (auch hier nach Aktenlage, doch erst schicken die Österreicher an den deutschen Rentenversicherer dass ein Gutachten notwendig ist – die schicken mir dann den ausgewählten Gutachter, den muss ich dann informieren, dass ich das nicht kann (bzw. mein Betreuer) – und das Gutachten der Klinik geht raus – manchmal telefoniert der ausgewählte Gutachter noch kurz mit meinem Thera und schreibt auch was entsprechendes, manchmal schreibt der nur dass ich das Gutachten verweigere – das hängt immer davon ab wer.

Auch das mit der Verlängerung der Betreuung ist unklar, da ein neuer Sachbearbeiter und damit unklar ob der auf ein Gutachten besteht oder nicht.

All das macht mir zu schaffen, das Gefühl nichts auf die Reihe zu kriegen, nie zu reichen, „kein produktives Mitglied der Gesellschaft“ zu sein usw.

Themen die ich kenne, aber die grade in solchen Zeiten für mich schwierig sind.

Außerdem merke ich sehr viel Aggression bei mir, ich bin genervt und das bekommen durchaus auch mal andere ab – was mir natürlich gar nicht passt. Sind so Gefühle, die ich gar nicht positiv finde – vor allem wenn es dann andere betrifft – hab ich auch  Probleme damit umzugehen.

Generell auch eher das Gefühl sehr „geladen“ zu sein – wie ein Spielzeug dass man aufziehen kann – und das bis an den Anschlag aufgezogen ist. Wie eine Seite, die so sehr gespannt ist, dass selbst das entspannen wollen sie zum reißen bringen könnte – da bin ich noch ein kleines Stück von entfernt – glaub ich.

Körperlich – ist es im Rahmen, schmerztechnisch bei 3-4 meistens, kräftemäßig soweit in Ordnung, auch wenn ich merke, dass ich da schnell wieder ans Limit komme und statt dem Sport lieber mehr in der Wohnung machen sollte oder ähnliches (und ja ich weiß, dass das grade mit dem „genüge nie“ von oben zu tun hat).

Grade dieses „geladen“ sein zeigt sich auch dadurch, dass es nicht so viel braucht um dann irgendwas auszulösen – meist eher dann ein „Hauptsache was tun“ oder eben Aggressionen, wobei es mir gelingt die meisten weder gegen jemand anderen noch gegen mich zu richten (zumindest direkt).

So gesehen – ist es eigentlich nicht so gut wie ich auf den ersten Blick meist denke.

Andererseits – für diese Umstände – geht es mir dann doch wieder erstaunlich gut 🙂

Es ist auch immer noch nicht recht „angekommen“ bei mir, dass der Thera jetzt in Urlaub ist. Vielleicht ist es aber auch grade gut so – da wird sich die nächsten Tage zeigen.

Morgen ist der erste Termin bei der Vertretung.

So gesehen: genau weiß ich es grad nicht wie es mir geht. Die meiste Zeit komm ich gut klar, aber da sind schon auch viele Dinge, die es grade schwerer machen. Und ich bin noch nicht sicher, ob ich mir mit dem „geht mir gut“ nicht grad selbst was vormache.

Immerhin laufe ich schon eine Weile wieder vor mir weg – und auch wenn ich gestern das Gefühl hatte wieder bei mir angekommen zu sein – bin ich diesbezüglich noch nicht so ganz sicher.

Fakt ist aber dass ich grade ganz gut klar komme im Alltag – und darüber bin ich sehr froh und genieße das auch.

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