Gedanken zur Nacht

oder so ähnlich.

An Schlaf nicht wirklich zu denken grade, dabei fallen mir fast die Augen zu – bis ich dann wieder im Bett liege – dann bin ich wieder hellwach.

Das Thema „anders“ sein – und eben auch eingeschränkt, kein „produktives Mitglied der Gesellschaft“ – wobei das noch nicht mal so im Vordergrund steht – sondern mehr, dass ich eben auch grade wieder zuviel mache und eigentlich nichts davon aufgeben möchte – und dennoch muss – weil mein Körper und meine Psyche eben nicht so viel leisten können (und dabei hab ich ja eh schon das Gefühl eigentlich nicht wirklich viel zu machen).

Das hängt sicher auch damit zusammen das aktuell die österr. Rente verlängert wird, dass von der Krankenkasse eine Genehmigung für die Fahrtkosten aussteht und der Landkreis noch immer keine Genehmigung für die Betreuung rausgeschickt hat.

So geht es um Gutachten, begutachtet werden (wenn auch hoffentlich nach Aktenlage), aber eben auch um das Thema „kann nicht arbeiten gehen“.

Auch wenn ich mir heute nicht mehr vorstellen kann so viel zu arbeiten wie damals – da war ich ja der typ. Workaholic – und ehrlichgesagt kann ich nicht mir nicht mal eine geringfügige Beschäftigung vorstellen, merke ich doch, dass ich so schon mit dem Alltag nicht klar komme – und doch ist da das Gefühl was leisten zu müssen.

Erklären zu müssen warum ich es eben nicht so leisten kann.

Ironischerweise war mir das gar nicht so bewusst – ich hatte letzte Woche wieder angefangen das Bus fahren zu trainieren – nicht richtig als Angsttraining, weil ich es dazu deutlich regelmäßiger müsste, aber eben kurze Strecken (1-2 Haltestellen) in der Stadt. Obwohl ja eigentlich abgesprochen war kein weiteres Angsttraining zu machen.

Auf die Idee dass ich das grad eher mache, weil es wieder um die Fahrtkosten geht – und eben dabei auch um die Frage wie das alles denn so laufen soll usw – bin ich erst gekommen, als mich der Thera drauf ansprach.

Dabei ging es mehr darum was ich im letzten Jahr so erreicht habe – und merke – dass es mir zu wenig ist.

Weil es nichts „vorzeigbares“ ist. Und dabei ist es doch nicht so „klein“.

Es ist deutlich mehr Stabilität rein gekommen – die äußeren Umstände (Betreuung z.Bsp) – sind alles andere als gut – und sicher schon gar nicht – letztes Jahr hat mich das noch dermaßen aus der Bahn geworfen, dass es sehr kritisch wurde – und auch dieses Jahr war eine Zeit lang nicht klar ob ich das so hinbekomme.

Doch jetzt krieg ich das hin – obwohl es ja wieder völlig unklar ist – und auch die Fortführung alles andere als sicher.

Ich kann mich in der Tischlerei besser abgrenzen und drehe im Pausenraum nicht mehr ab, fühle mich auch im Alltag deutlich stabiler, die Skills greifen wunderbar und die Wohnung – naja – auch wenn sie aktuell wieder sehr grenzwertig ist – ist sie immerhin seit 9 Monaten ziemlich gut – so lange war sie das noch nie – und auch jetzt ist sie so, dass wir das in 2 Terminen soweit wieder hinbekommen (in drei Terminen sogar fast perfekt) – und das nach 2 Wochen ohne Wohnungstermin mit dem Betreuer.

Doch all das sind Dinge, die die Kasse so nicht sieht – ich fahr immer noch nicht Bus, ich brauch immer noch die vielen Theratermine und die Arbeitstherapie, ich brauch immer noch die Betreuung usw.

Als er den Kram dann abgeschickt hatte ist mir was eingefallen: ich bin im letzten Jahr nicht mal nahe dran gewesen an einem stationären Aufenthalt – es war nicht mal der Gedanke daran da – es war nie so, dass das angedacht wurde oder zumindest im Hintergrund im Kopf, es gab kaum Krisen, die so akut waren, dass wir uns wirklich wieder auf Krisenintervention konzentrieren mussten und wenn es mal schlecht ging, war das nur wenige Tage so.

Das ist etwas, dass auch die Kasse akzeptiert hätte – als Fortschritt.

Nun ja – spätestens in 6 Monaten dann – beim nächsten Antrag.

An Rente und Betreuung waage ich gar nicht zu denken – ich kann nur hoffen, dass sich die mit dem ärztlichen Schreiben von der Klinik zufrieden geben  – und das Österreich rechtzeitig entscheidet, damit die Zahlung ohne Pause fortgesetzt wird.

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2 Antworten zu Gedanken zur Nacht

  1. Regenfrau sagt:

    Ohjaohja…das versteh ich zu gut.
    Geht mir nicht anders, doch langsam merkt das auch mein Umfeld. Ne Freundin letztens: Was nicht geht, geht nicht.
    Sie akzeptierte das ohne große Fragen.
    Mein Sachbearbeiter bei der ARGE genauso, der macht keinen Druck und schickt mich in keine blödsinnige Maßnahme..gott sei dank.
    Wenn mich Bekannte sehn, kommt immer öfter: Gut siehst du aus.
    Und ich höre: Na dann kannste ja abld wieder arbeiten gehn.
    Genau das is der Haken, jetzt auf der Stufe mal bleiben wo es mir gut geht und nicht gleich höher-weiter-schneller.
    Aber alles rumort im Hinterkopf: Wie lang noch? Je mals wieder arbeiten?..usw.
    Im Heute bleiben…

    Und Deine Unruhe und nicht stoppen können, auch das is bei mir derzeit sehr stark.
    Immerhin der Schritt des Erkennens und bemerkens klappte schon 🙂

    Ich wünsch Dir alles Liebe und ein angenehmes Wochenende !!!

  2. Ilana sagt:

    Ja das akzeptieren – all der Einschränkungen – ich glaub da hader ich grad wieder mal sehr mit.

    Es geht ja auch um die Sehnsucht – nach Partnerschaft, aber eben auch dem „nicht anders sein“ usw – von daher wird das natürlich auch angerührt.

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