Thera heute

sehr heftig.

Angefangen haben wir mit einem Alptraum aus der Kindheit – ein Traum der mich viele viele Jahre bis ins Erwachsenenalter verfolgte – an sich ein ganz „normaler“ Alptraum in dem ich von einer Meute Menschen mit Papiertütenmasken auf verfolgt werde. Als Kind war ich überzeugt wenn ich meinen Herzsschlag im Ohr höre (ihr wisst schon, wenn man den Kopf seitlich aufs Kopfkissen legt und dann im Ohr seinen Herzschlag pochen hört), hab ich einen Alptraum in der Nacht.

Irgendwer sagte dann mal, dass man von dem träumt, an was man zuletzt gedacht hat – also versuchte ich an Micky Maus zu denken. Doch die Alpträume blieben.

Jedenfalls ging es über den Traum (wie fühlt sich ein Kind nach einem Alptraum – es hat Angst – Angst will Schutz) zum Thema Schutz.

Ich sollte mir für das kleine Mädchen einen Gegenstand auswählen (ein kleiner blauer Stein) und dann überlegen wen sich dieses Mädchen gewünscht hätte. Da war als erstes der Gedanke eine Mutter, natürlich sofort gefolgt: naja bei meinen Eltern wohl lieber den Vater, weil der eher auf mich eingehen konnte – und schon war ich weg von den idealen Eltern – weil ich mit meinen beschäftigt war.

Wir versuchten das dann zu trennen indem wir die reale Mutter aufstellten und sozusagen weit weg und außer Sichtweite – doch das klappte nicht – plötzlich war Panik da und Kampf mit den Tränen, die Mutter war plötzlich im Raum und nichts ging mehr – es dauerte auch eine Weile bis ich klar machen konnte, dass wir das auflösen müssen, dass es nicht darum ginge, die Mutter aus dem Raum zu schaffen (weil da wäre sie immer noch da), sondern das auflösen. Klappte dann auch – aber entsprechend war ich da schon in einem Gefühlschaos.

Dann sollte ich die ideale Mutter aufstellen (oder sonst jemand der „ideal“ ist) – ein grüner Stein – und der war mir dann ganz lange einfach zu nah, was ich auch nicht gleich ändern konnte.

Es ging dann weiter was eine ideale Mutter tun würde – in der Situation dass ein kleines Mädchen einen Alptraum hat. Gefühlsmäßig drehte es dann ab.

Ich hatte das Gefühl die Gefühle und vor allem die Tränen dürfen grad auch nicht sein – nicht wegen alter Sachen, sondern weil das in dem Moment so sehr mit Tappen gekoppelt war und wir ja nicht tappten, sondern aufstellten – und dann hatte ich nur noch das Gefühl es zerreißt mich.

Der Kampf gegen die Tränen verselbständigte sich – es waren ncoh nicht mal Gedanken von „darf nicht“ oder so – sondern der Körper reagierte einfach. Es klappte auch immer wieder – doch meist nur kurz und schon ging es von vorne los – und irgendwann verlor ich die Kontrolle, ich zitterte und ruckte am ganzen Körper, es ging immer darum Tränen zurückzuhalten und gleichzeitig war gar nicht immer Gefühl mit bei – das ganze war völlig außer Kontrolle und alle Versuche es wieder unter Kontrolle zu bekommen scheiterten. Natürlich war ein Zulassen auch nicht mehr möglich (selbst als er zum Tappen wechselte) – weil es einfach zu viel war.

In dem Moment war es zu heftig, zu viel, zu intensiv – ich hatte das Gefühl es zerreißt mich und ich brauch Hilfe, doch wie die aussehen sollte – war unklar.

Erst jetzt – fast zwei Stunden später – und mit Distanz – erkenne ich, dass ich das „zulassen“ gebraucht hätte, dosierter – also wenn ich das Tappen abbreche kurze Pause und dann weiter – die Tränen zulassen können, einen Ort um aus dem Kampf auszusteigen.

Auch am Ende – ich bekam meinen Körper nicht unter Kontrolle. Der Thera bot an, dass ich im Raum bleiben konnte, er würde schauen dass er einen anderen findet – so dass der Zeitdruck und vor allem der Druck, es hinkriegen zu müssen – raus ist – das war auch gut so. Allein schaffte ich es dann auch relativ schnell eine Art „Basis“ für mich zu schaffen und durch das Aufschreiben mich weiter zu stabilisieren.

Die Mutter wird Thema werden müssen – seit Monaten wehr ich mich dagegen – aber ich bin sicher, grade deshalb ist es aktuell so „explosiv“. Kein gutes Timing, denn der Thera ist ab übernächster Woche 3 einhalb Wochen im Urlaub. Mal sehen.

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