doch nicht und nochmal Thera heute

Eigentlich wollte ich heute zum Schwimmen – und morgen auch – um zu sehen ob Freitag oder Samstag für mich besser wäre oder beides machbar.

Nachdem aber gestern das Schwimmbad so voll war – so viele Kinder und irgendwie Stress pur – und das obwohl ich zu den „Idealzeiten“ da war – geriet das ganze etwas ins Wanken.

Das Ende der Ferien – nächste Woche geht die Schule wieder los – kein Freibadwetter – und so ist das Hallenbad voll.

Morgen will ich es dennoch versuchen, heute war mir das zuviel.

Ich bin müde, irritiert, verwirrt, irgendwie auch verdreht. Es geht mir nicht schlecht – eher so ein „ich komm nicht recht hinterher“ – dabei muss ich nicht wirklich etwas machen. Im Moment auch die Frage ob ich heute auf den Ergometer steige, denn eigentlich hab ich das Gefühl körperlich ziemlich ausgepowert zu sein – ich werde es sehen.

Die Therapie heute war anders als die anderen Freitage – nicht so gefühlsbetont, nicht so intensiv – und doch merke ich wie es arbeitet, in mir immer noch ein wehren gegen den Begriff „Mutismus“ – ich tu mir mit Diagnosen schwer – und traue der meines Therapeuten nicht, seine Informationen zu Mutismus stammen ja von mir. Ich halte nichts von „Eigendiagnosen“ – umso wichtiger ist mir, dass eine anständige Diagnostik läuft. Schwierig, wenn der Therapeut das alles so passend findet und überzeugt ist. Noch schwieriger, wenn ich tief in mir eigentlich auch überzeugt bin.

Diagnostik wird dennoch laufen – während der Urlaubsvertretung. Der kennt mich, auch schweigend und ist dennoch – da auch wissenschaftlicher Mitarbeiter – irgendwie objektiver – grade was Diagnostik angeht. Da ihn der Mutismus an sich auch interessiert – wollte er sich einlesen und dann während der Urlaubsvertretung gemeinsam schauen wo es passt und vor allem wo passt es nicht – um zu einem Ergebnis zu kommen.

Mein Vater ist fast das Paradebeispiel von selektivem Mutismus – bei ihm sicher auch noch deutlich ausgeprägter als bei mir – vieles erklärt – auch einiges von den Dingen die man ihm übelnimmt – seine knurrige Art, weil er statt Worte eben eher mal vor sich hin knurrt – viele hatten Angst vor ihm deswegen, uns war das so oft peinlich. Aber ich erinner mich auch an Situationen wo ich reden sollte und nicht konnte – und im Gegensatz zur Mutter, die da Druck machte oder sich drüber lustig – hat er die Situation entschärft – oft nicht mal mit Reden – sondern durch ein Ablenken und dann nochmal versuchen oder so. Erst im Nachhinein fällt das auf und hinterläßt ein Gefühl des „verstanden seins“ – inwieweit er das bewusst gemacht hat weiß ich nicht – ist auch egal.

Typische Beispiele für ihn – die ich auch als Beispiele nannte – sind heute typische Beispiele für den Mutismus. Abgesehen davon dass er das nie akzeptiert hätte – als Diagnose – würde das doch bedeuten, dass mit ihm was nicht stimmt oder etwas nicht funktioniert – lässt es für mich einiges in einem anderen Licht erscheinen und viel besser verstehen.

Auch seine Zwänge usw.

Aber auch für mich klärt es einiges. Zu oft passte das Schweigen nicht zu den Erklärungen die ich bekam. Für mich gab es immer unterschiedliche Arten des Schweigens

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