Ziel

Bei meinem Trainingsprotokoll hatte ich mir ja vorgenommen mich für nicht eingesetzte Joker zu belohnen. Nachdem es jetzt nur noch einen Joker pro Woche gibt, war das irgendwie – eigenartig – denn davor sah die Staffelung vor, für 4 Joker eben eine Kleinigkeit (ein besonders leckeres Eis oder sonst was leckeres zu Essen/Trinken was ich mir sonst nicht gönne) und dann für 8 eben etwas mehr – nicht nur eine Kleinigkeit, sondern eine besondere Mahlzeit oder einen Kaffee trinken gehen, in der Kantine essen usw.

Nun ja – jetzt kann es ja nur noch vier Joker geben, und andererseits heißt das aber auch, dass ich einen Monat lang wirklich jeden Tag etwas gemacht habe. Also bleibt es dabei dass ich mir für vier eine Kleinigkeit gönne, dafür aber für 12 innerhalb von 3 Monaten etwas deutlich Größeres, eher so in der Preisklasse bis 30 Euro – denn immerhin bedeutet das ein Vierteljahr jeden Tag etwas gemacht (und da ja ab und an ein Monat mehr als vier Donnerstage hat, gibt es sogar die Möglichkeit ab und an trotzdem einen Joker genutzt zu haben).

Das kann sein, dass ich dann halt nicht nur Schwimmen gehe, sondern mir für eine Weile die Sole im Anschluß gönne – oder einen Shiatsu-Termin (die fehlen mir wirklich sehr) oder sonst etwas. Hab ich die einen drei Monate weniger verbraucht von den 30 Euro, hab ich die das nächste Mal sozusagen mehr.

Für das nächste Mal hab ich überlegt, ob ich die Poolmate kaufe – denn es ist schon ein tolles Spielzeug. Einfach so würde ich mir die nie kaufen – da sind noch Raten wegen des Umzugs zu bezahlen (bzw. eigentlich sind es ja jetzt glaub ich „nur“ noch die Raten für die Tierarztkosten letztes Jahr), die Tigerkatze braucht im Moment Unmengen an Medikamenten – und das Schwimmen an sich ist ja schon großer Luxus.

Die Liste der Wünsche wäre ja schon schön lang:

– ein neuer Standmixer, weil der alte beim Gebrauch nach verbrannten Kabeln stinkt und ein bissche qualmt (und ich mich deshalb nicht mehr traue ihn zu benutzen – und ich rede ja gar nicht von meinem Traumstandmixer, der mit 300 Euro einfach nicht finanzierbar ist, sondern von solider Qualität für häufigen Gebrauch – die befinden sich etwa in der Preisklasse von 50 – 80 Euro, bei ebay manchmal günstiger))

– die Poolmate

– die Monster-Karten (plus passender Präsentationsfläche an der Wand)

– eine Eismaschine (mit Kompressor)

– ein Shiatsu-Termin

All das sind Wünsche, die nicht unbedingt nötig sind, sie sind Luxus und wie ich mir kürzlich anhören durfte, liegt doch genau darin der Sinn einer Belohnung, eines „sich etwas gönnen“ – dass es eben nicht unbedingt nötig ist.

Ich hab ja monatlich etwa 20 Euro eingeplant für „Sonstiges“ – also Klamotten, Schuhe, Ventilator (wobei der grad funktioniert und daher vielleicht nicht erneuert werden muss), ein neuer Badeanzug oder ähnliches – so wäre die Möglichkeit dieses Geld mit einzuplanen – vor allem wenn es dann doch etwas ist, das über die 30 Euro geht. Das monatliche Geld ist zwar mehr für das „nötig, aber nicht überlebensnotwendig“ geplant, aber auch da weiß ich ja wenn größere Ausgaben anstehen (und die sind ja in der Regel dann doch noch mal Extra, Schwimmbadkarten, Winterschuhe usw – sprengen diesen Rahmen dann ja doch und werden nochmal extra eingeplant). So gesehen sind dann 50 Euro (also wenn ich das monatliche alle drei Monate dazunehmen) drin – und wenn es teurer ist – muss ich dann eben länger drauf hinarbeiten (oder auf ein ebay-Schnäppchen hoffen – irgendwie bin ich da ja recht gut und finde da häufig eines).

Theoretisch klingt das alles gut. Praktisch hab ich ein Problem: ich hab ein echtes Problem damit mir etwas zu gönnen, selbst die Schwimmbadkarte beschert mir schlechtes Gewissen.

Nicht nur wegen der noch offenen Raten (denn die halte ich ja ein und im Oktober, spätestens November sind die abbezahlt – geplant war es sogar erst etwas später, von daher bin ich damit auch eher fertig als geplant), sondern wegen meiner Katzen. Die Medikamente der Tigerkatze sprengen mein Budget – und ehrlichgesagt – mir ist lieber ihr geht es gut, als dass ich mir „Luxus“ gönne. Ich meine sie bekommt ihre Medikamente ja auch und wenn es ganz knapp wird ist es keine Frage, dass ich den ganzen Monat nur Kartoffeln esse, damit sie ihre Medikamente bekommt.

Es ist sicher alles eng – aber „machbar“ – nur könnte ich das Geld ja in einen neuen Kratzbaum investieren oder in Fleisch um sie zusätzlich mit selbst gemachten Futter zu versorgen oder irgendwas spenden oder mein Budget für Lebensmittel und Co aufstocken (das ist ja auch arg eng begrenzt) oder die Raten erhöhen und damit früher fertig sein oder einfach sparen oder was auch immer.

Ich hab einfach Schwierigkeiten mir wirklich was zu gönnen – zum einen ist es schon so viele Jahre finanziell einfach immer sehr eng, dass ich es auch gar nicht gewohnt bin, zum anderen hab ich nun mal schlicht teure Hobbies (Schwimmen und eine asthmakranke Katze) und es ist jedesmal ein Kampf (unter anderem auch mit dem Thera, wenn er wieder mal drauf besteht, dass ich mir doch was gönnen muss, weil ich viel geleistet habe oder ähnliches) für mich. Und grade weil ich mir ja schon das Schwimmen gönne, ist das zur Zeit irgendwie noch schwieriger.

Ehrlich gesagt ist das der Grund für diesen Post hier – und die Auflistung was ich mir wann wie gönnen will –  ja es wäre dann eng – aber es ist machbar – die Katze bekäme ihre nötigen Medikamente (zumindest wenn sich ihr Zustand nicht wieder verschlechtert), ich kann weiter meine Raten pünktlich zahlen, es wäre machbar – und darum versteh ich nicht recht, warum das für mich so schwierig ist. Aber ich hab es mir vorgenommen, denn es ist gut wenn ich jeden Tag Sport mache – für die Psyche, aber auch für den Körper, denn ich bin einfach stark übergewichtig und es ist die einzige Möglichkeit für mich dagegen vorzugehen.

Und ich muss lernen, dass ich mir auch was gönnen darf – nicht nur ein Eis oder so – sondern auch mal was Größeres. Ich hab viele viele Jahre mit wenig Geld überstanden, hab auf viel verzichtet, gebe für die Katzen deutlich mehr aus als für mich  – und damit meine ich auch das Grundlegende wie Nahrung und Co. Ich hab von 50 Euro im Monat gelebt und manchmal wirklich nur von Kartoffeln und Bohnen. Aber ich kam immer irgendwie über die Runden, auch wenn es oft nur das Grundlegendste war.

Es ist nicht so, dass ich mir nichts gönne – ich hab einen Sitzergometer, einen Laptop, einen (geliehenen) Computer für den Notfall und Pflanzenlampen für mein Zyperngras. Ich habe zu Essen und zu Trinken, ein Dach über den Kopf, lebe in einer Wohnung in der ich mich wohlfühle (auch wenn es mit dem Aufräumen nicht immer so klappt) und Sachen zum Anziehen – und ich kann zweimal die Woche schwimmen gehen (im Moment ist sogar geplant ein drittes Mal ab August) – auch wenn ich da einmal nicht zahlen muss, das Schwimmen ist sicher mein größter – und teuerster – Luxus. Es geht mir gut – ich komm gut über die Runden, auch wenn ich natürlich schauen muss wie (wer muss das heute nicht?) und kann unter dem Monat nicht einfach losgehen und einkaufen, aber meine Tiefkühle ist gefüllt und es ist genug da.

Lange war es wirklich nicht machbar – mir etwas zu gönnen – da war ich schon froh, wenn ich mal einfach losgehen konnte um einen Liter Milch kaufen zu können. Grade auch als es um dem Umzug ging und dann die Piratenkatze so schwer verletzt war. Doch es pendelt sich ein und wie gesagt – in drei oder vier Monaten ist endlich alles abbezahlt (und dann gehen die Raten erstmal wohl für den nächsten großen Luxus drauf: das Bild meines Turmzimmers).

Ich finde ich gönne mir sehr viel und es fällt mir schwer, dass es noch mehr werden soll.

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