“Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.”
Ödön von Horvath
“Eigentlich bin ich ganz anders. Ich komme nur so selten dazu.”
Ödön von Horvath
Bei der Regenfrau gefunden und dankenswerter Weise darf ich es hier hin kopieren:
[...]
Menschen die narzisstisch gestört sind, können einem das Leben wahrlich zur Hölle machen. Das schlimmste daran: es wird dir kaum geglaubt. Denn diese Menschen erscheinen charmant, großherzig, freundlich…Vorsicht! Sie erscheinen nur so, sie sind es nicht. Alles nur Fassade.
Sie brauchen dich für sich, für ihre Zwecke. Es geht nie um dich als eigenständige Persönlichkeit. Du wirst ausgelutscht, bis fast nix mehr von dir übrig bleibt. Entweder bauen sie dich dann wieder auf (wenn noch kein neues Opfer vorhanden ist) – in dieser Situation gab mir mein Vater immer Geld, oder sie werfen dich eiskalt weg. Du bist ja zu nix mehr zu gebrauchen. Nur noch eine leere Hülle.
Diese Leute meinen, dass sie der einzigste Quell der Freude und der Lebenslust sind. Und wehe der andere findet diese Werte noch wo anders (bei Freunden, im Beruf, in Hobbys)! Da wird es sehr ungemütlich und du sitzt da und fragst dich, warum dieser ach so liebe, nette, freundliche Typ auf einmal mit eiskalter Stimme übelste Abwertungen von sich gibt. Du redest dir ein, dass du da wohl einen Fehler gemacht hast und besserst dich. Du willst ja nicht, dass er wieder so böse wird. Du richtest dich nach ihm. Fast wie ferngesteuert.
Er versucht dich von den anderen Quellen der Freude fernzuhalten. Redet deine Freunde schlecht, drängt dich deine Arbeit aufzugeben, beleidigt dich und schmollt tagelang weil du einen Abend mal tanzen warst. Und nicht bei ihm.
Das alles passiert sehr subtil. Langsam, Stück für Stück. Du kannst davor noch so selbstbewußt, erfolgreich und unabhängig gewesen sein. Solche Menschen untergraben alles an dir. Er redet dir ein, dass du und nur du an allem Schuld hat. Und du glaubst ihm.Es hat absolut keinen Sinn an seinen Verstand oder gar seine Gefühle zu appellieren. Er wird dir das Wort im Munde umdrehen!
Dein Gehirn wird ordentlich gewaschen und bald wirst du schon nicht mehr wissen, wo oben und unten ist.Ich lebte mal mit so einem Menschen (in absoluter Reinform des gestörten Narzissmus) zusammen. Er hat es geschafft, dass ich übelste Hassbriefe an Menschen schrieb, die ich eigentlich liebte. Und er diktierte sie mir. Ich war hörig und fühlte mich immer schlecht. Denn egal was ich tat, es war nie gut genug. Er kontrollierte mich auf Schritt und Tritt. Ich durfte nicht mal alleine baden oder einkaufen. Kam ich eine Bahn später als sonst heim, gab es Ärger vom feinsten.
Relativ schnell (nach 1 Jahr) schaffte ich den Absprung, denn ich spürte: Bald sind wir bei der nächsten Stufe: körperlicher Gewalt. Eine Nacht-und Nebelaktion geschah, weil ich wußte: Der rastet aus. Was er auch tat. Nur da war ich schon in Sicherheit.
Und danach ist es wichtig, jede Form der Zuwendung zu unterlassen. Denn daraus bezieht der Narzisst ja seine Energie! Keine Erklärung! Keine Vorwürfe! Keine Diskussion! Absoluter Kontaktabbruch und wie ein Fels in der Brandung stehen. Denn er wird mit allen Mitteln versuchen, dich wieder zu bekommen!
[...]
Die beste Rache ist die, es sich gut gehen zu lassen!
Weitere Infos:
Buch: Die Masken der Niedertracht
Forum: Narzissmus.net
So wahr!
Welch wunderbares Leben
habe ich gehabt.
Hätte ich es nur früher gewusst.
Colette
Wer Schmetterlinge lachen hört,
Der weiß wie Wolken schmecken.
Der wird im Mondschein,
ungestört von Furcht,
Die Sterne und die Nacht entdecken.
aus dem Jahr 1977 von Carlo Karges (1951-2002) – Mitglied der Rockband Novalis (Danke für den Hinweis!)
der gesamte Text lautet:
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein
ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.
Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Tier, zum Narr, zum Weisen,
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.
Er weiß, dass er nichts weiß,
wie alle andern auch nichts wissen,
nur weiß er was die anderen
und er noch lernen müssen.
Wer in sich fremde Ufer spürt,
und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich ungestört,
von Furcht sich selbst entdecken.
Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst blickt er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt,
nimmt er gelassen auf.
Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiss wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein, ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.
Der mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben,
und ist selbst dann lebendiger,
als alle seine Erben.
Es war der erste “sichere” Ort, ich hatte immer Probleme mit den Imaginationsübungen, mit dem “kommen lassen” und irgendwie musste es real möglich sind, nicht zu abstrakt (auch wenn heute abstrakte Elemente vorkommen).
Es ist eine Lichtung – ziemlich groß – in etwa Fußballfeldgröße, eiförmig angelegt, mit einem sanft ansteigendem Hügel auf dem ein Baum steht.
Der Baum ist eine Mischung aus Trauerweide, Eiche, Kirsche und Olivenbaum. Der Stamm mischt Olive und Eiche, sehr furchig, mit dicken Wurzeln, die ihn fest am Boden halten und zwischen die man sich gut und bequem setzen kann – als wären sie dafür gemacht. Von der Farbe her leicht rötlich-braun.
Die Äste sind wie von der Trauerweide, mal sehr weit zum Boden herunterhängend, so dass man sich darunter verstecken kann wie in einer Höhle, dann wieder mal mehr Eiche oder Kirsche etwas höher, so dass man, wenn man sich an den Stamm setzt, drunter gut hervorsehen kann.
Die Blätter sind von der Form breiter als bei der Trauerweide, als hätte sich Bergkirsche mit reingemischt.
Im Endeffekt gibt es nicht ein Aussehen, es wechselt, passt sich der Stimmung an, er wandelt sich so, wie ich ihn grad brauche – ohne dass ich ihn mir genau vorstelle, ich finde ihn immer so vor, wie es dann grade passt, die Einzelheiten nehme ich oft gar nicht so wahr – oder erst viel später – und stelle dann fest- dass es genauso ist, wie es grad passt.
Direkt neben dem Baum fließt ein kleiner Bach – nur etwa einen Meter breit, aber tief, die Wiese geht bis ganz an den Rand, das Wasser fließt klar dahin, mit kleinen Wirbeln, am Boden liegen Kiesel auf der Erde, ganz dicht – in unterschiedlichen Größen.
Wenn ich mich an den Baum setze kann ich grade die Füße ganz ausstrecken und wenn ich mich etwas nach vorne setze – noch die Wurzeln links und Rechts neben mir, schaffe ich es grade mit den Füßen bis zum Bach zu reichen.
Doch ich kann mich auch direkt an den Bach setzen, die Füße reinhängen lassen und sitze immer noch unter der Baumkrone – geschützt, kann den Baum hinter mir immer noch spüren, mit seiner Kraft. Wenn die Zweige nicht die Höhle bilden, kann ich aber auch die Sonne spüren.
Dieser Hügel ist auf einer Seite der Lichtung, so dass ich von dort den großteil der Lichtung sehen kann.
Um die Lichtung herum ist ein dichter Wald, gemischt Laub- und Nadelwald, wobei es manchmal auch ein reiner Nadelwald ist. Er ist wie eine Grenze, ein Schutzwall um diese Lichtung.
Meistens gibt es keine Tiere, keine Vögel oder Schmetterlinge, sondern nur Ruhe, der Wind, das Plätschern des Wassers.
Schlechtes oder Negatives kann ich auf abgefallenes Laub setzen (dazu sind die Blätter manchmal auch etwas größer) oder auf Rindenstücke und mit dem Wasser davonschwimmen lassen. Das mit den Wolken die vorbeiziehen war nie meins, aber es den Bach runterschicken – das klappt meistens.
Der Baum wurde zunehmend auch “aktiver” – ähnlich wie das Turmzimmer, auch wenn es da oft auch die Weisheit ist, die im Vordergrund steht. Er ist so unendlich alt und ist irgendwie für mich der alte Weise, den man Fragen kann, der mir zeigen kann, welche Entscheidung für mich die richtige ist – tief in mir.
Es war anfangs nur ein Ort zum Auftanken und Ruhe finden, mich wieder spüren, mittlerweile ist es ein Ort an dem Gefühle sein dürfen, fließen können.
Bevor es in dem Trouble grade untergeht, möchte ich für mich eine Veränderung im Turmzimmer notieren.
Nach wie vor ist es fester und wichtiger Bestandteil der EMDR-Arbeit. Wir starten dort und wenn nötig und möglich, beenden wir auch dort.
Die letzten Wochen fiel es schwerer “rein” zu kommen, die Außengeräusche lenkten zu sehr ab, auch morgens.
Wenn ich dann drin war, war es zunehmend auch so, dass das Turmzimmer eine Art “Persönlichkeit” besass, wie ein Freund oder Helfer, so dass ich letzte Woche, als es schwierig war, das Turmzimmer auch um Hilfe bat. Es sollte mir doch helfen “rein” zu kommen, die Außenwelt rauszusperren, damit ich die Sicherheit und Geborgenheit fühlen kann.
Es hat funktioniert.
Dabei fiel auf, dass es wirklich auch als Helfer fungiert – wie eine Person – auch wenn nicht recht klar war wie oder was.
Der Raum ist “aktiver” geworden, als würde er mich umarmen.
Gestern hatte ich teilweise das Gefühl, dass es ein Zusammenspiel mehrerer Helfer ist, wobei manche eben für mich greifbarer und deutlich, die anderen für mich eher nicht präsent. Als wären die Steine, aus der die Wand besteht und die Holzdielen des Bodens je ein Helfer und in der Gesamtheit bieten sie eine Gruppe, die mich schützt und mir die Geborgenheit und Sicherheit bietet.
Bisher war es immer eher eine “Stimme” oder “Persönlichkeit”, doch gestern gingen mir zwei Namen durch den Kopf. Namen die mir nicht fremd sind, die als ich damals einen Namen für den Helfer suchte dabei waren.
Zu Hause hab ich nochmal nach deren Bedeutung gesehen:
- das Gute festhaltend, Inhaber des Guten und
- der Erbetene
sehr passend – wie ich finde.
Auch die Aufteilung war irgendwie klar, auch wenn sie für mich noch nicht recht fassbar ist oder deutlich, es war klar, dass sie für unterschiedliches “zuständig” sind, das doch oft zusammengehört und damit trotzdem eine Einheit bildet.
Einer ist mehr für Schutz, “Boden unter den Füßen”, Stabilität zuständig, der andere mehr für Unterstützung, Mut, ein direkteres “ich bin da und helfe dir”. Einer der sich mehr vor mich stellt und mir beim sicheren Stand finden hilft, wenn ich wanke und einer, der hinter mir steht, damit ich einerseits nicht immer zurückweichen kann, aber auch eine Art Halt im Rücken um den Mut zu finden hinzuschauen, mich den Dingen zu stellen, aber auch ein Rückhalt gegenüber den Abgründen, Menschen und Dingen denen ich mich stellen muss.
Vielleicht gibt es auch nur die zwei und es sind gar nicht mehr – einer eher die Wand, der andere eher der Boden – Stein und Holz.
Schon früher war es so, dass beim “begreifen” (beim Ankommen muss ich immer mit der Hand auch über Wand oder Boden streichen, es fühlen – um anzukommen) mal eher die Wand wichtig war und mal mehr der Boden, dass ich eher über die Steine strich und mal eher über das Holz. Zwar immer beides zum Ankommen, doch dann angekommen, war es meist nur eines der beiden.
Hingegen ist der Helfer von damals irgendwie in der Versenkung verschwunden, es passte nicht mehr, war irgendwie nicht “richtig”, vielleicht brauche ich es so “abstrakt” – beim sicheren Ort (dazu gibt es gleich einen eigenen Eintrag, weil ich grad festgestellt hab, dass es dazu noch nichts gibt) ist es der Baum, der der Helfer ist.
Ich glaube jeder hat Dinge in seinem Leben getan, auf die er nicht grade stolz ist. Wir sind Menschen, es gehört zum Leben dazu.
Aber es gibt da eine Grenze, die nicht überschritten werden sollte – und damit wird es schwammig.
Mir geht es grad nicht sehr gut. Ich hab etwas herausgefunden, was ich ehrlichgesagt lieber nicht wissen hätte wollen.
Für mich spielt es da keine Rolle, dass ich selbst noch ein Kind oder Jugendliche war und gar nicht weiter gedacht habe.
Gestern kam ich aus dem selbst-zerfleischen nicht raus – und ich bin richtig gut darin, aber das wusste ich schon vorher.
Mir ist auch klar, dass es keinen Sinn macht mich da heute so mit fertig zu machen. Doch das Aussteigen fällt mir schwer.
Alte Mechanismen greifen, das “du bist es nicht wert”, “du hast kein Recht” usw. Dinge, die mir jahrzehntelang eingebleut worden sind, die ich sehr sehr mühsam in der Therapie aufgedröselt habe um sie mal hinterfragen zu können – und schlussendlich zu sehen, dass es vielleicht nicht so ist.
Und in einem Moment ist das alles wieder weg und das Alte hat mich wieder fest im Griff.
Ich finde das erschreckend.
Es wird das Thema der nächsten Theratermine sein, ich werde mir den Mist den ich gebaut hab genau anschauen – und versuchen auch das wahrzunehmen was hinter dem Selbsthass steht. Allerdings hab ich noch keine Ahnung wie das gehen soll, aber dafür gibt es ja Therapeuten.
Ich kann grad nicht sehen ob ich mich in Täterintrojekten verheddert habe oder es wirklich “berechtigt” ist. Dass es keine Unterscheidung mehr zwischen “nicht so schlimm” und “schlimm” gibt (was sonst eher an einem “hab niemanden geschadet” und “hab jemanden geschadet” festgemacht war), weißt eher darauf hin, dass da Widersacher am Werk sind.
Erstmal hat es mir einfach den Boden unter den Füßen weggezogen.
Fast jeder der Skillstraining macht, hat schon mal die Frage gehört, was denn so schwer sei, sich was Gutes zu tun – sie wären doch so froh, wenn sie die Zeit dafür hätten einfach mal das zu tun was ihnen gut tut. Oder das obligatorische “was machst du eigentlich den ganzen Tag? Wovon bist du müde?”
Aber wenn man sich selbst hasst ist das schwierig – da wird verlangt, dass du deinem größten Feind Gutes tust – und das nicht nur so, sondern mit Freude und jeden Tag aufs Neue.
Die letzten Jahre klappte das gut – es war nicht mehr nur der Feind dem ich was Gutes tun musste, sondern es wurde fast Freundschaft daraus.
Doch jetzt sitz ich wieder da – und merke, dass ich es gar nicht mehr gewohnt bin, dass “dem Feind Gutes tun” – dass es eigentlich kein Feind mehr war und jetzt plötzlich wieder ist und ich da stehe und sich alles in mir sträubt dem auch nur ansatzweise was Neutrales zu geben, denn eigentlich will ich nur alles Schlechte da hin geben.
Skills greifen immer noch – jetzt ist es eher ein sich überwinden müssen sie auch einzusetzen, damit zu arbeiten. Denn dem steht ein ständiges “nicht verdient” entgegen.
Und schon steck ich wieder mitten drin – in dem Kampf – warum wunder ich mich also abends und frag mich selbst: “Wovon bist du eigentlich so müde? Hast ja den ganzen Tag nichts getan!”
Man verliert
die meiste Zeit damit,
dass man Zeit gewinnen will.
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