dies und das

Morgens um acht ging es mit dem Zusatzstunden-Betreuer los. Rezepte einsammeln und ein kleiner Einkauf. Er ist ja ein netter Kerl, aber Wohnung geht gar nicht mit ihm.

Auf dem Rückweg lösten wir gleich die Rezepte ein.

Direkt danach kam der Junior, der heute bei mir war. War sehr nett und gemütlich. Ich hab ihn gerne um mich.

Nachmittags brachte ich ihn dann wieder nach Hause und es ging für mich weiter zu K.

War heute auch ok, aber ich merke, dass ich deutlich weniger Geduld habe.

Heute kam der erste Teil der Katzen-Kram-Lieferung an – inkl. eines neuen Intelligenz-Futter-Zeugs, das hatte ich schon mal, damals wurde es völlig ignoriert. Interessanterweise war dann der Bonsai-Tiger über eine halbe Stunde damit beschäftigt, der sonst immer schnell aufgibt.

Hat sich also auf jeden Fall gelohnt. Musste nur andere Leckerchen besorgen – zum einen vertragen die beide, zum anderen sind die groß genug, dass sich die nicht im Schiebemechanismus verkeilen – was für alle sehr frustig ist, weil man dann nicht mehr rankommt. Also eine weitere Bestellung nachgeschickt.

Psychisch  ist es für die Umstände ganz gut, ich merke ich bin etwas angegriffen, schneller an der Grenze, weniger geduldig oder belastbar, aber es ist besser als letzte Woche.

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Thera heute

Manchmal möchte ich einfach nur hinschmeissen.

Geplant war, dass wir heute weitermachen mit der Traumaexposition. Das klappte nicht so wirklich wie geplant, weil ich immer „rausflog“.

Vor allem war da Angst. Angst vor diesem unsäglichen Schmerz, der mich das letzte Mal rauswarf. Ein körperlicher Schmerz, der die Luft zum Atmen nimmt, Sterne vor die Augen zaubert und Übelkeit auslöst. Schmerz, der zeitweise nur noch schwarz sehen lässt, so dass ich froh sein konnte zu sitzen/liegen um nicht umzukippen.

Ich bin Schmerz gewohnt – bin seit über 20 Jahren Schmerzpatientin mit nicht einer schmerzfreien Minute. Schmerz gehört dazu und ich kann gut damit umgehen. Ich nehme ihn oft erst war, wenn er wirklich schlimm wird.

Aber dieser Schmerz – da waren mir die heftigen Zahn- oder Nierenschmerzen deutlich lieber.

Dieser Schmerz gehört in die Vergangenheit. Knapp 40 Jahre in die Vergangenheit, 37 oder 38 Jahre – wenn es genauer sein soll.

Er gehört in eine bestimmte Situation. Ist zuordnenbar. Und doch ist er manchmal auch heute noch da.

Die letzte Woche häufiger – entsprechend hatte ich heute Angst – Angst vor diesem Schmerz, diesem Gefühl dass alles innehält, keine Bewegung mehr möglich, keine Luft mehr holen zu können, weil jede Bewegung es schlimmer machen könnte.

Und es war diese Angst, die es heute schwer machte einzusteigen. Es gelang auch nicht wirklich – nicht so wie geplant.

Nach einigen Fehlversuchen landeten wir wo anders. Auslöser auch hier: dieser Schmerz.

Der Schmerz, der sich in der letzten Woche manchmal leicht verändert hat – Körpererinnerung war, die wenig Spiel- oder Interpretationsspielraum ließ – und doch nicht greifbar war. Erst jetzt im danach – kann ich das sehen. Erkennen.

Landete bei einer neuen Situation – einer, die einiges erklärt, anderes mit Fragezeichen versieht. Kann das so sein? Wie verrannt muss jemand sein um das Geschehene so zu interpretieren?

Fragen wirft es auf, der Schmerz tobt und im Vordergrund war Verzweiflung.

Nicht schon wieder eine! Hat das denn nie ein Ende? Wie viele denn noch?

Gemeint sind Situationen. So oft schon hab ich gedacht, viel mehr kanns nicht mehr geben.

Dieses „schon wieder eine!?“ – hat mich ausgehebelt. Eh schon am Limit, eh schon so viele Sitautionen, die grad durcheinanderwirbeln, mich von Flashback über Körpererinnerungen zu Flashback schicken. Eh schon so viele Situationen die alles durcheinander wirbeln. Situationen die noch offen sind.

Und dann das?

Verzweiflung. Zu viel. Ich will das nicht mehr. Halte das nicht mehr aus. Wie viel denn noch? Kann doch alles gar nich sein!

Es ist frustrierend. Und demotivierend. Will doch nur, dass es aufhört. Ist das zu viel verlangt?

Übrig bleibt das Gefühl der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Fast Resignation.

Wird das ganze je ein Ende haben?

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freier Montag

Da der Betreuer heute eine Prüfung hat, fällt der Termin geplant aus. Das bedeutet auch, dass ich heute frei hab.

Also bastelte ich eine Verpackung für meinen Holz-Fidget-Spinner, der immer in meiner Tasche ist und den ich wohl bei einer Aktion zerbrochen hab. Geleimt hab ich ihn schon gestern, aber heute dann versucht eine Verpackung zu erstellen, die nicht viel Platz  braucht und trotzdem etwas mehr Stabilität rein bringt.

Dann hab ich endlich mal eine Tragegurtverlängerung in meine Lieblingstasche eingenäht, dabei die eine Seite auch so weit aufgetrennt und dann fast geschrottet. Jetzt passt es aber und wenn man es nicht weiß, fällt auch der Fehler nicht auf.

Im Endeffekt fehlten mir da ein etwa 10 cm Länge und jetzt hat sie diese und ist damit für mich perfekt.

Auch heute ist der Tag sehr geprägt von auf und ab. Ich bin echt froh, dass morgen wieder Thera ist.

Die ist morgen auch wieder eine Stunde später, von daher werde ich vorher das Fahrrad holen und dann in der Stadt abstellen. Im Moment nutze ich es wenig – einerseits wegen der Handgelenke, aber auch, weil es halt doch zu weit weg steht um den Weg zu Fuß zu schaffen und ich es vor den Terminen nicht holen mag, weil ich nicht völlig verschwitzt dann dort ankommen will.

Wenn es zentraler steht, wird es einfacher.

Heute steht nicht mehr viel an – noch die eine oder andere Folge einer Serie und dann ein Leseabend im vorgewärmten Bett.

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durchwachsen

Die Nacht war ganz ok, zwar sehr häufig wach, aber meist nicht für lange.

Der Tag heute ist sehr durchwachsen, es ist ein auf und ab heute, dass ehrlichgesagt ziemlich schlaucht. Es ist nicht sehr schlecht oder so – nur unberechenbar und anstrengend.

Schon die ganze Woche merke ich, dass sich alte/destruktive Verhaltensmuster eingeschlichen haben.

Zum Beispiel mein Essverhalten. Gar nicht so sehr, dass es nur ungesundes Zeug ist – es ist viel Obst und Gemüse, aber durchaus auch Süßkram, doch das wäre soweit im Rahmen. Problematischer sehe ich die Tatsache, dass ich eigentlich ständig irgendwas esse. Da ist es dann auch egal, dass es halt meistens Obst ist, es gibt einfach nicht mehr so richtige Hauptmahlzeiten, da ich da dann natürlich keinen Hunger mehr hab.

Noch ist das – zumindest kalorientechnisch – kein Problem, aber dass ich Schwierigkeiten habe, das zu ändern, ist eins.

Ich weiß den Grund und auch was ich damit kompensiere – oder zumindest zu komensieren versuche.

Es ist das erste Mal, dass die Traumaexposition so massiv nachwirkt. Mir ist aber auch klar, dass wir nächsten Dienstag zwar weiter machen können, es da aber sicher noch nicht abgeschlossen kriegen. Das wird noch etwas dauern.

Vor allem, weil ich fürchte, dass es erst dann wirklich abgeschlossen werden kann, wenn ich es schaffe, auch die Gefühle und Tränen, die dadurch ausgelöst werden, irgendwie nach außen zu kanalisieren.

Immerhin schaffe ich es, mich nicht in Täterintrojekten zu verlieren und darüber hinaus sogar gut für mich zu sorgen (vom Essen mal abgesehen).

Heute steht nicht mehr viel auf dem Plan. Da ich gestern dann doch nicht die restliche Suppe gegessen habe, wird es die heute Abend geben.

Bis dahin werde ich noch den einen oder anderen Testbericht fertig stellen und noch etwas fern sehen und am Abend  mal wieder etwas länger lesen.

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Samstag

Vormittags war Betreuungstermin – wir kämpfen immer noch mit der Insektenschutztür, aber ich denke nächsten Samstag bekommen wir sie fertig.

Nebenher die Wohnung gemacht.

Nachdem wir so lange in der Kälte auf dem Balkon standen, war mir nach einer Suppe  und entschied mich für eine Kartoffelsuppe – hab ich schon lang nicht mehr gemacht.

Während die Suppe köchelte, machte ich mein Sportprogramm und nach dem Essen, machte ich es mir mit den Bonsai-Tigern in der Hängematte gemütlich.

Wenns kalt ist, sind die immer sehr kuschelbedürftig, was mir da meist entgegenkommt – so brauch ich keine Wärmflasche.

Gleich gibt es noch eine Folge einer Serie und dann werde ich mich mit dem Rest der Suppe und einem guten Buch ins vorgewärmte Bett verkriechen.

Insgesamt ist es heute einer der besseren Tag – für die Umstände sogar gut.

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wie es ist

Termin mit dem Zusatzstunden-Betreuer war dann soweit ok – bis zum Schluss. Da bot er an in Zukunft die Urlaubsvertretungen zu machen. Immerhin hab ich es geschafft zu sagen, dass das aktuell für mich nicht geht, weil ich ihn nicht in die Wohnung lassen kann – was bei Urlaubsvertretung aber unabdinbar wäre.

Muss da morgen unbedingt mit meinem Betreuer reden, wann er Urlaub hat.

Ansonsten ist es gemischt. Ablenken klappt wieder deutlich besser, aber es ist immer noch schnell alles zu viel und sehr sehr viel Unruhe da, nach wie vor auch körperliche Reaktionen und deutlich mehr Triggerreize als gewohnt.

Manches lass ich jetzt einfach mal wie es ist.

Was aber auch immer deutlicher wird: es geht darum da jetzt dran zu bleiben, weiter zu machen, eben nicht wieder weit wegschieben (was grad eh nicht klappt).

Es ist anstrengend und mühsam und ja es geht mir nicht gut – aber – und das ist das Wichtigste! – es ist – machbar.

Zur Belohnung gab es heute Kirschen und Erdbeeren, letzteres gab es in letzter Zeit häufiger, ersteres ist sehr selten, weil einfach zu teuer. Aber aktuell bei Kaufland im Angebot und bezahlbar.

Was wieder super klappt ist das mit dem Sport. Das ist die letzten Wochen nicht weggefallen, aber doch etwas runtergefahren, da ich ja zeitweise nicht hier war und viel Zeit mit dem Junior verbracht hab. Da wollte ich dann auch nicht rumhampeln oder so.

Ich hatte erst etwas Angst, dass das wieder in die Regelmäßigkeit kommen schwierig werden könnte, aber im Endeffekt ist das grad wieder eher ein Ventil, mit dem ich die Unruhe kurze Zeit in den Griff krieg.

Heute noch etwas fernsehen und dann mal schauen. Hab versehentlich eine Pizza aufgetaut (vergessen wieder in die Tiefkühle zu packen nach dem Umräumen darin) und entweder gibt es die heute Abend oder morgen Mittag.

Abends noch etwas lesen und dann hoffentlich auch einigermaßen schlafen.

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Pokémon

Ich spiele immer noch Pokémon GO.

Seit Neuestem kann man sich mit Freunden verbinden und unter anderem Geschenke tauschen usw.

Wer also will – hier mein Trainercode – würde mich sehr freuen:

 

 

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donnerstags

Der Vormittag war im Rahmen, die Nacht ebenfalls, sehr müde aufgestanden und irgendwie brauchte ich heute sehr sehr lange um einigermaßen wach zu werden.

Aber ich hatte ja Zeit.

Dann etwas genervt hin und her geschrieben bezüglich einer Kleinanzeige. Die werte Dame hat mich gestern schon etwas genervt und heute morgen wohl so lange ihren Schwiegervater, bis dieser bereit war, sofort loszufahren um den Laptoptisch abzuholen. Nur dass er dachte es sei ein normaler Tisch.

Dann wurde ich eingesammelt – ich wollte mich mit MissMutig treffen und hatte einen Termin beim Ersatzther Das Treffen verschoben wir dann kurzfristig auf nach dem Termin, denn da hatte ich eh eine knappe Stunde Luft.

Das Treffen mit MissMutig war dann – wie immer – gut.

Direkt danach ging es zu K.

Doch auf der Fahrt fiel mir auf, dass die Fitnessuhr weg war. Panik, zurückfahren, MissMutig bitten doch schon mal zu schauen ob sie sie findet (immerhin war das Zeitfenster, in dem ich sie verloren hatte sehr klein) und also wir dort wieder ankamen, lief sie mir schon mit der Uhr entgegen.

Ich war unendlich erleichtert, trotzdem dauerte es, bis sich der Puls wieder etwas beruhigte.

Bei K. dann war es ganz ok, aber ich merkte, dass ich halt angeschlagen bin – weniger konzentriert, ungeduldig und sehr sehr müde.

Zuhause dann erstmal auf den Crosstrainer, danach was zu Essen machen und da ich die Uhr ein weiteres Mal verlor, machte ich mich auf die Suche nach einem Ersatzband. Denn das aktuelle löste sich bei geringem Druck.

Wirklich was gefunden hab ich nicht – bei allen ist irgendwie häufiger ein Kommentar, dass sich das Armband löst. Allerdings kannte ich das ja anders – ich musste eher Gewalt anwenden (und Tricks) um es gelöst zu kriegen – warum also löst es sich jetzt immer von selbst?

Bisschen rumprobiert und auf gut Glück versucht mit Hebelwirkung da etwas mehr Festigkeit zu erreichen und nachdem ich einen Eisstiel in eine Lücke drückte, macht es schnapp – und das Band sitzt wieder bombenfest.

Mal schauen für wie lange.

Für morgen noch den Einkaufszettel fertig gestellt (da ich den Zusatzbetreuer nicht in die Wohnung lassen kann, mir sonst nichts einfällt, wird es halt wieder Einkauf werden – oder Einkaufstraining – wobei er es mir aktuell eher erschwert, da muss ich morgen nochmal mit ihm reden) und vormittags muss ich nochmal zur Bank. Außerdem möchte ich ja das Fahrrad in der Stadt abstellen und theoretisch müsste ich mich um 2 Rezepte kümmern.

Heute werde ich nur noch die aktuelle Folge fertig schauen und dann mal schauen ob ich es diese Nacht ohne medikamentöser Hilfe zu Schlaf bringe.

Insgesamt ist es etwas besser als gestern. Zumindest gibt es wieder bessere Phasen. Trotzdem hab ich schnell meine Grenzen erreicht. Und zwischendrin ist es immer wieder mal auch gar nicht gut.

Es arbeitet und werkelt und ehrlichgesagt hoffe ich, dass der nächste Dienstag bald da ist.

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Nachwehen

Heute ist kein guter Tag. Die Nacht war – dank medikamentöser Hilfe – ok. Auch sonst komm ich mit Flashbacks und Körpererinnerungen ganz gut klar. Selbst die Täterintrojekte sind einigermaßen im Griff.

Aber Kleinigkeiten reichen, um das Gefühl totaler Überforderung aus zu lösen. Nicht körperlich – da bin ich fit, aber psychisch.

Immer wieder schießen Tränen in die Augen – ohne erkennbaren Grund, aber meist, weil ich grad irgendwas tun will, soll, eine Anforderung da ist.

„Du gefällst mir heute nicht. Gar nicht!“ sagt der Physiotherapeut zu mir. So sichtbar also. „Bin nur müde, geschafft“ antworte ich.

Wenn er es schon sieht, muss es deutlich sein. Das will ich nicht.

Etwas später – Panikattacke de luxe während einer Übung. Nicht versteckbar, kein funktionieren – wobei – doch irgendwie ja schon. Konnte kommunizieren, dass er mich bitte grad nicht anfassen und mich einfach in Ruhe lassen soll.

Er entschuldigt sich – für die Übung. Sagt, dass wir die nicht mehr machen werden – dabei ging es darum gar nicht.

Wieder zu Hause erstmal eine Nachricht an den Betreuer geschickt – eine Vorwarnung, weil es mir nicht gut geht, ich nicht einschätzen kann, wie ich reagiere und eben sehr sehr schnell überfordert bin. Viele Dinge triggern, die sonst kein Problem (mehr) sind.

Stundenlang überlegt, ob ich eine mail an den Thera schicken soll. Aber im Endeffekt kann er nichts tun. Ich will keinen Zusatztermin – weil es nicht darum geht das jetzt wegzupacken oder so. Es geht darum das jetzt durchzustehen, dran zu bleiben. Nur so, wird sich etwas ändern.

Was also schreiben? Dass es mir nicht gut geht? Wozu – er kann grad nichts tun, es gibt nichts, was ich von ihm möchte.

Vielleicht wäre es sinnvoll früher weiter zu machen, nicht erst nächsten Dienstag – aber ganz ehrlich – zum einen ist es nahezu unmöglich einen Doppeltermin dazwischen zu schieben und zum anderen bin ich nicht sicher ob das gut wäre. Ob diese Woche dazwischen nicht besser ist.

Zumal ich ja weiß – ich würde dort sitzen und in  Tränen und Gefühlen ertrinken, die sowieso keinen Weg nach draußen finden. Nicht dürfen.

Nicht mal weil die Tränen nicht dürfen oder die Gefühle, sondern die Intensität. Dass es nicht bei Tränen bliebe, Geräusche aber nach wie vor ein no-go sind. Immer noch zu viel Macht bei den Täterintrojekten und  an diesem Punkt sehr sehr weit weg davon denen was entgegensetzen zu können.

Also schreib ich erst gar keine Mail.

Es ist mühsam und anstrengend, aber für die Umstände ist es immer noch ok, nichts kritisch oder so. Weit weg von gut, aber – machbar.

Wenn die Verzweiflung oder Überforderung fluten, versuche ich mir zu sagen: Atmen. Du musst nichts weiter als Atmen. Es ist nur ein Moment, ein Moment der wieder vergeht.

Die einzige Anforderung ist: Atmen. Aufs Ausatmen konzentrieren.

Das klappt mal schneller, mal braucht es länger, aber es funktioniert.

Übrig bleibt einen unfassbare Müdigkeit.

Der Kopf sagt: es ist ok, du leistest grad unglaublich viel, bewusst und vor allem unbewusst. Ankommen tut das nicht. Ich weiß, dass es stimmt, aber es bleibt im Kopf. In einem kleinen Areal dort. Als ginge es mich nicht an. Abstrakt irgendwie. Höre die Worte, aber sie ergeben nicht wirklich Sinn.

Zu sehr anderwertig beschäftigt. Ausgelastet.

Es ist etwas heftiger als erwartet. Aber es ist jetzt nicht groß überraschend.

Selbstfürsorge wird schwieriger. Das Entwerten und Niedermachen wieder mehr. Oder vielleicht nicht mehr, aber ich bekomme es weniger abgeblockt.

Es ist nicht laut und polternd, sondern leise, schleicht sich an, schleicht sich ein.

Amten. Achtsam sein mit mir. Geduldig sein mit mir. Letzeres fällt schwer.

Es wird werden. Irgendwie und irgendwann wird es werden.

Nachtrag: bin so froh und dankbar, dass ich einen Betreuer habe, der damit umgehen kann. Der weiß, wann er was sagen oder schweigen soll, der es nicht schwieriger, sondern einfacher macht. Er hat ein unglaubliches Gespür dafür was grad notwendig ist. Dafür bin ich sehr dankbar.

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Thera heute

Für heute hatten wir eine Traumaexposition geplant.

Es ist nicht die erste und es hat Jahre gebraucht um an den Punkt zu kommen, dass das auch ambulant machbar war. Genug Stabilität da, genug Vertrauen in die Skills, Skill, die auch wirklich greifen, damit es eben nicht kritisch wird.

Dennoch gibt es natürlich auch dafür eine Absicherung. Ein melden können.

Sonst würde ich mich nicht drauf einlassen.

Die Situation um die es gehen sollte/musste, war auch klar. Seit Wochen taucht sie ständig auf, löst sie Flashbacks und Körpererinnerungen aus, schränkt den Alltag ein.

Auch wenn mir diese Situation Angst macht – weniger wegen der Situation – da weiß ich mich gut aufgehoben, eher wegen dem Rattenschwanz der dran hängt, die vielen anderen Situationen und Ängste, die dadurch (an-)getriggert werden – inkl. der Angst, dadurch den Thera zu verlieren (weil es schon mal so war).

Das war auch mit das Schwierigste daran bei der Frage und Entscheidung, ob ich das machen möchte und kann.

Ich habe mich dafür entschieden – endgültig erst gestern und auch heute noch einmal sehr sehr bewusst dafür.

Im Vorfeld ging es um einige Vorbereitungen, Versuche verschiedene Anker auch zu gestalten – sei es das Tuch oder der Turm in Sichtweite, ein Stein in der Hand usw.

Zur Situation selbst will ich nichts schreiben. Fertig sind wir damit noch lange nicht, aber ein Anfang ist geschaffen.

Ich bin müde und da die Situation leider viele andere antriggert, grad auch etwas durcheinander. Weil vieles grad nicht sortiert werden kann, sich Situationen mischen usw.

Das war vorher auch klar, weshalb ich mich da auch lange gewehrt habe, mich dieser zu stellen.

Dummerweise ist sie im Alltag schon länger arg präsent und auch klar, dass das, was sie sonst noch so auslöst – eben mit dieser zu tun hat.

Wir haben zwei Durchgänge geschafft – und auch ein einigermaßen runder Abschluss – sofern man das so nennen kann, da natürlich die Situation nicht abgeschlossen ist.

Die Nachwehen sind nicht ohne, aber aktuell aushaltbar. Skills greifen und es gelingt mir achtsam und selbstfürsorglich zu sein. Das ist alles andere als üblich, daher weiß ich das auch sehr zu schätzen.

Die Körpererinnerungen sind da schon schwieriger.

Ich bin alle und werde heute Abend auch nochmal mit Medis nachhelfen um genug Schlaf zu bekommen.

Das Aufschreiben und losschicken half dabei, das was an Situationen/Bildern da ist, wenigstens ein klein wenig zu sortieren und in den Hintergrund zu rücken.

Wie heißt es in der Internet-Szene so schön: don’t feed the troll. Ich übertrage das jetzt einfach mal auf meine Täterintrojekte (ist ja immer leichter gesagt als getan – leider).

Jetzt geht es darum zu schauen was mir gut tut und mich darauf zu konzentrieren. Das ist meine einzige Aufgabe heute noch: mir Gutes tun, Dinge gönnen, die ich mir sonst eben verkneife.

Wie Erdbeeren. Mit Zucker. UND Sahne auch noch und wenn ich dann noch Lust habe, gibt es auch noch ein Eis. Oder die Küche Küche sein lassen und eingekuschelt mit den Bonsai-Tigern kuscheln. Oder einfach die Welt, Welt sein lassen und aussperren. Bei mir  bleiben oder in die Fantasie flüchten.

Heute geht es nicht mehr um Vernunft oder Disziplin. Heute geht es nur noch um mir Gutes tun, verwöhnen, wohlfühlen. Auch wenn ich das vielleicht gar nicht so wahrnehmen kann.

Es gibt heute kein Muss mehr – aber jede Menge dürfen.

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