Freitag

Mundschutz genäht.  Ich weiß zwar nicht, ob ich ihn dann wirklich tragen werde, aber immerhin wären jetzt zwei da.

Dabei mit der Schere in den Finger geschnitten, das erst heftig blutete (und dafür spürte ich nichts) und jetzt nicht mehr und dafür tut es weh. Ähm. Ja. Kleinkram, der halt grad beim Tippen nervt.

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Ich hab ziemlich an den Krücken zu knabbern. Es ist wie ein riesiger Rückschlag, dabei ist das verzerrte Wahrnehmung. Doch das warum ist im Endeffekt auch egal – ich hader ziemlich mit der Situation.

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Mach mir etwas Sorgen um R. Sie wird nächste Woche aus der Reha entlassen, ist alles andere als fit, Risikopatientin, lebt allein und wird dennoch nicht zu Hause bleiben – auch weil es bei manchen Sachen nicht anders geht.

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Viel Bonsai-Tiger-Kuscheln, vor allem mit dem Wirbelwind, was ich sehr genieße.

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Seit dem Absetzen des einen Medikamentes geht es mir nicht wirklich gut. Kann da kaum den nächsten Termin in der Endokrinologie erwarten, weil sich da dringend was ändern muss. Die Auswirkungen sind jetzt schon mehr als nur ungut für mich. Nichts Lebensgefährliches oder so – aber es macht den Alltag deutlich schwerer.

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Stimmungstechnisch ist heute ein trüberer Tag. Kein schlechter, nur halt eher – mühsamer.

Aber der Tag ist auch bald zu Ende und morgen ist dann ein neuer Tag.

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dies und das

Das Rad ist hier! Ich  bin wirklich sehr froh darüber und unendlich dankbar. Muss mir da noch etwas für die junge Dame einfallen lassen – als Dankeschön.

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Angsttrainin Einkauf (ok der war eh nötig) – es war – interessant. Die Leute sind entweder sehr geduldig, achten auf andere und lächeln einen auch an – oder es interessiert sie gar nicht und rempeln und hetzen.

An der Kasse angemacht worden, weil ich bar bezahle. Tja – erstens wird mir der Nachbar nicht seine Karte mit Pin mitgeben, zweitens hat der andere und ich selbst gar keine Karte mit der ich zahlen könnte. Ich verstehe da durchaus das Problem, aber es lässt sich halt nicht umsetzen. Es ist wie es ist.

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Der Heuschnupfen fängt an. Und ja – ich überlege ernsthaft mir einen ergonomischen Mundschutz nähen zu lassen (selbst trau ich mich da nicht ran, hab zwar das Schnittmuster und Anleitung, aber es erscheint mir dann für mich „bin ja froh, wenn ich mal Naht einigermaßen hinkrieg“-Näher dann doch etwas – schwierig). Aber wer weiß, vielleicht probier ich es ja doch – Beschäftigungstherapie oder so.

Grund für mich eher, weil ich dann halt auch mal niese oder hüstel und keine Angst verbreiten will. Wäre für mich dann eh nur für den Einkauf und vor allem dann für die Übergabe der Einkäufe.

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Außerdem wurde klar, dass das mit den SmartCrutch auf der Prioritätenliste nach oben gerutscht ist. Denn die Handgelenke finden die Unterarmgehhilfen/Krücken zum streiken – mit den Schienen geht es grade so, aber sie sind dann arg beleidigt und nichts geht mehr.  Auf Dauer wird das nicht gut gehen.

Aber ich hab da vermutlich auch eine Lösung gefunden, so dass ich die nächste Woche vielleicht bestellen kann.

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Wohnungstermin mit dem Betreuer. Uff.

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Insgesamt war es heute defintiv zu viel (körperlich), trotzdem war es heute ein guter Tag. Das Rad ist hier!

 

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frustrierend

Heute war ein sehr frustrierender Tag. Wobei es sich schon seit einiger Zeit abzeichnete, aber bisher war es halt ein „kurz davor“.

Vor einigen Jahren war ich auf Krücken angewiesen. Jahrelange Physiotherapie und viel harte Arbeit führten dann dazu, dass ich diese immer weniger brauchte und schlussendlich endgültig wegpacken konnte.

Tja – heute war ich unterwegs – und wir reden von grad mal 300-400m. Die letzten 100 waren kaum mehr schaffbar. Schmerztechnisch.

Hauptgründe sind sicher das Gewicht und dass es grad eh schwieriger ist. Der Rücken ist schon seit ner Weile mehr als nur am motzen, länger stehen (und ich rede da auch nur von wenigen Minuten) geht schon länger nicht mehr, gehen wurde zunehmend schwieriger, ich brauchte halt mehr Pausen (sprich Möglichkeit mich hinzusetzen) und dann gings weiter. Auch am Crosstrainer merkte ich das – Rad ging dafür besser. Dazu kommt, dass die angeschlagenen Gelenke in den letzten Jahren ja auch nicht besser wurden.

Heute kam ich fast nicht nach Hause. Ich musste mich übergeben und mir war mehr als schwummrig und ich erreichte nur sehr mühsam einen Stuhl, der bei uns vor der Tür steht. Ohne wäre ich die Treppen nicht mehr hoch gekommen. Irgendwann war das Sichtfeld wieder klar, die Übelkeit ging zurück und ich konnte dann hochgehen.

Nun denn. Das was ich seit Tagen vor mir herschob – mal schauen wo ich eigentlich die Krücken verräumt hab und vor allem, ob da noch welche von nutzbar sind (die Puffer sollten damals schon erneuert werden und durch das lange in der Garage stehen, sind die eh schon arg genutzten nun wirklich nicht mehr gut in Schuss, die Griffe teilweise wohl von Mäusen abgefressen, die Puffer alle hinüber (bröselig), Griffpolster und Co hinüber).

Alles kein Drama. Neue würde ich verordnet kriegen, aber ich nutz eh so rutschfeste Puffer und so hab ich die jetzt halt notgedrungen bestellt (wann sind die denn so teuer geworden?) und ein Paar Krücken ist soweit noch in Ordnung (das andere ist auch nur optisch schlimm, stützen tun die aber auch noch).

Vor allem ist eh unklar, wie ich das mit den kaputten Handgelenken hinbekommen soll – rechts ist ja aktuell wieder mit Schiene, links zickt auch schon, von daher muss ich wohl zeitnah eh auf  welche umstellen, bei denen das Handgelenk geschont wird. Die werden wiederum eh nicht übernommen und von daher bringt mir die  Verordnung sowieso gar nichts.

Wann ich das mit den handgelenkschonenen hinbekomme ist auch unklar – die günstigsten sind mit knapp 100 Euro  jetzt auch nicht mal eben so drin – zumal ja noch die Medis der Bonsai-Tiger bezahlt werden wollen. Trotzdem werde ich schauen müssen, dass sich das bis Mai irgendwie regeln lässt, weil die Handgelenke das einfach nicht mehr mitmachen.

Außerdem hoffe ich natürlich, dass es nur für den Übergang ist und nicht wieder wie damals sich über viele Jahre zieht (8 waren es damals glaub ich).

Wird alles werden.

Frustig ist für mich nur, dass es halt wieder auf Krücken hinausläuft. Das schränkt natürlich die Mobilität wieder sehr ein (was sich hoffentlich über Rad wieder ausgleichen lässt).

Mit etwas Glück bringt mir morgen jemand das Rad, dann kann ich wenigstens hier etwas fahren und das Training weiter führen. Das ist jetzt dringender denn je. Und mit noch etwas mehr Glück wirkt sich das dann auch auf die körperliche Fitness und dem Umgang mit den Schmerzen aus – weil ich da dann halt auch aktiv was tun kann.

Das heute hat mich geschockt. Ich bin froh, dass so wenig Leute unterwegs sind und mich so niemand angesprochen hat als ich da kotzend am Wegesrand stand oder schwankend  durch die Gegend stolperte. Und dass dieser Sessel da stand.

Das Gefühl, das nur aus Angst und Schmerz bestand, Angst, es nicht bis nach Hause zu schaffen, zu merken, dass es wirklich Glück ist, wenn ich es bis zum Sessel schaffe – das hat mich ziemlich wach gerüttelt. Dabei war gar nicht im Angst im Vordergrund – ich hatte genug mit trotz Schwindel und Kreislauf aufrecht stehen bleiben, blinzeln, in der Hoffnung, dass das Sichtfeld wenigstens so bleibt, dass ich sehe wo ich bin und beim Kotzen nicht umzufallen und damit dem Hund trotzdem noch die nötige Sicherheit zu geben, dass er nicht panisch wird – genug zu tun.

Jetzt geht es wieder, solange ich nicht stehe oder mehr als ein paar Schritte gehe. Eine Krücke steht bereit, rutschfeste Puffer sind für morgen auf dem Plan, dann hab ich ab morgen auch ein Paar. Eine ist nämlich – schwierig, vor allem weil die dann eben rechts nötig wäre und das ist mit Schiene – schwierig. Aber es geht irgendwie. Gibt schlimmeres.

Außerdem hab ich die ganzen Physioübungen von damals rausgekramt. Wobei die aktuell mehr dazu dienen, dass es nicht weiter verschlechtert, besser wird das damit wohl nicht wirklich.

Es gibt durchaus einen Grund, warum ich seit Jahren Physio habe. Und auch wenn es viel besser wurde, merke ich wenn er in Urlaub ist oder so. Seit  November etwa, hatten wir seltener, es fiel eher mal aus und dann war er im Urlaub und jetzt fällt sie auch aus. Vielleicht hat das das Ganze jetzt einfach gepuscht.

Denn im Raum steht es ja nun schon seit November etwa – aber es ging halt immer wieder irgendwie. Durchaus auch über Grenzen, aber es ging halt.

Heute dann eben nicht mehr. In so einer Situation will ich nie wieder sein – also kommt die Krücke jetzt wieder mit.

Interessanterweise immer noch mit dem selben Hass wie vor Jahren – das war immer so ein blödes Teil, mit dem man sich dann halt arrangiert hat. Und das muss ich halt wieder.

Die kaputten Handgelenke machen es schwerer – das war damals zwar auch schmerzhaft, aber klappte noch gut. Das operierte ist auch etwas besser als das andere. Aber auch dafür gibt es dann in einigen Wochen hoffentlich Abhilfe.

Es gibt einen Plan, es gibt Möglichkeiten, es ist ein Umstellen, aber es wird werden. Wie ich die Teile am Rad befestige muss ich auch noch überlegen.

Beschäftigungstherapie oder so.

Ansonsten: psychisch etwas geknickt wegen der Sache, aber sonst immer noch im grünen Bereich. Muss halt wieder mehr auf den Körper (bzw die Schmerzen) hören und endlich wieder anfangen anständiges Schmerzmanagement zu betreiben (alles jenseits von Medis, da will ich noch nicht erhöhen).#

Es ist wie es ist – und es wird schon werden!

 

 

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Dienstag

Tierarzt für morgen ist jetzt abgesagt – ich bin froh, dass meine Tierärztin da auch so pragmatisch ist.

Betreuung werden wir auf zwei Termine die Woche reduzieren – damit einfach die Kontakte minimiert werden.

Ich hab über Corona-Hilfe die Anfrage erstellt, ob mir jemand das Dreirad zu mir nach Hause bringen könnte. Allein schaffe ich das einfach nicht und ich hab ja keine Möglichkeit zum Rad zu kommen. Daher hoffe ich, dass sich jemand findet, der es entweder hochfährt oder einen Anhänger/Lieferwagen hat und wir es so irgendwie zu mir bekommen.

Denn das ist tatsächlich die größte Angst von mir – dass mir da wieder sehr wertvolle Trainingszeit flöten geht und ich es bis August dann nicht schaffen kann.

Ich hoffe sehr, dass sich da jemand oder eine Lösung findet. Es würde im Prinzip die Probleme hier alle lösen (das nicht so rausgehen können, das Wegfallen des Radtrainings, Schwierigkeiten mit dem Sport/Bewegung). Mal schauen.

Ansonsten immer noch alles im grünen Bereich.

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Wochenstart

Der sich gar nicht so anfühlt – weil irgendwie ja eh kaum was statt findet.

Betreuung findet statt – mit Mindestabstand usw. Das ist bei Wohnungsterminen nicht so schwierig – wir teilen uns halt auf, trotzdem ist es irgendwie – komisch.

Auf die Rückmeldung der Tierärztin warte ich noch – wegen Termin am Mittwoch.  Kleiner Einkauf wäre auch nötig, aber nur, wenn wir eh unterwegs sind.

Ansonsten geht es zu Hause immer noch erstaunlich gut. Kurze Anflüge von „Decke auf dem Kopf“ lassen sich gut und schnell wieder vertreiben, in dem ich halt male, stricke, die Bonsai-Tiger bespaße oder sonst was.

Da zicken allerdings mittlerweile auch die Handgelenke, so dass ich das etwas achtsam einsetzen muss.

Die Bonsai-Tiger sind eher irritiert, weil ich ständig in „ihrer“ Wohnung rumgeister. Aber da es heute auch kalt draußen ist, nutzen sie dies auch für ausgiebige Kuscheleinheiten.

Was auf der Strecke bleibt ist grad Bewegung/Sport. Ich überlege ernsthaft das Rad hoch zu holen, was aber bedeutet, dass ich einmal die ganzen Bergfahrten schaffen müsste, was ziemlich unrealistisch ist – und unterstellen ist hier auch ein Problem. Es in Teilstücken zu machen birgt halt das Risiko, dass es dann geklaut wird – denn es gibt keine Möglichkeit das unterwegs irgendwo einigermaßen sicher unter zu stellen – das Gebiet ist halt relativ leer und hat doch einige Fahrradfahrer und Spaziergänger, denen es auffallen würde.

Ich bin froh, dass R. ihre Reha nochmal eine Woche verlängert bekommen hat. Leider wird es nicht länger möglich sein, dabei wäre es für sie so wichtig. Aber immerhin – die nächste Woche ist noch geregelt.

 

 

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Dankbar

Ich weiß nicht genau, aber meistens ist es in schwierigeren Zeiten so, dass da immer auch viel Dankbarkeit ist. Für Hilfe und Unterstützung oder das was ich schon erreicht hab oder einfach hab.

Schon seit Jahrzehnten gibt es keinen Abend, an dem ich im Gebet nicht vor allem dankbar bin. Als ich damit vor über 20 Jahren anfing, ging es mir vor allem darum abends einfach mit dem Positiven den Tag zu beenden – am Ende des Gebetes eben auch dankbar zu sein. Und ja – phasenweise musste ich ziemlich suchen um was zu finden, aber es gab keinen einzigen Tag, an dem ich nichts fand (ok dank Tiroler Sturkopf suchte ich auch entsprechend lang).

Nach ner Weile war es für mich so, dass das Abendgebet eben nur noch dem Dank gehörte. Anderes geht auch zu anderen Zeiten und den Tag mit Dank zu beenden – bringt heute Ruhe rein (das war anfangs nicht so, aber mittlerweile sehr).

Heute ist es für mich ganz selbstverständlich.

Und vielleicht wird mir die Schwierigkeit der Situation im Moment vor allem darüber klar – dass da wieder so viel Dankbarkeit ist.

Natürlich auch für das ganz Existenzielle – ich hab ein Dach über dem Kopf, ein Bett, hab es warm, wenn es draußen kalt ist, habe Strom, genug zu essen und trinken, habe Sachen zum anziehen und genug Technik um mich auch gut ablenken zu können. All das ist für mich nicht selbstverständlich.

Ich kenne Zeiten, in denen ich keine Heizung hatte, weil die Gefahr bestand, wenn ich einschlafe wird es sonst gefährlich (kleiner Ölofen mit zu kurzem Kamin, so manches mal flog mir der Deckel vom Ofen um die Ohren oder ich wurde in völlig verqualmten Raum wach), hatte flächendeckend schwarzen Schimmel an feuchten Wänden oder keinen Strom, weil der Vermieter in Urlaub war (und der Sicherungskasten eben bei dem).  Oder dass ich zum Duschen zum Schwimmen fahren musste.

Es gab Zeiten, da hab ich mitten im Winter irgendwo im Wald übernachtet, weil es in der kaputten Wohnung nicht auszuhalten war.

Eine Wohnung zu haben, in der ich mich sicher fühle, in der Herd und Wasser und Strom funktionieren, die für mich wirklich Rückzugsort ist – ist für mich nicht selbstverständlich.

Und ich bin dankbar dafür.

Aber auch für den vielen Luxus, den ich habe. Dinge, die ich nicht mehr missen möchte, aber die eben dennoch Luxus sind. Ein gutes Handy, ein funktionierender Laptop, für unterwegs der mp3-Player oder der Ebook-Reader für mein Abendritual. Aber auch meine Hängematte, meine tolle Matratze, das Wärmeunterbett, die Gewichts-/Therapiedecke oder der Crosstrainer – all das ist da – und manchmal kann ich da mein Glück kaum fassen.

Mag durchaus sein, dass ich mich im Moment so sehr auf die Dinge die gut sind konzentriere, damit ich mich mit dem was nicht gut ist nicht beschäftigen muss. Aber hey – dann ist es so. Mir geht es damit grad gut.

 

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Corona

Ich hab mir heute Gedanken drüber gemacht, was mir – an Materiellem – so wichtig ist. Also welche Dinge ich wirklich regelmäßig nutze und nicht mehr missen möchte.

Der Gedanke kam mir gestern. Da ging es mehr um das Nicht-Materielle. Aber es war auch schnell klar, dass das Aushalten jetzt eben durchaus von so manchem Materiellen abhängt.

Da brachte mich eben auf den Gedanken, welche Dinge mir wertvoll sind. Unabhängig von Corona. Und es wurde wiedermal klar, dass wir hier doch sehr priviligiert sind.

Oder ich zumindest.

Ich hab alles um hier für ne Weile klar zu kommen. Körperlich zumindest. Für die Psyche ist es schwieriger, aber auch da bin ich noch recht gelassen.

Vor Corona hab ich selbst keine Angst. Aber die Angst jemanden damit anzustecken. Das kann ich ja selbst „steuern“.

Da ich eh nicht so viel unter den Leuten bin, fällt mir jetzt das Wegfallen da nicht wirklich schwer.

Schwer fällt das Wegfallen von Struktur – und aktuell auch der Betreuung (eventuell geht die nächste Woche aber weiter, das klärt sich aber erst Montag).

Struktur kann man schaffen für eine gewisse Zeit, ich merke aber, dass ich es in der Wohnung quasi gar nicht mehr hinbekomme und daher auf die Betreuung (und mit ihm dann in der Wohnung wieder Grund reinzukriegen) angewiesen bin. Da ist schon ein einzelner ausgefallener Termin – ein Problem.

Dennoch – noch bin ich da recht entspannt. Natürlich schränkt es mich ein, stellt es mein Leben auf den Kopf und steuert mich auf eine Krise zu. Aber vor noch nicht allzulanger Zeit wäre sowas gar nicht ambulant möglich gewesen, sondern hätte für mich einen stationären Aufenthalt bedeutet – einfach weil ich das alles nicht hinbekommen hätte.

Als ich mir dann überlegt hatte, auf was ich nicht verzichten möchte, wurde mir klar, wie gut ich es eigentlich hab. Weil ich diese Dinge hab. Weil ich Möglichkeiten habe mich abzulenken und vielleicht verschafft es mir auch eine Atempause und eröffnet vielleicht neue Möglichkeiten.

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dies und das

Mittwoch:

Tierklinik. Herzschall. Klinisch sieht es ein klein wenig besser aus, aber das Herz ist halt hinüber. Medis werden nochmal umgestellt, dann nochmal zur Tierärztin und dann kommt wahrscheinlich noch ein Medikament dazu. Nächster Schall in 3 Monaten.

Erschreckend fand ich den Satz: Es kann jederzeit vorbei sein, das Herz das Schlagen einstellen, ein Hund wäre mit diesem Herzen schon längst gestorben, aber Katzen können ja mit vielem recht lange klarkommen – daher kann von sofort zu Ende bis unbekannte Zeit alles sein. Quasi.

Ich weiß, dass es ihr nicht gut geht, dass das Herz massiv geschädigt ist. Aber wenn ich sie dann hier schnurrend liegend sehe oder wie sie den Angeln nachjagt – so lange sie für mich klar signalisiert wie gern sie lebt – werde ich alles tun, damit sie sich wohl fühlt und das weiter tun kann.

Das neue Medikament ist – teuer. Sehr. Aber immerhin über die Tierärztin zu bekommen. Und ich hoffe es hilft.

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Natürlich verstehe ich das zuhause bleiben wegen Corona. Hier sind mittlerweile alle Termine außer die mit dem Therapeuten gestrichen. Betreuung läuft auch – aber etwas eingeschränkt (allerdings eher, weil da die Kindbetreuung organisiert werden muss). Der Rest ist nun endgültig raus.

Morgen hol ich in der Buchbinderei noch etwas Material ab, ohne Kontakt zu Leuten.

Ich glaube für eine gewisse Zeit (2 Wochen oder so) ist es für mich auch gut machbar, danach könnte es – schwierig werden. Aber im Endeffekt muss ich halt einfach schauen und mach mir da noch keinen Kopf.

An Terminen sind dann ja nächste Woche Thera (sofern es da dann noch stattfindet, das ist aktuell unklar und für mich wäre da auch ein Telefontermin denkbar bzw würde ich als sinnvoll erachten, mal schauen ob sich das so regeln lässt) und Tierärztin.  Alles andere ist gestrichen.

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Heute das Türschutzgitter installiert – also im Schlafzimmer. Geplant um dort einen Bereich zu schaffen, in dem die Trulla dann nicht rumwuselt – für Katzenklo, und -Futter und Rückzugsmöglichkeit für die Bonsai-Tiger. Ist zwar noch unklar, ob sie dann überhaupt hier sein wird (auch da ist die Situation ja mehr als turbulent und – zuviel), aber so ist es wenigstens erledigt, denn früher oder später wird sie ja hoffentlich hier auch übernachten.

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In Gedanken sehr viel bei MissMutig und ihrer Familie. Wie viel kann ein Mensch ertragen? Wie lange werden sie noch durchhalten? Ich wünsche ganz viel Kraft und hoffe, dass sie da einigermaßen unbeschadet diese heftige Zeit überstehen.  Würde da so gern eingies abnehmen.

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Der Bruder wohnt ja im Hochrisikogebiet – es geht ihnen soweit gut und ich glaube, die wissen sich auch zu Hause zu beschäftigen. Außerdem sind sie vernünftig – und das beruhigt.

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Dafür Sorge um R. Die soll Ende des Monats aus der Reha entlassen werden und ich weiß nicht, wie das gehen soll. Sie ist Hochrisikopatientin und alt. Und frisch operiert. Und allein zu Hause.   Die Nachbarschaft ähnlich alt. Noch ist sie in der Reha und ich hoffe einfach, dass sie da nochmal verlängert/verlängern kann.

Zumal sie sich ja auch nur ungern helfen lässt.

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Donnerstag: kurz die Sachen in der leeren Buchbinderei abgeholt. Die wird wohl länger ausfallen.

Viel mehr wird heute nicht passieren.

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Montag

Buchbinderei war heute sehr strange.  Man merkt die allgemeine Verunsicherung bezüglich Corona doch deutlich.

Für mich hab ich schon vor Tagen entschieden, dass ich nur die Termine wahrnehme, bei denen ein 2m Mindestabstand gewährleistet ist. Buchbinderei traf mich da eh nicht, weil ich da ja allein in einem anderen Raum sitze, wird jetzt aber auch im Hauptraum so gehandhabt (und entsprechend die Patientenzahl reduziert).

Trotzdem war ich über die allgemeinen Angst doch sehr irritiert. Und ich mein damit nicht so sehr die Patienten (die natürlich auch). Wobei ich sie bei Risikopatienten natürlich gut verstehen kann.

Wirklich toll war heute das Radfahren.  Auch mehr als deutlich war heute (gestern auch schon ehrlichgesagt), dass die Erhöhung des Hydrocortisons absolut die richtige Entscheidung war – so wie ich vor 2 Wochen quasi von heut auf morgen auf null runtergefallen bin, war heute alles wieder kein Problem mehr – fitnesstechnisch.

Ansonsten glaube ich, dass die deutlich mehr Zeit zu Hause erstmal kein Problem sein wird. Wie das in ein paar Wochen aussieht, wird sich dann wohl zeigen.

 

 

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Wochenende

In Gedanken sehr bei MissMutig und ihrer Familie.

 

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