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Archive for the ‘Therakrise’ Category

die Enten warten

März 9th, 2012 Comments off

… schrieb der Tischlermeister, als ich ihm schrieb, dass ich noch das “ok” des Ersatztheras brauche und sobald das da ist gerne wieder anfangen will.

Und jetzt ist es tatsächlich geklärt – die Tischlerei kann am Montag wieder losgehen.

7 Wochen war ich jetzt nicht da – und auf der einen Seite freu ich mich – weil mir die Tischlerei gut tut, auf der anderen hab ich eine Wahnsinnsangst – die letzten Wochen hat sich das ziemlich zugespitzt.

Aber wenigstens das ist jetzt geklärt – und das noch vor dem Wochenende (Gott sei Dank!).

Der Rest – es soll wohl weitergehen, er will irgendwann einen Termin mailen. Damit wir klären können was los ist und wie es weitergehen soll – aber die Tischlerei wird unabhängig davon weitergehen.

Was mich erleichtert. Sehr.

Categories: Leben, Psycho-Somatik, Therakrise, Therapie Tags:

Geschützt: und wo bleib ich?

März 8th, 2012 Comments off

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so halt

Dezember 19th, 2011 Comments off

Das Treffen war auch nachdem sie aufstand weiter schön :) .

Sie hat mir gut getan und ich war dann auch gar nicht mehr nervös :) und trotz etwas schlechtem Gewissen, fühlte ich mich wirklich wohl.

Dafür holte mich dan alles ein, als sie weg gefahren war.

Es ist zwar nicht mehr das “im Januar feststecken”, aber die Gefühle laufen über. Vielleicht war auch das der Grund fürs feststecken – oder das der Tropfen der alles überlaufen liess.

Das die nächste Tagen auch jemand Fremder mit in den Theraräumen sein wird (ja ich hab da immer noch ein Problem mit) macht es nicht leichter, auch wenn mir klar ist, dass sowieso jemand kommen wird und logisch dass er einer anderen Therapeutin im Notfall Unterschlupf gewährt, weil deren Räume grad untergehen.

Wobei das für Di nicht das Problem sein wird – aber vielleicht für Do.

Doch eigentlich ist es das gar nicht, das “zuviel” holt mich ein und die Traurigkeit, die Einsamkeit und das “verlassen fühlen”, die Wut und der Frust weil alles nicht so klappt wie ich es gern hätte oder es mir gut täte und weil ich weiß, dass ich mich grad irgendwie verstrickt hab und irgendwie – verloren.

Der Kopf sagt: kriegen wir alles wieder hin, nicht so schlimm, gönn dir Ruhe, Ruhe, Ruhe und Bewegung wenn du sie brauchst, der Rest findet sich dann

Das Gefühl sagt – naja eigentlich sagt es nichts – es tobt einfach, die einzelnen Gefühle überschreien sich um ja gehört zu werden und ich bin wie ein Tischtennisball der hin und her geschleudert wird – reichlich orientierungslos weil ich irgendwie zig Schläge hinterherhinke mit dem sortieren – geht halt grad nicht wenn es so turbulent ist.

Über allem liegt – ich weiß gar nicht – Traurigkeit? Angst? Ohnmacht? Keine Ahnung – irgedwas in der Art. Aber auch ein Stück Akzeptanz (wenn auch nicht grad die radikale).

Thera heute

Dezember 15th, 2011 Comments off

Nicht die Mutter.

Ich war so sehr im Januar (ja ich weiß es war nicht nur der Januar, sondern zog sich über einige Monate, aber irgendwie ist da der Anfang gewesen und es wurde das Stichwort für diese Zeit – gemeint ist die Therakrise Anfang des Jahres – die wurde auch verlinkt) drin, dass gar nichts mehr ging. Vom Kopf her war es zwar klar, aber das Gefühl kam da nicht mehr raus.

Entsprechend war der Termin heftig und schwierig, weil irgendwie beim Thera nicht ankam, dass ich grad in der Angst drin stecke, dass er mir wieder ein Messer in den Rücken rammt.

Es war ein sehr unbefriedigender Termin für beide und leider können wir das auch erst am Di auseinanderdröseln – ich hoffe, dass sich das in mir bis dahin nicht verselbständigt – sonst haben wir die nächste Therakrise (wobei so ganz sicher bin ich mir grad nicht ob wir da nicht schon mitten drin stecken).

Categories: Therakrise, Therapie Tags:

Thera heute

August 23rd, 2011 Comments off

Besprochen ums was es grad geht und wie es weitergehen soll und kann.

Es geht um die Gefühle die das letzte halbe Jahr so ausgelöst wurden und sich angesammelt haben. Die aber auch nicht sein durften, die so intensiv und heftig waren, dass sie mich fast zerstört haben.

Die deshalb weggedrängt wurden und auch diese Mauer aufgebaut haben – die es jetzt abzutragen gilt.

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Thera heute

August 18th, 2011 Comments off

Wir versuchten verschiedene Einstiege – aber immer mit dem selben Ergebnis – Gefühle sind da, ich merke dass sich alles verkrampft und kann sie an Körperreaktionen ablesen – aber fühlen, spüren – tu ich sie nicht.

Da ist immer eine Mauer – ein “ich will nicht” – wobei nicht klar ist ob es sich auf die Gefühle oder eine Situation bezieht und irgendwann Angst und dann nichts mehr – wie ein Schalter.

Wir versuchten es dann über eine Welle die sich bildet und näher kommt und das “ich will nicht” auch überwindet – aber bis dahin geht es und dann wieder weg.

Dann versuchte der Thera es über Umwege – am Ort der Gefühle und dass das früher ja nicht sein durfte und dann in der Ambulanz es durfte, auch Tränen fließen durften und dass es jetzt auch wieder so ist – und da machte es irgendwie klick und ein Puzzlestück rastete ein – auch wenn ich etwas brauchte um dann klar zu bekommen was es für eins war.

Im Kopf ging ein Satz um “du hast sie (die Gefühle) mit Füßen getreten” – und dieser Satz war innerlich an den Thera gerichtet – immer und immer wieder, gebetsmühlenartig und dann kamen die Tränen.

Ich versuchte dann auch die Widersacher wegzupacken – die anfingen mit “wärm das nicht immer wieder auf” usw. Denn eigentlich war das schon lange klar, wenn auch gut verdrängt – gefühlsmäßig haben wir die Situation der 5 Monate Unsicherheit und hin und her nie aufgegriffen – einfach weil ich das nicht konnte, weil es zu weh tat.

Das zulassen war auch nicht lange möglich – dann kam das “ich will nicht dass er es mitkriegt” – wobei das eher eine Art “Trotz” war – denn das weil das auf den Satz folgte war ein “weil ich nicht will dass er weiß wie tief er/es mich verletzt hat, wie sehr getroffen”.

Nicht so sehr aus Scham, eher ein “das hat er nicht verdient” – so viel Offenheit, so eine Tiefe.

Natürlich kam dann auch der ganze Mist wieder hoch.

Aber zum einen – ich hab das Gefühl auch wirklich wahrgenommen, es war echt, es war da – nicht nur über den Kopf – und zum anderen – es scheint jetzt die Zeit gekommen, dass wir das auch aufgreifen können.

Vielleicht brauchte ich diese Zeit – auch um wiede etwas Sicherheit zu bekommen, ihn wieder als Thera zu erleben, vielleicht ist jetzt genug “Abstand” da, dass ich mich den Gefühlen auch stellen kann, oder ich bin einfach wieder stabil genug, damit es mich nicht zerbricht – keine Ahnung.

Aber die Marschrichtung ist damit wieder deutlich klarer.

Nur das Wie – das müssen wir noch klären.

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Thera heute – neue Perspektiven

Juli 14th, 2011 3 comments

Letzten Di hat mein Thera ja schon irgendwie anklingen lassen, dass es Spielraum gibt was die zeitliche Begrenzung angeht. Ich konnte da nicht nachfragen oder so – weil das natürlich erstmal Hoffnung schürte und viele Zweifel auslöste und in dem Moment einfach nur zuviel war.

Heute ist da Klarheit reingekommen. Es gibt die Option über Gesprächsziffer abzurechnen und zustätzlich Entspannungsübungen, die im Gegensatz zur Gesprächsziffer wohl nicht gedeckelt sind. Damit kann er mir auf jedne Fall zusagen, wenn die Kasse keine Stunden mehr genehmigt das halbe Jahr, das ich für mich zum wieder stabilisieren und Fass sicher zumachen brauche, über diese Abrechnungsmöglichkeiten gesichert ist.

Darüber hinaus wäre sogar denkbar, dass wir darüber die Termine weiter finanzieren können.

Damit ergeben sich natürlich völlig neue Perspektiven.

Ganz klar ist es eine große Erleichterung, weil damit die Möglichkeit dass ich das Thema “Mutter” doch noch aufgearbeitet bekomme einfach wieder im Raum steht und auch gegeben ist.

Wir haben heute dann auch über Unsicherheiten gesprochen, ich hatte ja schon die letzten Wochen immer wieder mal das Gefühl, dass wir einfach nicht klar absprechen, viele Dinge für den einzelnen wohl klar sind, aber eben für den anderen dann nicht – dass wir einfach ein Kommunikationsproblem haben. So haben wir heute wirklich einfach mal nur alles geklärt, sehr klar und nachgefragt und ohne “WischiWaschi” – sondenr wirklich Klartext.

Ich glaube ihm dass er das für sich geprüft hat und zu diesem Angebot auch stehen kann, dass nicht in zwei Monaten kommt “ja ist jetzt doch anders – hätte sie damals wohl ernster nehmen sollen” wie es im Januar war.

Ich verstehe auch, dass sich für ihn in der Zeit der Ambulanz andere Möglichkeiten ergaben was das seine Grenzen wahren angeht und er sich da wirklich selbst was vorgemacht hat und das eben erst in der neuen Praxis für sich auch erkannt hat – und dass er das für sich jetzt wirklich auch klar hat.

Er ist auch wieder sehr klar und deutlich ein Gegenüber und vor allem auch Therapeut – auch stabil über mehrere Wochen jetzt. Damit hat er einfach auch seine Glaubwürdigkeit und Kompetenz für mich wieder gewonnen.

Es gibt damit auch eine Basis – und jetzt haben wir auch wieder die Zeit – um wirklich arbeiten zu können – ohne dass ich dann in einem halben oder dreiviertel Jahr wieder in der Situation bin damit alleine umgehen zu müssen – wieder alleine da zu stehen.

Denn auch klar ist – dass ich deutlich mehr Zeit brauche.

Wichtig ist dabei auch dass es nicht unendlich sein wird – sondern eben um ein paar Jahre geht – wobei wir natürlich versuchen werden die Verlängerungen zu bekommen.

Ich glaube so richtig ist das noch nicht angekommen in mir – zu tief ist einfach noch das letzte halbe Jahr in mir, die Ängste, der Schmerz, die Verletzungen, die Wut, die Ohnmacht.

Aber es gibt jetzt ein weiter.

Denn die letzten Wochen wurde auch deutlicher, dass grade das mit der begrenzten Zeit das ist, was wir eben nicht ausgeräumt kriegen.

Ich werde die Tage jetzt erstmal eine Themenliste erstellen – denn nach wie vor müssen wir ein miteinander finden – ein neues – auch schauen wo steigen wir ein – wo wollen wir hin und wie sieht der Weg aktuell aus.

Wir haben eine Basis – wie stabil die ist – weiß ich nicht – doch das wird sich auch nur zeigen wenn wir wieder in die Arbeit einsteigen und einfach die Erfahrungen machen.

Vertrauen – das müssen wir erst wieder gewinnen, aufbauen. Auch das wird nur darüber gehen, dass wir entsprechende Erfahrungen machen – was bedeutet einfach miteinander zu arbeiten.

Ich merke dass es sich sehr viel “leichter” anfühlt – auch wenn ich noch nicht wirklich froh bin oder so – bzw es wohl bin, aber es nicht so recht fühle.

Es ist die Entwicklung die ich am wenigsten erwartet habe, die auch nicht absehbar war, die auch nie Thema war – die für mich jetzt einfach auch sehr neu ist – inkl. der Angst mich da wirklich ganz einzulassen drauf und dann wieder enttäuscht zu werden.

Aber ich sehe es auch positiv – es ist ein weiter möglich. Wenn die Geräuschkulisse so wie heute bleibt, ist auch der Standort der Praxis nicht mehr das Problem – man hört zwar die LKW’s, doch das ist ein anderer “Lärm” als die Menschen, Musiker und Demos – und ich denke dass ich damit durchaus klar komme.

Ich glaube es muss sich einfach noch setzen, wirklich ankommen in mir.

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Thera heute

Juli 12th, 2011 Comments off

Ehrlichgesagt – ich weiß es nicht – ich bin müde und verwirrt, dabei lief es glaub ich soweit schon ganz gut. Ich warte einfach mal den Donnerstag ab.

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es ist wie es ist

Juli 8th, 2011 Comments off

müde, frustriert, angeschlagen

ich will mich nicht damit abfinden, dass ich das Paket, das ich meiner Mutter verdanke, nie (oder zumindest in den nächsten 10 Jahren) nicht hinter mir lassen kann, dass ich zwar dran arbeiten kann anders mit den Auswirkungen umzugehen, aber die Auswirkungen bleiben werden

nur weil mir die Zeit die ich dafür brauchte, nicht genehmigt wird

ich hab mir mein Leben anders vorgestellt, dafür hab ich nicht die letzten Jahre gekämpft und im Dreck gewühlt

die Vorstellung dass ich mit den Beeinträchtigungen leben muss, sich daran nicht viel (grundlegendes) ändern wird – frustet und macht hoffnungslos

der Gedanke, dass die Mutter wieder gewinnt – lässt mich verzweifeln

ich will was ändern, will es hinter mir lassen, dran arbeiten – doch allein schaff ich das nicht

die Kompromisse die uns eingefallen sind, gefallen mir nicht – und doch ist klar, dass es einer davon werden wird – weil ich weiß, dass ich wenn ich aus diesem Frustloch raus bin, irgendwas tun muss, dass aufgeben nicht geht – aber es tut weh, weil ich damit auch mich ein Stück weit aufgebe – etwas, was ich eigentlich nicht mehr tun wollte

tja – es ist wie es ist

ein fiktiver Brief

Juli 5th, 2011 7 comments

Sehr geehrter Gutachter der Krankenkasse,

ich bat meinen Therapeuten, dieses Schreiben seiner Stellungnahme hinzuzufügen, ohne dass er den Inhalt kennt.

Es geht mir dabei darum, meine Sicht der Dinge zu schildern, was es mit mir macht und wie es mir damit geht, dass die Stunden der Therapie begrenzt sind und die 2-jährige “Sperre” droht.

Dazu möchte ich etwas ausholen.

Ich mache seit sehr vielen Jahren Therapie.

Mein Vater hat mich über viele Jahre missbraucht, meine Mutter hat das Münchhausen-by-Proxy-Syndrom, dass sie an mir auslebte und mich seit meinem 4. Lebensjahr (bis zum 15.) wöchentlich ins Krankenhaus schleppte, jedes Jahr war ich mind. einmal stationär, meistens auf der Urologie.

Außerdem ist sie sehr sadistisch veranlagt und hat mich regelmäßig gequält, auch hier gab es sexuelle Übergriffe, wobei es da nur um Macht und Schmerz bereiten ging.

Vor ca 6 Jahren gelang es mir mit Hilfe der Therapie endlich den Kontakt zu meinen Eltern abzubrechen, was bedeutete, auch den Kontakt zu sämtlichen Geschwistern abzubrechen, den jüngsten (15 Jahre jünger) hab ich quasi großgezogen und so gelang mir dieser Schritt auch erst als dieser alt genug war um seinen eigenen Weg zu finden. Anlass war auch, dass meine kleine Nichte ins “gefährliche” Alter kam, so dass ich meine Schwägerin (ihre Mutter) informierte und damit auch all meine Geschwister und meinen Vater konfrontierte.

Mein Vater hat nie bestritten was er getan hat.

Ich lebte zum damaligen Zeitpunkt in einer Wohnung, die völlig vermüllt war, weil ich nicht in der Lage war irgendwas zu machen, den ganzen Tag war ich gefangen in Flashbacks und damit beschäftigt irgendwie zu überleben, dem Drang mich umzubringen oder zu verletzen zu trotzen. Nicht immer mit Erfolg. Ich war dauerdissoziiert – kannte es gar nicht anders als mir von außen zuzusehen.

Die Wohnung war auch baulich nicht in Ordnung, ich hatte zwar Strom, doch die Sicherung fiel wenn ich nur den Wasserkocher einschaltete und da ich mich nicht traute zum Vermieter zu gehen um sie wieder reinzumachen – hatte ich dann halt keinen. Ich hatte keinen Herd, flächendeckend Schimmel an den Wänden, nur teilweise PVC und Teppich, dazwischen den bloßen Steinboden – und war nicht in der Lage mich da zu wehren oder die Wohnung herzurichten, weil ich kaum in der Lage war den Tag zu überstehen.

Trotzdem gelang es mit Hilfe der Therapie die dissoziativen Zustände immer wieder zu durchbrechen, selbstverletzendes Verhalten zu unterbrechen, deutlich mehr im “hier und jetzt” zu leben und an Skills zu arbeiten.

Aber ich hab es geschafft – mit Hilfe der Therapie konnte ich aus diesem für mich so schädlichen Umfeld ausziehen und lebe jetzt seit 3 Jahren in einer Wohnung, die für mich auch einen sicheren Raum darstellt.

Mit Hilfe der ambulanten Betreuung ist sie auch aufgeräumt und sauber.

In diesen drei Jahren schaffte ich es das Thema “Vater” weitestgehend aufzuarbeiten, in dem wir (wie schon vor dem Umzug) an der Stabilisierung gearbeitet haben und dann den Missbrauch aufgearbeitet.

Es war hart und schwierig – aber zusammen mit meinem Therapeuten habe ich es geschafft weitestgehend aus diesem Sumpf der Flashbacks und Dissoziationen auszusteigen.

Doch es gibt ja noch das andere Thema – meine Mutter. Meine Mutter hat bei mir bei weitem mehr angerichtet und zerstört als mein Vater.

In vielen Bereichen bin ich deshalb auf Hilfe angewiesen – ich schaffe es nicht die Wohnung alleine einigermaßen ordentlich zu halten, da das Aufräumen und Saubermachen sehr eng mit den Übergriffen meiner Mutter verbunden ist und damit jedesmal einen sehr großen Druck erzeugt, der früher regelmäßig in selbstverletzendem Verhalten endete.

Ich habe viele Angstzustände, bin nicht in der Lage mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren oder unter Menschen zu gehen, was irgendwie mit der Mutter zusammenhängt, auch wenn da die Zusammenhänge (noch) nicht klar sind.

Ich habe sehr große Schwierigkeiten zum Arzt zu gehen, mich anfassen zu lassen oder gar untersuchen oder zum Zahnarzt zu gehen – wechsel sogar die Straßenseite wenn ich eine Praxis sehe.

Es gibt noch sehr viele Dinge mehr die meinen Alltag beeinträchtigen und die mit dem zu tun haben, was ich mit meiner Mutter erlebt habe.

Ich hab in den letzten drei Jahren sehr viel geschafft.

Doch leider ist mein Therapeut seit Dezember 2010 in einer eigenen Praxis und die hiesige Ambulanz kann keine Traumaaufarbeitung anbieten (zumal es sehr wenige männl. Traumatherapeuten gibt und ich mit einer Frau da schon gar nicht arbeiten kann).

Wir konnten 50 Stunden beantragen und dann bekommen wir vielleicht nochmal 50.

Aber eigentlich bräuchte ich nochmal etwa 3 Jahre um das Thema wirklich aufarbeiten zu können, doch die haben wir nicht – und deshalb läuft es darauf hinaus, dass ich das eben nicht aufarbeiten kann – weil wir einfach die Zeit nicht haben.

Grade bei der Traumatherapie ist Kontinuität wichtig und Vertrauen und es ist mir (aufgrund meiner Geschichte) nicht möglich innerhalb von 6 oder 12 Wochen zu einem Therapeuten soweit Vertrauen zu fassen, dass ich mich demjenigen dazu öffnen könnte – wie es im stationären Setting üblich wäre.

Zu einem anderen Therapeuten zu wechseln würde bedeuten wieder 2 Jahre zu brauchen bis ich ihm einigermaßen vertrauen kann – vielleicht. Doch dann wären die Stunden auch schon wieder vorbei.

Das bedeutet für mich, dass ich dieses Thema nie wirklich angehen kann und damit, dass sich mein Zustand, meine Lebensqualität nicht weiter verbessern kann, weil das für die Krankenkasse nicht vorgesehen ist.

Weil egal ist wieviel ich erreicht habe, es zu wenig ist und weil das was ich noch erreichen könnte, nicht in dem Zeitrahmen möglich ist, den die Kasse vorsieht – denn in einem halben Jahr oder Jahr – ist das nicht zu schaffen.

Wir können dieses Thema auch nicht stückchenweise angehen, weil alles miteinander verbunden ist und ohne die Sicherheit, dass ich dann auch einen Therapeuten habe, zu dem ich gehen kann, der das auch abfangen kann wenn wir das ausgraben – wäre es fahrlässig.

Ohne zu Wissen, dass wir auch genügend Zeit haben (eben 2-3 Jahre), würde ein Druck entstehen, denn wichtig ist, dass wir das nicht erzwingen, sondern das in Ruhe vorbereiten können, dann auch ohne Druck einsteigen und die Sicherheit haben das auch abschließen zu können und nicht dann sagen zu müssen: so jetzt reicht leider die Zeit nicht mehr.

Denn ich muss dann 2 Jahre irgendwie überleben und wenn so ein Fass mal aufgemacht, ist das deutlich schwieriger.

Ich sehne mich nicht grade danach das aufzumachen und anzuschauen, das Grauen wieder zu durchleben. Aber die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass das der einzige Weg für mich ist, das langfristig gesehen irgendwann wirklich abschließen zu können.

So dass es zwar ein Teil meiner Geschichte ist, aber nicht mehr mein heute bestimmt.

Wenn eine 2-jährige Therapiepause eintritt (auch wenn ich die Möglichkeit der max möglichen Termine im Quartal wahrnehme), müssen wir nach den 2 Jahren wieder von vorne anfangen, es ginge wieder darum erstmal Vertrauen zu fassen und mich zu stabilisieren.

Schon jetzt merke ich, dass die Aussicht dass eben nur noch ein Jahr oder so an Stunden genehmigt werden, einen sehr großen Teil meiner Stabilität genommen hat.

Zu Wissen, dass ich nicht das Setting habe um das Thema “Mutter” wirklich angehen zu können um es irgendwann hinter mir lassen zu können, tut weh.

Und dieses Setting habe ich nicht, weil ich leider nur die begrenzte Stundenanzahl von 20 – 50 Stunden habe – ohne zu Wissen ob es danach weitergehen wird.

Ich habe Angst vor der Zukunft, davor, dass das was ich bisher erreicht habe alles sein soll, dass mein Leben mein Leben lang so aussehen soll wie heute, dass ich mich mit den Einschränkungen und Beeinträchtigungen, der Angst, der Verzweiflung, auch den Flashbacks, die wenn auch nicht mehr täglich, doch immer noch da sind, ebenso wie der Drang mich zu verletzen oder das Gefühl der Überforderung usw usf – dass ich mich damit einfach arrangieren muss, obwohl es doch eine Möglichkeit gäbe, die Ursache anzugehen, wenn ich nur noch ein paar Jahre die Sicherheit hätte, dass die Therapie übernommen wird.

Ich rede nicht von Jahrzehnten, sondern von vielleicht 3 Jahren etwa. Klar kann ich nicht versprechen dass dann alles erledigt ist. Aber ich denke die “großen” Brocken wären dann durch, so dass eine drohende 2-jährige Sperre dann nicht mehr so eine Katastrophe bedeuten würden, wie sie es aktuell ist.

Fast alle Traumatherapeuten sagen, dass grade bei der Traumatherapie Kontinuität und Vertrauen und Sicherheit wichtig sind, doch wie soll die in einem solchen ambulanten Rahmen aufgebaut werden?

Habe ich es nicht verdient? Habe ich wirklich einfach zu wenig getan oder zu lange gebraucht oder viel zu wenig erreicht, als dass ich auch den Rest versuchen dürfte?

Habe ich nicht bewiesen, dass ich mich bemühe und mein möglichstes tue um wieder gesund zu werden?

Gibt es für mich wirkliche keine Chance, dass ich auch die Erlebnisse mit meiner Mutter aufarbeiten kann und somit endlich ein selbstbestimmtes Leben führen kann, bei dem ich keine Hilfe von außen (Therapie, Betreuung) mehr benötige? Irgendwann ohne Medikamente schlafen oder mich wohl fühlen, ohne Angst vor der Welt da draußen – einfach leben kann?

Was habe ich getan, damit ich das alles nicht verdiene? Dass ich nicht die Hilfe bekomme, die nötig wäre, obwohl es diese Hilfe ja gibt und sie auch anerkannt ist – denn die Therapie ist ja anerkannt – es ist nichts experimentelles oder ähnliches.

 

Gibt es keine Möglichkeit, dass ich die Vergangenheit wirklich irgendwann hinter mir lassen kann?

 

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