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Es wird zweigleisig weitergehen.
Das eine ist nach wie vor die aktuell beeinträchtigenden Situationen anschauen und am Gefühle zulassen arbeiten.
Die andere liegt mir grad schwerer im Magen.
Es geht beim Gefühle zulassen grad sehr um den fehlenden Halt. Ich hab das Gefühl eine “Begrenzung” zu brauchen – sei es eine Wand oder sonst etwas – eine Art “Gegendruck” von außen, wenn es mich innerlich zu zerreissen droht. Zum einen wirklich als “Gegendruck”, aber auch um mich zu spüren, Halt zu spüren, wenn ich innerlich völlig “zerlaufe” und auch zu spüren wo ich anfange/aufhöre usw.
Auch um eine Art “gehalten werden” – wobei das nicht so gemeint ist, dass mich jemand im Arm hält oder so – ich kann das schlecht beschreiben oder erklären – ich kenn es ja auch nicht.
Schon vor Jahren hatte der Thera mal vorgeschlagen, dass ich mir eine Decke umlegen könnte oder ähnliches (er macht ja die Pesso-Ausbildung, da wird mit Symbolen gearbeitet) – was für mich immer undenkbar war – ich schaff es ja nicht mal den Stuhl anders hinzustellen wenn er mit im Raum ist oder gar den Stuhl zu verstellen oder aufzustehen oder ähnliches. Alles viel zu viel “Bewegung”, zu viel “Körper” irgendwie.
Immer wieder geht es bei den Gefühlen darum dass mir der “Halt” fehlt und gleichzeitig ich es auch nicht umgesetzt bekomme – also z.Bsp an der Wand zu sitzen und die Wand dann auch zu spüren – das schaff ich super wenn ich alleine bin, aber nicht in der Thera.
Und das wird jetzt das 2. Gleis.
Es geht darum zu üben solche Dinge umzusetzen, z.Bsp an der Wand zu lehnen oder eine Decke um zu haben oder auch wie beim Pesso – symbolhaft eine (seine) Hand auf der Schulter oder im Rücken zu spüren.
Allein beim Gedanken gruselt es – dabei weiß ich, dass er niemals eine Grenze überschreiten würde, dass er sehr genau weiß was er tut und ich da auch keine Angst habe – aber trotzdem wird es zu viel Körper – auch mit der Decke oder schlicht an der Wand sitzen – da ist zu viel Bewegung im Spiel.
Am Donnerstag werden wir erstmal alle Möglichkeiten Halt zu spüren durchsprechen – ohne Rücksicht auf Ängste oder “aber das geht doch nicht” – sonder ganz konkret nur die Grenzen der Therapie (und damit auch des Thera-Patienten-Verhältnisses) und der Räumlichkeiten sehen – nur als Sammlung von Ideen wie Halt symbolisiert werden könnte.
Das werden wir für 10 – 20 Min machen.
Ziel soll es sein, dass wir mind 1 Sache – besser 2-3 – finden, wo bei mir (und natürlich auch bei ihm) eher ein “wär schön wenn ich das hinbekommen würde, das könnte hilfreich sein” da ist – unabhängig ob da noch ein “undenkbar” bei ist.
Der nächste Schritt liegt dann an mir – und zwar so kleine Teilschritte zu dem Ziel oben zu finden, dass es für mich auch machbar ist – und wenn es nur ist, den Stuhl einen Meter zur Seite rücken um ihn eher in die “Zielposition” zu bekommen.
Also so kleine Schritte, dass es mit üben und üben und üben in die Richtung geht, die wir oben als “Ziel” deklarierten.
Diese kleinen Schritte werden dann jede Therastunde für wenige Minuten geübt – vielleicht auch nur wenige Sekunden – das werden wir sehen, hängt sicher auch vom einzelnen Schritt ab.
Es wird also so lange auseinandergepflückt, bis etwas für mich denkbares draus wird, das wir üben können – und wenn das dann ohne Panik geht – gehen wir den nächsten Teilschritt an.
Immer nur für wenige Minuten – und anfangs völlig unabhängig von Themen oder ähnlichem – es soll da mehr um die “physiologischen Abläufe” gehen – also das aufstehen, Stuhl rücken, hinsetzen – z.Bsp.
Damit ich die Erfahrung mache, dass die Welt da nicht untergeht. Das Tempo und die Schrittgröße bestimme dabei ich.
Vielleicht gelingt es dadurch etwas mehr Sicherheit und auch weniger Scheu zu bekommen – auch Hilfe besser – und vor allem direkter – annehmen zu können und Unterstützung bei Gefühlsausbrüchen, die ja immer noch sehr mit einem “darf nicht” gekoppelt sind.
Im Moment weiß ich, dass es ein heftiger Ausbruch wäre, dem ich mich allein nicht gewachsen fühle, aber das annehmen können von direkter Hilfe auch nicht geht – weil in der Kindheit diese Hilfe immer im Missbrauch endete. Somit laufen tausend Automatismen, die das boykottieren.
Denen sollen jetzt – körperliche – Erfahrungen entgegengesetzt werden – das spüren der Wand, den Halt der Wand, aber im weiteren auch den Halt einer Hand oder den Schutz einer Decke oder was auch immer.
Aktuell für mich undenkbar – und zwar völlig.
Gleichzeitig ist manchmal genau das da – das wissen, dass ich das allein grad nicht packe, weil es mich zerreisst und dann spüren zu müssen, dass da etwas “gegenhält” – und zwar in der Thera – denn es kann nicht sein, dass ich immer nach der Thera dann zusammenklappe, weil dann ja eine Wand da ist und keiner, der mich sieht – sinnvoller wäre dieser Ausbruch dann in der Thera, wo die nötige Unterstützung ja da ist – ich sie nur nicht annehmen kann.
Ehrlichgesagt wird mir beim Gedanken daran schlecht – aber ich glaube gleichzeitig auch, dass es wichtig ist, dass es ein wichtiger Punkt ist, damit das “zulassen” überhaupt funktionieren kann – mich so sicher zu fühlen – und auch genug Halt zu haben, dass ich mich nicht völlig verliere und aufzulösen drohe. So viel Vertrauen auch zu haben, dass ich mit dem Mist dann nicht alleine bin, tatsächlich Hilfe auch da sein kann und als hilfreich empfunden werden kann.
Es ist ein “umpolen” von als Kind gelerntem – das Trost wirklich Trost sein kann, Hilfe wirklich Hilfe, Halt wirklich Halt – und nicht Missbrauch, Übergriff oder ähnliches.
Der Körper reagiert immer noch so wie damals, weil er nie eine andere Erfahrung gemacht hat. Also werden wir dem Körper jetzt andere Erfahrungen geben müssen – dosiert und sehr genau und korrekt, sehr vorsichtig und klar – dass er irgendwann auch auf andere Erinnerungen zurückgreifen kann als die damals.
Wie ein Kind das die Erfahrung gemacht hat – eine Scheibe tut immer weh – und diese deshalb nicht mehr anfasst – aus Angst – weil der Körper zurückzuckt und sich an die Schmerzen von damals erinnert – er muss erst wieder lernen – und erfahren – dass es nicht die Scheibe ist, die weh tut, sondern die Hitze/Kälte/was auch immer. Durch vorsichtiges hinfassen – und das immer und immer wieder – zu spüren, tut gar nicht weh – um irgendwann nicht mehr automatisch zusammenzuzucken wenn es eine Scheibe sieht.
Im Prinzip ist es ein Angsttraining. Nur ohne Konfrontationstraining – also in kleinen Schritten und nicht einfach überstülpen und “aushalten” – weil das der Körper viel zu oft musste. Ängste wahrnehmen, ernst nehmen und sich in kleinen, machbaren Schritten nähern.
So wäre zumindest der Plan – ob wir das so umgesetzt kriegen müssen wir sehen – wir müssen uns da genauso erst rantasten.
Im Moment mal wieder – mehr schlaflos als schlafend. Seid halb zwei tingel ich hier wieder rum, in der Hoffnung dann doch wieder einschlafen zu können – denn müde wär ich ja schon.
Nun gut – die Piratenkatze ist froh – hab ich doch beim aufstehen vergessen das Wärmeunterbett auszuschalten und so schläft sie seit Stunden friedlich in der kuscheligen Wärme.
Ansonsten müde, verwirrt und irgendwie “gruselig” – eine mail an den Thera (Do sollten sich doch meine inneren Anteile an einen Tisch setzen um zu schaauen wie wir das mit dem Halt hinbekommen könnten – unter anderem war da auch der “kreative Teil”, aus dem die Ideen nur so sprudelten – dummerweise jede einzelne so, dass mir bei schlecht wird – von wegen “umsetzen” und “annehmen können” oder so – weil viel zu nah, viel zu intensiv, viel zu panikbesetzt – aber da das was alles dagegen spricht ja extra saß und es da eben nur um diesen Teil gehen sollte – ist mir allein beim Gedanken dran immer noch schlecht und ich glaub ich hab noch nie so bereut eine mail geschickt zu haben – obwohl das schreiben/abschicken auch schon Tage gedauert hat) liegt mir im Magen und ich will heut gar nicht zur Thera irgendwie.
Mehr oder weniger blockiert.
Verschiedene Ansätze – am besten ging noch die Aufstellung – bis zu dem Punkt mit den Widersachern – dann war vorbei.
Das Wochenende ging ganz gut – zwar sind die Situationen, Gedanken, Bilder da – aber es gelang gut es in den Hintergrund zu packen – allerdings bin ich auch nicht wirklich da dann – eher ein Funktionieren, in den Tag hineinlegen – eben nicht wirklich ich.
Als ich zum Thera fuhr bin ich wieder an diesem Buch dabei – und hab kurz reingesehen – was reichte.
Es ist ein Trigger.
Ich bin zwiegespalten, für Außenstehende ist es wahrscheinlich gut, dass die Dinge klar benannt werden, beschrieben werden. Für Menschen die ähnliches erlebten – vielelicht manchmal auch – weil jemand das benennt, was sie selbst nicht benennen können – aber es ist sicher auch triggernd – und zwar ziemlich.
Doch diese Klarheit – ist auch etwas, was Täter anzieht. Was mit ein Grund ist, warum das hier – wenn überhaupt – nur unter Passwortschutz steht.
Dieses Buch mischt sich grad in Erinnerungen – ich weiß dass ich es damals mit Mitte 20 gelesen hab – aber es war – nie “präsent” – der Inhalt sofort verdrängt – bis es mit einer Erinnerung wieder da war.
Und ich dachte sie sei aus diesem Buch – doch das ist sie nicht – aber Elemente aus diesem Buch – gab es auch in meinem Leben.
Im Endeffekt haben die mit dem Buch nicht so viel zu tun.
Das Ganze ist ein “Randthema” – das eigentliche – darüber kann ich nach wie vor nicht schreiben.
Als es heute darum ging wie wir am Do weitermachen – ich weiß es nicht.
Ich hab das Gefühl es ist alles zuviel – wenn ich es in den Hintergrund packe – bin ich nicht mehr wirklich da – und wenn ich hinschaue – flutet es mich.
Ich möchte mich in eine Ecke verkriechen und heulen – doch auch das geht nicht.
Es sind Missbrauch-Situationen da – aber nicht benannt, wenn auch klar – doch da hinschauen – will ich grad nicht – es ist zuviel grade.
In der Traumatherapie geht es oft um Grenzen und auch darum wo diese liegen und wann man sie erreicht. Ich habe sie jetzt erreicht.
Das Problem ist nur – dass eine Pause nicht klappt, weil die Dinge ja da sind, ein anschauen – grad immer mehr auslöst und ich das Gefühl habe, das schaffe ich grad gar nicht – und ein verharren nun auch nicht das Wahre ist.
Ich hab keine Ahnung wie wir weitermachen könnten, weil ich mehr damit beschäftigt war diesen heutigen Termin zu überstehen.
Weglaufen ist grad sehr verlockend.
Ja es wird weitergehen – und irgendwann werde ich auch das hinter mir lassen können. Es scheint ein zentraler Punkt zu sein.
Vor vielen Jahren, als ich in der Thera sagte, dass ich Wissen muss was passiert ist, meinte der Thera mal – wenn man es weiß, wünscht man sich nur es nicht zu wissen.
Bis vor 2 Wochen war das nicht so – für mich war immer wichtig zu wissen was passiert ist, es zu benennen, anzuschauen. Und tief in mir weiß ich dass das auch jetzt so ist – aber zum ersten Mal ist es so, dass ich es grad nicht wissen will, dass ich einfach nur vergessen will, ignorieren, will dass es einfach weggeht. Zum ersten Mal stelle ich auch in Frage ob das ambulant so sinnvoll ist – auch wenn das funktionieren ja gut klappt.
Und ich weiß dass ich da auch grad nicht genauer hinschauen will, weil dahinter noch mehr ist – und ich mit dem was jetzt da ist schon mehr als genug zu tun habe.
Ich bin müde – und ich bin an einem Punkt, an dem der Thera übernehmen muss (zu schauen und zu entscheiden wie wir jetzt weitermachen) – was nur geht, weil ich ihm vertraue.
heftig, anstrengend, gefühlsintensiv – aber immerhin nicht vom Selbsthass blockiert.
Und wir haben überzogen – und zwar gewaltig – eine Dreiviertelstunde.
War schwierig das auch anzunehmen. aber ich glaub es war ganz gut so.
Und ich hab die Abgründe so satt – es ist gruselig.
Zu Wissen, dass ich da durch muss um es wirklich hinter mir lassen zu können (und ja das muss ich – das mag für andere nicht sein, für mich ist es der Weg) – hilft in dem Moment nur wenig.
Zu spüren, dass ich es schaffe, aber auch wieder auszusteigen – auch wenn meist erst später als ich es will – hilft aber sehr wohl.
Auch wenn ich erst dachte ich krieg es nicht hin – irgendwann war es dann ok. Da hätte ich gerne eine präziseren Schalter. .
Wir arbeiten. Hart und intensiv. Und daran klammer ich mich fest.
Gefahr erkannt – leider noch nicht gebannt.
Ein Thema, um das wir nicht herumkommen und allein wenn es Thema ist, steck ich in Selbsthass fest und blocke alles ab, weil nur noch Widersacher da.
Wir suchen einen Weg – es gibt ein paar – eher sehr waage – Ideen, die wir probieren wollen, aber im Endeffekt scheint es wieder mal eine patt-Situation zu sein.
Andere Themen werden aber durch dieses Thema blockiert (wär ja sonst auch zu einfach).
Es ähnelt einem Fischen im Trüben.
Das Thema wirkt wie ein Trigger, der mich sofort in das “du hast kein Recht” katapultiert, das jede Hilfe abblockt, weil ich im “verdiene nichts besseres/keine Hilfe” feststecke.
Solange noch ein bisschen Verstand mit bei ist – geht es – funktioniert es noch, kann ich mich darauf konzentrieren, habe ich – wenn auch erschwert – Zugriff auf das theoretische Wissen. Doch wenn es ums Gefühl gehen soll – ist das alles weg – und der Thera rausgeschmissen.
Dann ist nur noch Wut und Hass da – und Niedermachen.
Ein Therapeut der nicht aufgibt, aber auch etwas ratlos ist – und heute die Erlaubnis erbat sich mit einer Kollegin besprechen zu dürfen. Darf er natürlich.
Er ist optimistischer als ich dass wir schon irgendeinen Weg finden werden – wo es hinführt wissen wir beide nicht – aber das ist erstmal auch nicht so wichtig.
Mir ist wichtiger, diese Blockade zu überwinden, den Thera da nicht rauszuschmeißen, weil ich weiß, alleine schaff ich es erst recht nicht. Und das wie – tja – keine Ahnung.
Wir hatten den Do nachbesprochen.
Es ging da ja um eine MB-Erinnerung, die bisher im dunkeln lag – zwar da war, aber nicht deutlich oder benennbar.
Schon nachdem ich die Do nach dem Theratermin aufgeschrieben und weggeschickt hatte, war es irgendwie weg – nicht der Inhalt, aber es war abgespalten – kein Gefühl mehr dazu, es beschäftigte mich auch nicht, keine Flashbacks – einfach nichts.
Am WE wurde dann auch mal deutlich, dass ich daran grad einfach nicht arbeiten will, dass eher das Gefühl da ist “das gehört (noch) nicht zu mir” – ist mir grad zu viel und will ich nicht.
Das hatte ich dann am Di auch gesagt, dass ich an diesem Punkt grad nicht weiter arbeiten möchte, dass ich dafür noch Zeit brauche, dass es sich erst “setzen” muss.
Im Moment ist es ja eher so, als wäre ich einfach “voll” – als hätten keine Gefühle, keine Gedanken, keine Wahrnehmung mehr Platz – als wäre der Speicher jetzt einfach voll und kann nichts neues mehr aufnehmen.
Am Donnerstag arbeiteten wir ja auch etwas mit dem Kind und das “lief” über, hatte die Tränen nicht mehr unter Krontrolle und es war einfach das Gefühl es ist voll mit Erlebnissen, Gefühlen, Gedanken, das hat alles gar nicht Platz und läuft jetzt halt über.
Und gestern wurde mir dann klar, dass es das auch ist – es ist grad einfach zu viel – nicht das heute, sondern das was so alles war – und so kommt nichts Neues mehr “an”.
Ich merke es an einer Geräuschüberempfindlichkeit (dazu in einem anderen Beitrag noch mehr) und dass ich auch sonst irgendwie “dicht” bin.
Also werden wir am Do mit dem Kind arbeiten und schauen wo es uns hinführt.
Es geht auch nicht darum diese Erinnerung zum Tabu zu machen oder ganz auszusperren, sondern nur darum es nicht konkret aufzugreifen, damit einzusteigen – wenn uns das Kind da hinführt – werde ich das anschauen, aber ich werde es nicht darauf anlegen oder das als Ziel im Hinterkopf haben.
Auffallend war gestern auch, dass ich zwar das Thema weit weg geschoben hatte, es nicht zu mir gehörte, als später aber ein paar Dinge benannt wurden (allgemein), das schon viel auslöste – was schon lange nicht mehr so ist.
Das Benennen ist einfach wieder deutlich mehr Thema grade, das fiel schon eine Weile auf, aber dieses Ausmaß hat mich gestern dann doch – überrascht. Passt aber – denn das ist meistens so, wenn grad das Kind wieder mehr dran wäre.
Für den morgigen Arzttermin sind die Befunde sortiert und was nötig kopiert (aber ehrlichgesagt war da wenig bei, was nicht schon für die Schmerzambulanz war).
Außerdem die Patientenverfügung und Vollmacht aktualisiert bzw neu geschrieben (und an die neuen Gesetzesvorlagen angepasst). Am schwierigsten war die “Persönliche Wertvorstellung” – wobei ich dann mit der Hilfe von Fragen anfing und dann lief es von selbst – und das Fazit hat mich erstaunt:
Selbst entscheiden zu können, selbst Grenzen setzen, klar machen zu können, sagen können was man möchte oder nicht, für sich selbst einstehen können, selbst bestimmen können was ich mache, wie ich lebe – ich sein, mich selbst kennen, spüren, wissen wer ich bin, was ich möchte, was mir gut tut und was nicht. (Natürlich im Rahmen der Möglichkeiten und ohne anderen zu schaden!)
Das ist für mich der Unterschied zwischen “Leben” und “Überleben”.
Und da gibt es nicht so sehr den Einfluß ob der Körper grad funktioniert oder nicht (für die Patientenverfügung beschränkt sich das natürlich darauf, dass der Körper das nicht mehr kann, dass ich wegen körperliche Prozesse nicht mehr in der Lage bin meinen Willen zu äußern oder verständlich zu machen. An diesem Punkt will ich dann nicht das alles getan wird damit dieser Körper überlebt. Da ich es da dann nicht mehr kann, ist es mir wichtig, das im Vorfeld klar zu machen, deutlich zu formulieren was dann mit mir passieren soll) – denn die ersten 30 Jahre meines Lebens war auch nur “Überleben” und bis vor gut 3 Jahren war es fast immer nur “Überleben” und nicht Leben – auch wenn ich es da dann schon kennengelernt hatte, dass es da einen Unterschied gibt.
Natürlich gehört für mich auch ein genießen können, einfach dastehen und das Gesicht in die Sonne oder den Wind halten, was leckeres essen oder trinken oder mich bewegen können dazu – zum Leben – aber der wirkliche Unterschied, das Minimum – ist für mich das oben – das “ich” sein, mit Grenzen, die ich selbst einhalte und anderen klar machen kann, nichts überstülpen lassen, selbst entscheiden – und äußern – können.
Nicht nur irgendwie überleben, irgendwie über den Tag kommen – das eher ein dahinvegetieren ist.
Das geht nicht nur körperlich, wenn man nichts mehr mitkriegt, sondern auch psychisch, wenn man am Leben gar nicht mehr richtig teilnehmen kann.
Grade weil ich mir das so hart erarbeiten musste, ist es für mich so wichtig, dass das auch so bleibt. Natürlich gibt es immer mal Phasen die schlechter sind und wieder mehr “Überleben” als “Leben” – das sind dann Phasen, in denen ich durchhalten muss und hoffe, dass ich Menschen hab die mir helfen, die das mit “durchstehen”, Wege aufzeigen, die ich nicht sehe – ohne zu überfordern, weil ich grad eh keinen Schritt mehr gehen kann – und zur Not auch Medikamente.
Aber mir geht es auch nicht darum dass “nachgeholfen” wird beim Sterben, sondern dass es nicht hinausgezögert wird, dass der Natur da ihren Lauf gelassen wird.
Ich bin froh, dass ich heute lebe und nicht nur überlebe. Und ich stellte fest – eigentlich leb ich sogar ganz gerne – und das ist immer noch eher “neu” – das Gefühl – nicht dass es so ist, sondern sich dessen so bewusst sein.
Trotzdem hab ich keine Angst vor dem Tod – aber ich sehne mich auch nicht mehr nach ihm. Kein “ach lass es einfach nur vorbei sein bitte” – sondern Leben.
Ohne Therapie, ohne Homöopathie und ohne Medikamente hätte ich das nicht geschafft. Auch wenn es 20 Jahre gedauert hat – 20 Jahre Therapie und Medikamente, über 30 Jahre nur kämpfen und “überleben”.
Der Preis war oft hoch und so manchesmal auch deutlich zu hoch.
Doch heute lebe ich – und das macht mich sehr glücklich und zufrieden.
Und für die, die grad hadern was es bringen soll:
Es lohnt sich weiter zu kämpfen, weiter auszuhalten.
Nur wer aufgibt, hat schon verloren.
Heftig.
Ich bin müde.
Wir arbeiteten mit dem Kind.
Es ging um Erinnerungen und Situationen, inkl. einer weiteren die das “ich darf nicht weinen” deutlich machte (auch wenn es in der Situation genau darum ging – das Weinen und Trösten, weil es und damit ich Mittel zum Zweck wurde um selbst Befriedigung zu bekommen).
Aber es ging auch um das sehr negative Selbstbild des Kindes, dass sich als Monster fühlt und die Überzeugung hat, wenn die anderen wissen was es getan hat, werden sie genauso reagieren wie die anderen.
Die anderen – das sind 2 Gruppen – die eine, die es als Lügner und Wichtigtuer abstempelt, die andere, für die es damit das gefundende und gefressene Opfer war/wird.
Gegen diese Überzeugung kommt nichts an.
Es wurde auch deutlich, dass das Kind das aber gar nicht fürchtet – es erwartete es ja, das einzige was es fürchtet, ist das “zurück müssen” – von dem es aber überzeugt ist, dass wenn erst bekannt ist was es getan hat, es zurück geschickt wird.
(nochmal zur Info: wir haben das Kind in einem sicheren Haus, mit “Pflegeeltern” (wobei da nur der “Pflegevater” P. auftritt, da eine Frau noch nicht ginge – so schwierrt die eher im Hintergrund rum) wo es das bekommt was es braucht, an Zuneigung, Sicherheit, Stabilität – von diesem Haus aus arbeiten wir mit dem Kind und dahin geht es auch wieder zurück – um eben die Sicherheit zu haben, dass es nicht mehr ins Elternhaus oder in die Situationen damals zurück muss; P. ist Bezugsperson und derjenige, der Sachen mit dem Kind unternimmt und versucht langsam – sehr sehr langsam – Vertrauen aufzubauen und das zu sein, was ein Kind eigentlich braucht – jemand der für es da ist, ohne es auszunutzen, der klar ist, verlässlich, verständnis- und liebevoll – der es ernst nimmt und respektiert und im Wissen was dieses Kind durchgemacht hat immer richtig reagiert – was nicht heißt dass er keine Fehler macht, aber eben die auch einsieht und entsprechend reagiert – also im Sinne von meiner Definition der “idealen Eltern” – mittlerweile sind zwar einige Eltern dazugekommen, aber vielleicht mach ich das mal in einem eigenen Artikel)
Es scheint ein weiteres Puzzlestück gefunden (eigentlich sogar zwei).
Sehr anstrengend, so dass auch heute nur noch Auszeit ansteht (nach 2 Telefonaten), aber auch insofern gut, weil wir damit auch weiterkommen, weil es wieder ein “arbeiten” ist und wir nach einem Jahr unsere Therakrise (die im letzten Januar begann) überwunden scheinen.
Das ist trotz dem ganzen Mist der da ist – ein gutes Gefühl.