Das Jahr 2020 und 2021

Wie jedes Jahr blicke ich zurück auf das letzte Jahr, vergleiche es mit dem letzten Rückblick (kursiv geschrieben) und schaue wo ich hin will, was ich ändern möchte. Nicht als „Vorsätze“ – eher wie ein Innehalten und schauen ob der Weg auf dem ich bin auch der ist, auf dem ich sein möchte.

Aber auch meine Wünsche – was würde ich gerne versuchen, ausprobieren, neu/ganz anders machen, eher spielerisch für mich neu entwickeln oder ähnliches. Nicht als Vorsatz – eher als Wunsch oder Traum, der aber auch realistisch ist, also durchaus umsetzbar. Wobei weniger das Ergebnis zählt, sondern mehr das ausprobieren, mir neue Horizonte erschließen.

Das Jahr 2020

körperlich:

– mehr Bewegung! Vor allem hoffe ich, dass ich es in diesem Jahr schaffe mit dem Rad nach Hause und wieder in die Stadt zu fahren.

Dank Corona natürlich so gut wie gar nicht Rad gefahren und auch sonst deutlich weniger Bewegung

– das Dauerthema – Gewicht: das muss deutlich runter !

Tja – leider deutlich rauf

– das Kopf-MRT endlich hinter mich bringen.

Geschafft: nach 1 Jahr und 9 Monate auf den Tag genau, hatte ich endlich die Bewilligung.

 

Betreuung, Wohnung und Zwischenmenschliches:

– mit dem Betreuer eine Routine schaffen, so dass wir das mit der Wohnung deutlich besser hinbekommen.

Da er sehr lange krank war und wegen Corona hat das gar nicht hingehauen – weniger Termine, weniger Struktur, viel Vertretungen. Im Endeffekt hab ich jetzt 2 Betreuer und das ist gut so

– weiter daran arbeiten, dass ich alleine Einkaufen gehen kann und das auch in Phasen, die nicht super sind

auch hier – dank Vertretungen und Corona – alles deutlich schlechter, da das regelmäßige Einkaufen wegfiel

– wieder mehr Singen oder sonst wie Musik machen.

Ich hab die Gitarre aufgehängt und das Klavier rausgekramt.

 

Therapie:

– einen neuen Therapeuten finden und mit ihm eine Basis schaffen, mit der wir dann gut arbeiten können

Therapeut war gefunden, der Rest leider nicht, dank einer Oberärztin, die uns einfach nur ständig Steine in den Weg legte.

– Buchbinderei wieder regelmäßig nutzen

auch nicht – fiel wegen Corona ganz weg

– daran arbeiten, dass ich mit dem Rad mehr Mobilität zurück gewinne und damit auch das „alleine außer Haus“ kommen üben und erarbeiten.

siehe oben – alles deutlich schlechter

– die Stabilität wenigstens nicht weiter verlieren.

Ehrlichgesagt dachte ich Anfang des Jahres – mehr verlieren geht nicht. Dieses Jahr hat gezeigt, dass es noch eine Menge zu verlieren gab. Dass da noch Boden da war – wackeliger und nicht wirklich tragfähig, aber da. Der fiel auch noch weg.

– eine Lösung/Ersatz für den Ersatzthera zu finden und damit klar kommen, dass er nicht mehr mein Ersatzthera ist.

Ich arbeite dran

– ein Ende des Dauerdissoziierens und einen anderen Umgang mit Gefühlen finden

Auch die dissoziativen Zustände haben sich deutlich verschlechtert. Leider auch mit viel destruktivem Verhalten in allen Bereichen

– das mit der Depression ernst nehmen und abklären/behandeln.

Nicht Depression, dafür Cortisol-Schieflage.

 

Wünsche:

– wieder eine Stabilität erarbeiten, die auch einigermaßen tragfähig ist.

– dass ich mich auf die neue Therapie einlassen kann.

– mir mit dem Rad Selbständigkeit und Mobilität zurück erobern

wieder dahin zu kommen, dass ich nicht mehr dauerhaft dissoziiere

 

Keiner davon ist in Erfüllung gegangen, die ganze Situation hat sich verschärft und dass ich heute noch hier bin, ist in diesem Fall nicht mein Verdienst, da war wohl höhere Gewalt im Spiel.

 

Das Jahr 2021

körperlich:

– die Ernährungsberatung durchstehen und mit der Adipositas-Ambulanz wegen der Magenverkleinerung angehen – im Idealfall die Op schon hinter mich bringen

– wieder fitter werden, mobiler! Rollator loswerden!

– Gewicht runter!

Therapie:

– eine gute Basis und Therapeutische Beziehung mit dem neuen Thera aufbauen

– dringend destruktive Verhaltensweise reduzieren/abstellen

– wieder Boden unter die Füße kriegen!

 

Betreuung/Wohnung/Zwischenmenschliches:

– mit den Betreuern eine Routine entwickeln und die Wohnungssituation wieder deutlich verbessern

– wenn möglich die Tafel wieder etablieren

– mich häufiger mit MissMutig treffen

 

Wünsche:

Ich wünsche mir vor allem, dass ich das mit dem Gewicht wieder in den Griff kriege und sich die psychische Situation wieder stabilisiert.

Weg vom „irgendwie überleben“ – wieder hin zu einem leben, weg vom Dauerdissoziieren und wieder was mitkriegen. Weg vom nicht-sein und Dauerablenken – hin zum da sein, spüren können, leben.

 

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1 Antwort zu Das Jahr 2020 und 2021

  1. Anne sagt:

    Hallo Ilana!

    Happy new year 2021! Auch hier nochmals mein Angobt, wenn du wegen des Magen-OP Fragen hast oder dich austauschen möchtest, melde dich gerne und jederzeit bei mir. Mein Sleeve (von mir liebevoll Günter getauft) zog am 11.11.19 ein und ich habe über 70 kg abgenommen und bin nur noch knapp 12 kg von Normalgewicht entfernt. Etwas wovon ich jahrelang nichtmals zu träumen gewagt hätte.

    LG Anne

    PS: Wenn du Kleidung braucht, kann ich dir auch helfen, da ich einiges habe, was mir jetzt deutlich zu groß ist. Auch deswegen kannst du dich gerne bei mir melden

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