WMDEDGT 06/20

Es ist wieder der Fünfte – und Frau Brüllen fragt daher wieder: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

Die Nacht war – unruhig, aber soweit ok. Der kleine Gnom hat rausgefunden, wie man Spannbettlacken abzieht um sich darin wie ne Rolle einzurollen – entsprechend unruhig war die Nacht, aber dafür hab ich trotzdem recht gut geschlafen.

Aus irgendwelchen Gründen bin ich tatsächlich erst um 8.30 aufgestanden! Kaum zu fassen. Sonst ist es eher sechs.

Von daher war der Start ein bisschen stressig. Denn um 9.30 kommt der Urlaubsvertretungs-Betreuer für den Wohnungstermin. Da ich direkt im Anschluss zur Thera fahre, musste ich also frühstücken, mich fertig machen (und zwar so, als ging es auswärts und nicht nur wohnungstauglich) und bis auf die Haare hab ich das auch geschafft.

Für die brauch ich ja immer ewig, weil ich dringend zum Frisör müsste. Die verknoten sich nämlich ständig, so dass ich gut 10 Minuten brauche bis alle Knoten raus sind. Sehr. Nervig.

15:30 Uhr: Wohnungstermin lief super – und machte mir deutlich, dass es doch nicht nur an mir liegt, dass das die letzten Wochen so chaotisch war. Jetzt ist nur noch das Wohnzimmer im Chaos, aber das werden wir dann auch noch schaffen nächste Woche.

Direkt danach Thera: Im Moment ja Notfalltermine, weil im Krisenmodus de Luxe – und ich bin echt dankbar, dass das so möglich ist. Wir haben jetzt für die nächsten 3 Wochen je 2 Termine die Woche ausgemacht, er will mit der Ärztin sprechen, ob sie die Bedarfsmedikation aufschreiben kann (leider ist mein Arzt grad im Urlaub und ich hab keinen Nerv auf Diskussionen) und ja – man merkt, dass er Verhaltenstherapeut ist – trotzdem es tut mir gut und hilft mir grad sehr über die Zeit.

Von dort dann nach Hause. Erstmal musste ich mir was zu Essen machen. Avokado musste weg und sonst halt kalt zusammengeschnibbelt und eingetütet.

Mittlerweile hab ich gegessen, ich bin körperlich völlig am Ende, psychisch ebenfalls.

Aber ich hab  noch einen Telefontermin und dann wird heute nicht mehr viel laufen.

Noch bisschen fernsehen, quizzen und danach ins Bett und mit medikamentöser Hilfe hoffentlich gut schlafen.

Bin aufgeregt wegen morgen. Ich lerne K. und ihre Familie kennen, bekomme eine Waschmaschine, Trockner und neue Arbeitsplatte und freu mich auf die beiden Kinder.

Es wird sicher sehr anstrengend, aber ich freu mich drauf. Und ja ich bin freudig nervös, aufgeregt, gespannt.

17:00 Uhr: Telefonat erledigt, außerdem noch eine Rückantwort wegen dem Hydrocortison bekommen.

Es steht nämlich mal wieder im Raum, dass das für ne Weile erhöht werden sollte – testweise. Die letzten Male mit heftigeren Krisen waren ja dann doch meist damit entweder erledigt (die waren aber nicht so ausgeprägt) oder besser in den Griff zu kriegen. Was ja eigentlich auch logisch ist und wenn ich so überlege, zeigt der Körper da schon auch (ähm – sehr!) deutliche Signale, die ich wegen der Psyche übersehen habe. Manchmal sieht man halt den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Und sei es nur, weil aktuell dann halt einfach der Bedarf an Cortisol deutlich höher ist und daher auch die kurzzeitigen Erhöhungen nicht reichten. Also mal für ne Woche doppelte Dosis, zusätzlich zu höherer Therafrequenz, Anpassung der Medis, homöopath. Unterstützung und ab übermorgen ja auch deutlich mehr Ruhe, was glaub ich auch ein großer Faktor ist.

Auch klar ist, dass es diesmal nicht nur am Cortisol liegt – aber wenn schon im Normalzustand zuwenig produziert wird, wird es bei (Dauer-)Stress natürlich erst recht nicht reichen und wir hoffen, dass die Erhöung die restlichen Maßnahmen unterstützt und es somit dann schneller aufwärts geht.

Noch eine Stunde rumkriegen, dann quizzen und dann Bett. Mal schauen ob ich einen der Bonsai-Tiger zum Kuschlen überreden kann – mir ist nämlich kalt.

Der Abend:

der Gnom kam zum kuscheln (später Nachmittag ist da meist seine Zeit), nach Quizduell Olymp Richtung Bett verschwunden, Bonsai-Tiger versorgt, Bett umsortiert (ich hab da echt viele Kissen und Decken und hab festgestellt, dass ich auf keins verzichten mag), noch bisschen Bonsai-Tiger bespielt und die Bonsai-Oma (die Kleine Maus) beruhigt, für die die ganze Umstellerei von Dingen (und diesmal dann halt auch ein Katzenklo und bis morgen der Fressplatz) wohl etwas zuviel war gestern, Medikamente in die richtigen Mäuler verteilt und gegen neun dann auch schon Licht aus gehabt.

 

 

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