Donnerstag

Irgendwie schon den ganzen Tag auf Freitag gepolt.

Tja diese Arthrose-Unterarm-Gehhilfen sind angekommen. Und irgendwie mach ich was falsch oder meine Anatomie passt nicht zu den Teilen. Nach fünf Minuten hatte ich blaue Flecken auf Oberarmen und irgendwie scheinen meine Unterarme zu kurz oder so. Außerdem findet die entzündete Schulter das Ganze jetzt auch nicht so prikelnd. Aber die würde es wenigstens noch einigermaßen mitmachen.

Ich warte noch auf Antwort vom Hersteller, ansonsten kann ich noch ein anderes (leider auch doppelt so teures) Modell ausprobieren (dafür kann ich die da auch einzeln bestellen und so erstmal nur für die linke Hand), aber ich fürchte, dieses Problem werde ich dann auch dort haben.

Es ist – frustrierend.  Vor allem auch zu merken, dass das linke Handgelenk, dass seit der Op echt ziemlich gut war, jetzt wieder dermaßen Zicken macht, dass die Frage nach weiterer Op wieder aktuell wird.

Das zuhause bleiben entlastet die Handgelenke wenigstens doch sehr, diese kurzen Strecken in der Wohnung gehen auch ohne.

Ansonsten: ich versuche sowas wie Struktur aufrecht zu erhalten. Ich stehe morgens auf (meist zwischen fünf und sieben), spätetestens um sieben, mache die Bonsai-Tiger und mich tagfertig, frühstücke im Wohnzimmer und dann schau ich was eben ansteht. Sowohl in der Wohnung als auch an Arbeiten, aber auch um die psychische Stabilität zu erhalten.

Im Moment bedeutet das meist erst Internet, dann nähen (im Moment einige Mundschutze für Nachbarn, Bekannte, Betreuer), wenn es zu kippeln anfängt schalte ich eine Serie dazu, zwischendrin Bonsai-Tiger beschäftigen und bekuscheln, kurzer Schnack mit dem Nachbarn (ist so abgemacht, weil er zu den Risikopatienten zählt und sehr vereinsamt, also klopfen wir kurz beim anderen und plaudern kurz mit Abstand) und dann schau ich halt wie ich mich beschäftigen kann.

18 Uhr läute ich die Abendroutine ein – quizzen und wenn die durch sind, verkrümel ich mich langsam Richtung Schlafzimmer. Dort Bonsai-Tiger abfertigen (da sind sie dann auch echt hungrig und ich muss drauf achten, dass die richtigen Tabletten in den richtigen Bonsai-Tigern landen), füttern, große Spieleinheit mit dem kleinen Gnom, später gesellt sich dann der Wirbelwind dazu und will auch noch bespielt werden, bis dahin ist das Bett schön vorgewärmt und ich kuschel mich mit dem Ebook ins Bett.

Im Laufe des Tages kommt dann entweder einmal Rad oder Crosstrainer dazu (oder Wohnungstermin/Einkauf – wobei die nur zählen, wenn die Fitnessuhr das als Training ansieht) und natürlich was zu Essen machen oder so.

Im Großen und Ganzen das, was halt immer ist, wenn ich keinen Termin hab.

Immerhin hab ich heute endlich R. erreicht. Gut ist anders, aber sie ist jetzt zu Hause und auch wenn sie deutlich vernünftiger noch sein könnte, ist es schon besser als erwartet. Auf den Pott setzen hilft halt manchmal doch und da die Tochter da Gott sei Dank mitzieht, hört sie es nicht nur von mir.

Dafür große Sorgen um ihren Lebensgefährten, der ja im Pflegeheim ist seit 6 Wochen und dort echt fast draufgeht. Weil halt nur noch im Zimmer (außer zum Frühstück, Mittag- und Abendessen, zum Kaffee wird er aber nicht geholt), kein Besuch, nur noch einmal die Woche duschen usw – kein Personal und halt auch keine Angehörigen, die mal was übernehmen könnten. Für ihn nicht verständlich und er leidet wirklich sehr und baut zusehends ab. Telefonieren ist auch nicht immer hilfreich – da schmieden wir grad Pläne, wie wir ihm dennoch was Gutes tun können.

Für R. ist das dann doppelt schlimm und ich kann sie da sehr gut verstehen.

Aber sie lässt jetzt andere einkaufen, wurde bei der Rückkehr von den Nachbarskindern total süß überrascht und begrüsst (mit kleinen Briefen und Bildern) und ich weiß sie realitv gut versorgt – jetzt muss sie es nur auch annehmen lernen.

Mit etwas Glück geht nächste Woche die Physio vor Ort weiter – ist für sie ja aktuell extrem wichtig.

So und jetzt ab und Raubtierfütterung.

 

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