frustrierend

Heute war ein sehr frustrierender Tag. Wobei es sich schon seit einiger Zeit abzeichnete, aber bisher war es halt ein „kurz davor“.

Vor einigen Jahren war ich auf Krücken angewiesen. Jahrelange Physiotherapie und viel harte Arbeit führten dann dazu, dass ich diese immer weniger brauchte und schlussendlich endgültig wegpacken konnte.

Tja – heute war ich unterwegs – und wir reden von grad mal 300-400m. Die letzten 100 waren kaum mehr schaffbar. Schmerztechnisch.

Hauptgründe sind sicher das Gewicht und dass es grad eh schwieriger ist. Der Rücken ist schon seit ner Weile mehr als nur am motzen, länger stehen (und ich rede da auch nur von wenigen Minuten) geht schon länger nicht mehr, gehen wurde zunehmend schwieriger, ich brauchte halt mehr Pausen (sprich Möglichkeit mich hinzusetzen) und dann gings weiter. Auch am Crosstrainer merkte ich das – Rad ging dafür besser. Dazu kommt, dass die angeschlagenen Gelenke in den letzten Jahren ja auch nicht besser wurden.

Heute kam ich fast nicht nach Hause. Ich musste mich übergeben und mir war mehr als schwummrig und ich erreichte nur sehr mühsam einen Stuhl, der bei uns vor der Tür steht. Ohne wäre ich die Treppen nicht mehr hoch gekommen. Irgendwann war das Sichtfeld wieder klar, die Übelkeit ging zurück und ich konnte dann hochgehen.

Nun denn. Das was ich seit Tagen vor mir herschob – mal schauen wo ich eigentlich die Krücken verräumt hab und vor allem, ob da noch welche von nutzbar sind (die Puffer sollten damals schon erneuert werden und durch das lange in der Garage stehen, sind die eh schon arg genutzten nun wirklich nicht mehr gut in Schuss, die Griffe teilweise wohl von Mäusen abgefressen, die Puffer alle hinüber (bröselig), Griffpolster und Co hinüber).

Alles kein Drama. Neue würde ich verordnet kriegen, aber ich nutz eh so rutschfeste Puffer und so hab ich die jetzt halt notgedrungen bestellt (wann sind die denn so teuer geworden?) und ein Paar Krücken ist soweit noch in Ordnung (das andere ist auch nur optisch schlimm, stützen tun die aber auch noch).

Vor allem ist eh unklar, wie ich das mit den kaputten Handgelenken hinbekommen soll – rechts ist ja aktuell wieder mit Schiene, links zickt auch schon, von daher muss ich wohl zeitnah eh auf  welche umstellen, bei denen das Handgelenk geschont wird. Die werden wiederum eh nicht übernommen und von daher bringt mir die  Verordnung sowieso gar nichts.

Wann ich das mit den handgelenkschonenen hinbekomme ist auch unklar – die günstigsten sind mit knapp 100 Euro  jetzt auch nicht mal eben so drin – zumal ja noch die Medis der Bonsai-Tiger bezahlt werden wollen. Trotzdem werde ich schauen müssen, dass sich das bis Mai irgendwie regeln lässt, weil die Handgelenke das einfach nicht mehr mitmachen.

Außerdem hoffe ich natürlich, dass es nur für den Übergang ist und nicht wieder wie damals sich über viele Jahre zieht (8 waren es damals glaub ich).

Wird alles werden.

Frustig ist für mich nur, dass es halt wieder auf Krücken hinausläuft. Das schränkt natürlich die Mobilität wieder sehr ein (was sich hoffentlich über Rad wieder ausgleichen lässt).

Mit etwas Glück bringt mir morgen jemand das Rad, dann kann ich wenigstens hier etwas fahren und das Training weiter führen. Das ist jetzt dringender denn je. Und mit noch etwas mehr Glück wirkt sich das dann auch auf die körperliche Fitness und dem Umgang mit den Schmerzen aus – weil ich da dann halt auch aktiv was tun kann.

Das heute hat mich geschockt. Ich bin froh, dass so wenig Leute unterwegs sind und mich so niemand angesprochen hat als ich da kotzend am Wegesrand stand oder schwankend  durch die Gegend stolperte. Und dass dieser Sessel da stand.

Das Gefühl, das nur aus Angst und Schmerz bestand, Angst, es nicht bis nach Hause zu schaffen, zu merken, dass es wirklich Glück ist, wenn ich es bis zum Sessel schaffe – das hat mich ziemlich wach gerüttelt. Dabei war gar nicht im Angst im Vordergrund – ich hatte genug mit trotz Schwindel und Kreislauf aufrecht stehen bleiben, blinzeln, in der Hoffnung, dass das Sichtfeld wenigstens so bleibt, dass ich sehe wo ich bin und beim Kotzen nicht umzufallen und damit dem Hund trotzdem noch die nötige Sicherheit zu geben, dass er nicht panisch wird – genug zu tun.

Jetzt geht es wieder, solange ich nicht stehe oder mehr als ein paar Schritte gehe. Eine Krücke steht bereit, rutschfeste Puffer sind für morgen auf dem Plan, dann hab ich ab morgen auch ein Paar. Eine ist nämlich – schwierig, vor allem weil die dann eben rechts nötig wäre und das ist mit Schiene – schwierig. Aber es geht irgendwie. Gibt schlimmeres.

Außerdem hab ich die ganzen Physioübungen von damals rausgekramt. Wobei die aktuell mehr dazu dienen, dass es nicht weiter verschlechtert, besser wird das damit wohl nicht wirklich.

Es gibt durchaus einen Grund, warum ich seit Jahren Physio habe. Und auch wenn es viel besser wurde, merke ich wenn er in Urlaub ist oder so. Seit  November etwa, hatten wir seltener, es fiel eher mal aus und dann war er im Urlaub und jetzt fällt sie auch aus. Vielleicht hat das das Ganze jetzt einfach gepuscht.

Denn im Raum steht es ja nun schon seit November etwa – aber es ging halt immer wieder irgendwie. Durchaus auch über Grenzen, aber es ging halt.

Heute dann eben nicht mehr. In so einer Situation will ich nie wieder sein – also kommt die Krücke jetzt wieder mit.

Interessanterweise immer noch mit dem selben Hass wie vor Jahren – das war immer so ein blödes Teil, mit dem man sich dann halt arrangiert hat. Und das muss ich halt wieder.

Die kaputten Handgelenke machen es schwerer – das war damals zwar auch schmerzhaft, aber klappte noch gut. Das operierte ist auch etwas besser als das andere. Aber auch dafür gibt es dann in einigen Wochen hoffentlich Abhilfe.

Es gibt einen Plan, es gibt Möglichkeiten, es ist ein Umstellen, aber es wird werden. Wie ich die Teile am Rad befestige muss ich auch noch überlegen.

Beschäftigungstherapie oder so.

Ansonsten: psychisch etwas geknickt wegen der Sache, aber sonst immer noch im grünen Bereich. Muss halt wieder mehr auf den Körper (bzw die Schmerzen) hören und endlich wieder anfangen anständiges Schmerzmanagement zu betreiben (alles jenseits von Medis, da will ich noch nicht erhöhen).#

Es ist wie es ist – und es wird schon werden!

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Beziehungen/Kontakte, Bonsai-Tiger, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.