Auszeit

Erst in der Nacht wurde klar, wie sehr mich die letzte Woche geschafft hat. Kräftemäßig, psychisch. Gestern war ich platt wie schon lange nicht mehr (und das will was heißen, da es ja grad nicht so selten vorkommt).

Der Schlaf war voller Träume und heute morgen machte es an weiterer Stelle klick: ich war verspannt und schmerztechnisch jenseits von gut und böse als ich  versuchte aus dem Bett zu krabben. Das ist schon ein paar Tage so.

Heute wurde mir klar: das ist so, seit das Wärme unterbett kaputt ist.

Ja es gibt einen Grund, warum das bei mir selbst im Sommer oft an ist. Das weiß ich auch. Aber deutlich wurde es erst jetzt wieder – weil es grad wegfällt.

Kein Wunder also, dass Schulter, Rücken und Hüfte wieder so Probleme machen und die Nächte wieder schlimmer sind – weniger erholsam, mit mehr Unterbrechungen usw.

An sich alles kein Problem – wenn das Bewusstsein dafür da ist – so kann ich es mir erklären und auch besser damit umgehen.

Aber auch die Träume zeigen deutlich, dass ich mit Wegfall des Ersatztherapeuten, Ausfall des Betreuers (und damit zusamenhängend natürlich auch Zustand der Wohnung), den Sorgen um die Bonsai-Tiger und irgendwie auch um MissMutig, dem Kennenlerntermin des vielleicht-neuen-und-hoffentlich-versau-ichs-nicht-Therapeuten, der Unsicherheit ob der Betreuer nächste Woche wieder kann, die Schweriigkeiten mit dem Laptop und dass ich den daher nur eingeschränkt nutzen kann usw usw – dass es einfach grad – viel – ist.

Zu viel.

Ich will rad fahren – muss aber grad sehr mit den Kräften  haushalten und den Lenker neu einstellen lassen (der neue Sattel ist dafür super klasse und ich will ihn nicht mehr missen).

Alles schreit in mir nach einer Auszeit.  Dabei geht es darum gar nicht – eigentlich bräuchte ich eine Auszeit von mir selbst. Von meinen Sorgen, Gedanken, inneren Geistern und Dämonen.

Und die kann ich mir sogar verschaffen – ich bin wieder sehr gut geworden im Ausblenden, nicht-sein.  Nur dass mich daran das nicht-sein stört.

Manchmal reicht es schon mir dessen bewusst zu werden und mir dann zu sagen: ok, hetue ein Tag nur mit Dingen, die gut tun. Dingen, die ich auch machen möchte. Kein müssen.

Das kann bis morgen warten – das müssen.

Ein Tag einfach mal sein und sein lassen. Ich kann es grad eh nicht ändern und ich komme damit auch klar – ich krieg das alles hin. Es muss nicht heute und jetzt sofort sein.

Ein Tag einfach nur atmen und das Positive in den Vordergrund stellen und all den Sorgen mit einem Stopp Einhalt gebieten.  Die sind morgen wieder dran, heute haben die Pause.

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