WMDEDGT 12/19

Jeden 5. des Monats fragt Frau Brüllen in die Runde: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

3-5 Uhr: immer wieder hochschrecken, kurz überlegen, ob ich schon aufstehen soll/will, mich fürs weiterdösen entschieden bis zum nächsten Hochschrecken.

7:00 Uhr: der Wecker klingelt, ich quäle mich aus dem sehr warmen Bett. Quälen, weil die Raumtemperatur arg kalt ist und mir alles weh tat und alle Gelenke völlig steif waren.

Also mal kurz zur Heizung, feststellen, dass die versehentlich auf 12,5 Grad eingestellt ist, etwas hoch gestellt und wieder sitzend in die Bettdecke gewickelt.

Dann kurz Bad, die Bonsai-Tiger versorgt (denen war auch kalt und daher wollten sie unbedingt kuscheln), den Gnom davon abgehalten den Wirbelwind zu terrorisieren (grad morgens weiß sie nicht wo hin mit ihrer Energie), eine Banane gegessen, die Bonsai-Tiger ins Wohnzimmer verfrachtet, Medis an Mensch und Tier verteilt, Bad (diesmal deutlich länger und ausgiebiger), mich angezogen, alles gepackt und dann hatte ich noch 5 Minuten, die ich mit der Suche nach einem sehr feinmaschigen Sieb – ohne Griffe und 22cm – verbracht.

kurz vor 8 Uhr: Der Fahrer wartet, ich kram noch mp3-Player und Kopfhörer von den Ladegeräten, schnapp mir kurzentschlossen noch so eine Taschentücher-Box und los gehts.

8:30 Uhr: Buchbinderei. Da ich nicht wusste was machen, hab ich mich an die Taschentücher-Box gemacht. Also einer Kiste, die solche Boxen aufnehmen und kaschieren kann sozusagen.

Berechnung war schnell erledigt, die restliche Zeit mit Zuschneiden verbracht. Das Rumprobieren wie ich die Öffnung gestalte, kommt dann nächste Woche.

10 Uhr: heute leider nur Krankheitsvertretung und daher nur bis 10 Uhr. Wartezeit bis 11 Uhr im Foyer mit Hörbuch und Pokemon Go verbracht.

11 Uhr: ein überraschter Ersatzthera bittet mich rein und ich erfahre, dass eigentlich alle Patiententermine abgesagt wurden – Anweisung von oben, da er in seinem letzten Monat die Berichte schreiben soll. Offensichtlich ist denen egal, ob er sich als Therapeut von seinen Patienten verabschieden möchte oder nicht.

Mich hat wohl niemand erreicht – so konnte ich mich immerhin verabschieden. Trotzdem doof, weil natürlich alle Dezember-Termine dann jetzt ausfallen.

Dabei hab ich noch Glück.

Mit einem Kollegen hat er gesprochen, der wird wohl das Formale für mich weiter machen. Einen ersten Termin bekomme ich noch.

Andere bekamen also von der Anmeldung vorne einen Anruf, dass alle Termine gestrichen werden und es auch keinen Ersatz gibt – Pech gehabt.

Das Schreiben für das MRT muss die Ärztin schreiben – Termin um sie darum zu bitten ist im Februar. Super. Nicht.

Das Gefühl, dass da von oben ein interner Streit auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird, gibt dem Abschied noch zusätzlich einen komischen Beigeschmack.

Er wird mir fehlen und ich bin ihm unendlich dankbar für alles. Er wird noch versuchen den von ihm empfohlenen Therapeuten zu erreichen und mal vorzufühlen, wie es da aussieht. Ich hatte mit dem ja ausgemacht, dass ich mich im Januar wieder melde.

13:15 Uhr: Fahrt nach Hause, Essen von To good to go von gestern aufgewärmt, erstmal Fenster im Wohnzimmer aufgerissen (Südfenster, Sonne, 26,5 Grad drinnen, nach einer knappen Stunde wieder gute 18 Grad), gegessen, nebenher läuft Ski Alpin, Bauch vom (unwilligen) Gnom kontrolliert (da steckte noch ein Fädchen drin und ich bin nicht sicher, ob jetzt alles raus ist, aber es scheint jetzt gut zu verheilen) und gleich wird es klingeln und der Betreuer kommt.

Heute nochmal Wohnung – wobei es mehr um umsortieren geht – und die Crosstrainer-Ecke endgültig fertig zu kriegen (also Wäsche in die Garage, den kleinen TV an die Wand, dabei noch die Fenster innen sauber machen und das Regal, dass freigeräumt werden musste, wieder einräumen.

Im Idealfall schaffen wir noch die Fensterbank im Flur (die ist schlecht zugänglich und daher ist das immer ein Aufwand) und/oder das Vorratsregal, in dem sich die Ordnung so langsam wieder aufzulösen beginnt (bzw – die zwei Regalbretter, in denen sie noch nicht war immer unordentlich werden, weil alles irgendwie da rein gestopft wird).

Mal schauen wie viel wir schaffen, ist ja heute nur 1,5 Stunden Termin.

15:30 Uhr: TV ist an der Wand, Usb funktioniert, Sat noch nicht. Aber das liegt vermutlich daran, dass ich zum 2.! Mal ein falsches Kabel bestellt hab. Ich war früher echt gut in diesen Dingen – hatte da auch viel mehr Geduld für. Heute ist das eher – katastrophal.

Egal von USB kann ich schauen, FireTv-Stick funktioniert theoretisch auch – ist mir nur zu stressig den hin und her zu holen und extra dafür einen – lohnt nicht. Da ich eh viel über USB-Stick oder externe Festplatte schaue, reicht mir das auch.

Die Ecke haben wir dann auch geschafft, aber mehr nicht – war auch so ganz schön knapp.

Doch das ist ok so – Hauptsache ich kann wieder auf den Crosstrainer ohne die Krise ob des Chaoses ringsum zu kriegen. Das ist jetzt beseitigt.

Eine Verkabelung würde ich gern noch etwas eleganter lösen, doch das werde ich dann mit dem endgültigen Anschluss regeln.

Das die Psyche grad arg angeschlagen ist, merke ich neben dem nicht-sein auch daran, dass ich sehr viel schneller einfach auch körperlich nicht mehr kann. Auch wenn da immer noch Welten zu vor Januar/Medikamentenumstellung sind und es klar die Psyche ist, die alles blockiert.

Wie auch immer – für heute steht jetzt nicht mehr viel an: bisschen fern sehen, Bonsai-Tiger-Bekuscheln (ausgiebig!), Clicker-Training und dann gemütlich lesen im vorgewärmten Bett.

18:30 Uhr: bisschen im Internet lesen, bisschen recherchieren, bisschen kuscheln, Braten (den ich vergessen hatte) in den Ofen geschoben, Salat gemacht, abend gegessen.

Aktuell mit dem Gnom kuscheln (der findet es blöd, dass ich grad schreibe) und mal schauen ob ich heute etwas länger fern sehe oder in einer halben Stunde Richtung Bett verschwinde.

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