nicht-sein

Es klafft wieder sehr weit auseinander.

Einerseits weiß ich vom Kopf her, dass das alles Symptome dafür sind, dass es mir nicht gut geht, dass da einiges im Argen ist und es gewaltig brodelt.

Andererseits fühlt es sich eben nicht so an. Denn ich fühle nichts.  Mit Ablenken krieg ich den Tag gut rum – keine Höhen, keine Täler, keine Krisen. Flashbacks laufen eher „nebenher“ – ich nehme sie wahr, aber die Skills greifen und auch das läuft alles eher automatisch.

Das ist der Punkt. Ich nehme es wahr – von außen, als ginge mich das alles nichts an.  Das ist das nicht-sein.  Eine Art Beobachterrolle, die die Kluft sieht, sieht wie sie größer wird, die sehr wohl weiß, dass das nicht gut oder gesund ist, aber eben nur wahrnimmt.

Als Reaktion halt ablenken, bloss nicht zu viel denken. Vom Fühlen bin ich sowieso weit entfernt.

Vom Kopf her weiß ich, das ist verlorene Zeit. Zeit, die später wie im Nebel liegt, wie ein Schlaf oder so. Zeit, in der es keine Erfahrungen und Erinnerungen gibt – weil ich grade eben nicht-bin.

Und trotzdem: es ist ein Bewältigungsmechanismus. Ich verstehe es, weiß auch, dass ich da grad nichts ändern kann.

Denn mich wieder dem Fühlen zuzuwenden – ist etwas, dass ich alleine nicht (mehr) kann. Dazu bräuchte es andere Strukturen und eine stabile, tragfähige Therapie.

Auch klar ist, dass das nicht immer anhalten wird. Irgendwann wird das kippen – daher muss ich das auch angehen, mir einen Therapeuten suchen um das anders zu lösen.

Doch auch das Kippen ist nicht nah – der Mechanismus hält.

Auf die Frage wie es mir geht – kann ich kaum antworten. Ein „ich bin grad nicht“ verstehen die wenigsten. Die Kluft ist groß

Es geht mir schlecht – weil ich die Symptomatik vom Kopf her natürlich sehe und verstehe und weiß, dass es ein Bewältigungsmechanismus ist, der nicht auf Dauer funktionieren wird.

Aber aktuell funktioniert er – und da ich nicht fühle – fühle ich mich auch nicht schlecht. Also wäre „nicht so gut“ oder ähnliches – für mich auch falsch. Für die Umstände – ist es ganz gut.

Es klafft immer weiter auseinander – ein Zeichen, dass es eben nicht besser wird, sondern – schlechter (wobei das ja auch nicht stimmt – eher einfach mehr Mechanismus?).

Ich entferne mich immer mehr – der  Beobachter muss weiter nach oben – um noch beide Seiten sehen zu können. Kein Spalt mehr, den man mit einem Schritt oder Sprung überbrücken könnte. Man müsste eine Brücke bauen.  Nichts unmögliches, aber etwas, wofür ich – irgendwann – Hilfe brauche (und mir auch suchen werde).

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