wie es ist

Insgesamt sicher besser – keine Frage.

Ich nehme wieder früher meine Grenzen war. Die letzten Wochen war ich mehr am weglaufen, hab mich dabei hoffnungslos übernommen, es war eigentlich nur klar, dass die Grenzen weit weit hinter mir liegen, aber wirklich wahrnehmen konnte ich das nicht.

Irendwann bin ich an die körperlichen Grenzen gestossen. Das ist neu – also seit Jannuar. Denn vor dem einen Medikament streikte ja der Körper deutlich vor der Psyche.

Seitdem bin ich durchaus auf körperliche Grenzen gestossen, aber da die Psyche in der Regel vorher streikte, war ich da nie wirklich dauerhaft drüber.

Es ist erstaunlich wieviel sich da verändert hat. Nach wie vor.

Psychisch bin ich immer noch im Ausnahmezustand, aber eben so langsam an dem Punkt, an dem ich Grenzen auch wieder wahrnehme. Wahrnehmen heißt leider noch nicht einhalten oder auf der richtigen Seite zu stehen, aber immerhin.

An guten Tagen bin ich auch auf der richtigen Seite.

Der Ersatzthera sagte letztens, dass er mein wirkliches ich schon seit über einem Jahr nicht mehr gesehen hat. Dass er nur das einigermaßen Funktionieren sieht, ein nach außen funktionieren, das weit über Grenzen geht.

Er hat recht. Dauerdissoziieren ist wieder Alltag und ich kann mich kaum an Zeiten erinnern, an denen ich mir nicht von außen zuschau. Dabei war das fast ganz weg.

Das Funktionieren nach außen war das einzige was mich noch zusammenhielt. Und vielleicht noch zusammenhält.

Es ist heute besser – sehr  sogar, aber dieses besser ist immer noch näher am sch.. statt am gut.

Trotzdem bin ich froh und dankbar darüber. Weil es handhabbar ist. Es ist anstrengend und mühsam und wieder sehr nahe an diesem Beitrag.

Aber ich habe viele Skills, Skills die auch greifen, für die auch die Kraft da ist. Trotzdem bleibt es anstrengend und es ist noch sehr viel Luft nach oben.

Es gibt gute und schlechte Tage. Die guten werden langsam mehr und die schlechten endlich langsam weniger.

Ablenken ist wieder einfacher, gelingt auch ohne, dass ich mich immer weiter von mir entferne.

Und an guten näher ich mich glaube ich sogar mehr an mich an. Es gibt wieder Momente, in denen ich mich gut fühle.

Es geht in die richtige Richtung – langsam aber stetig – und ich krabbel endlich nach sehr langer Zeit langsam aus einem tiefen Loch.

Es wird werden.

 

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1 Response to wie es ist

  1. Ingrid/ile sagt:

    Liebe Ilana,
    bin ich froh, heute wieder von Dir zu lesen, Negatives wie auch POSITIVES, was hoffentlich überwiegt.
    Schlaf gut, erhole Dich und „kämpfe“ weiter, ich hoffe, Du weisst, dass es das wert ist!
    Liebe Grüße, alles, alles Gute
    Deine Ingrid

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