Samstag

Plan Y beinhaltet einen stationären Aufenthalt. Einen, den ich nicht will. Einen, der bereits angeleiert wurde. Für Ende September/Anfang Oktober. 4-6 Wochen. Mehr, weil er Anlaufzeit braucht und absagen ja immer möglich ist.

Es ist ein Aufenthalt mit Sonderbehandlung – keine Gruppen, kein Speisesaal, keine große Visite. Dafür wird Tavor ausgeschlichen und das therapeutische läuft über den Ersatzthera. Angsttraining de Luxe ist geplant – um vielleicht das mit dem Rad etwas realistischer zu bekommen – oder es als Hilfsmittel dafür zu nutzen.

Ein sehr tierlieber Nachbar wird sich überwiegend um die Bonsai-Tiger kümmern. Er  vermisst das Kuscheln mit seinen Tieren, die bei seinen Eltern bleiben mussten und ich weiß, dass sie von ihm wirklich sehr gut versorgt werden und vermutlich restlos verwöhnt.

Da nehme ich das Gefühl, dass es mir unangenehm ist, dass da jemand viel und regelmäßig in meiner Wohnung ist, den ich nicht wirklich gut kenne, für in Kauf.

MissMutig würde sich auch kümmern, hat aber einen weiten Anfahrtsweg. Und sie tut schon so viel für mich. Tierpension ist finanziell nicht drin. Daher bin ich froh um diese Lösung. Auch wissend, dass MissMutig als Backup zur  Verfügung steht.

Aktuell ist es eine Theorieplanung. Die aber soweit geht, dass ich nächste Woche versuchen werde alle nötigen Rezepte zu bekommen – denn Medis muss man mittlerweile mitbringen.

Dazu kommt, dass das neue Medikament grad Lieferschwierigkeiten hat – und das noch nicht absehbar ist, wann diese gelöst sein werden. Könnte aber dauern. Weil wohl ein anderes nicht mehr lieferbar ist und viele Patienten auf dieses umgestellt wurden.

Es gibt keinen Ersatz, keine andere Firma, die es anbieten.

Die Einzelpackungen gibt es noch – also geht es Montag auch darum mit der Endokrinologin zu sprechen, dass sie mir statt dessen diese aufschreibt – und zwar in ausreichender Menge für einen evt. KH-Aufenthalt.

Alles in mir schreit, dass ich das nicht will. Dass ich zu Hause bleiben möchte. Alles in mir glaubt/hofft/denkt dass es gut gehen muss, die Bewilligug kommen muss. Es nicht anders sein darf.

Daher fällt es mir schwer, das andere zu organisieren. Es ist fremd, weit weg, als beträfe es mich nicht. Als wäre alles in Wasser – oder eher in Gel. Selbst das dran denken – und das macht es schwer. Das Denken, das Organisieren, das Planen.  Selbst wenn ich mich an einer Liste entlanghangeln kann.

Eine Liste, die es schon sehr lange gibt – eben Vorbereitungen für einen KH-Aufenthalt. Ist ja nicht der erste.

Der heutige Punkt war das Beschäftigungsprogramm. Festplatten und DVDs sichten, Filme, Serien, Hörbücher für offline-schauen/hören vorbereiten. Schauen, was die Bücherei in der Richtung so anbietet – weil da käme ich hin, da könnte ich Nachschub holen. Also dafür eine Liste erstellen.

Weil Internet ist dort auf Handy beschränkt. Nichts mit online-streamen. Teilweise schon froh sein, wenn anständiger Empfang ist. Vieles geht auch offline, aber das will eben vorher geplant werden.

Das war das einzige was heute ging. Das (Raus-)Suchen nach Serien, Filmen, Hörbüchern. Was klingt interessant, was hab ich hier, was könnte ich nochmal schauen, was lässt sich auch offline schauen. was will ich überhaupt schauen/hören. Was geht auch,  ist genug Leichtes dabei? Genug, dass auch bei kaum Konzentration möglich ist?

Auswählen, hin und her schieben, weil der Speicherplatz begrenzt. Liste machen – für das, was ich ausleihen kann/will.

Weil es unabhängig ist – sowas brauch ich immer, die aktuellen Serien gingen eh aus und so ging es eh darum Nachschub zu suchen.

Die Flucht in andere Welten, weil die meine grad so schwierig auszuhalten ist. Aber mit dieser Flucht – geht es.

 

 

 

 

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2 Antworten zu Samstag

  1. Ingrid/ile sagt:

    Liebe Ilana,
    ich wünsche Dir so sehr, dass „Plan y“ nicht hat erforderlich wird!!!
    Was Du so an/für evtl. Vorbereitungen schreibst, muss doch unheimlich anstrengend sein, bleibt da noch Zeit für ein klitzeklein bisschen Erholung und positivere Gedanken? All meine Gedanken sind mit ganz vielen guten Wünschen bei Dir!
    Liebe Grüße und eine gute und erholsame Nacht wünscht Dir
    Deine Ingrid

  2. Webschmetterling sagt:

    Liebe Ilana,

    meine Gedanken sind sehr oft bei Dir und deinen Kätzchen.
    Man fühlt/empfindet mit, man hofft mit.
    Ich wünsche Dir sehr, eher glaube ich fest „alles wird gut“.

    Sei ganz lieb gegrüßt
    vom ollen Webschmetterling

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