Der Neuantrag auf Fahrtkostenübernahme  geht heute raus. Inklusive Gerichtsbeschlüssen, ausführlicher Antragstellung, ärztlicher Stellungnahmen und Markierung der wichtigstens Stellen in den Beschlüssen.

Außerdem die Beschlüsse zu den zuerkannten Merkzeichen bzw den Schwerbehindertenausweis (Grad der Behinderung von 80%, Merkzeichen RF, G und B).

Der aktive Teil ist somit vorbei. Jetzt geht es nur ums Abwarten, Hoffen und Beten.

Hoffen, dass es überhaupt komplett an den MDK weitergegeben wird und noch mehr hoffen, dass dieser positiv bescheiden kann und wird.

Ich versuche irgendwie zum Alltag zurück zu finden. Alltag, der über „irgendwie überleben“ hinausgeht.

Einen Alltag, von dem ich auch was mitbekomme, ohne Dauerdissoziation, ohne fehlende Zeiten, ohne mich medikamentös auszuknocken, um irgendwie klar zu kommen.

Ich funktioniere. Überlebe. Aber darüber hinaus krieg ich nicht so viel hin.

Die Wohnung ist ein Schlachtfeld. Morgen versuchen wir hier wieder etwas Grund rein zu kriegen. Das Wochenende bin ich dann eh nicht da und am Dienstag werden wir dann den Rest in der Wohnung machen.

Mein Essverhalten ist – schwierig. Mir fehlt die Konzentration und Koordination um wirklich was zu kochen. Dazu kommt, dass heiße Herdplatten, heißes Wasser und Co – eine Gefahrenquelle darstellen.

Sowohl wegen der Unkonzentriertheit als auch wegen dem Druck sich selbst zu verletzen.

Körperhygiene ist irgendwie auf ein Minimum beschränkt. Duschen ist ja generell ein Problem – löst Flashbacks aus usw. Das ist natürich in Krisenzeiten sehr viel extremer und erschwert das „überleben“ dann doch sehr.

Nach außen ist es noch ok, aber selbst das ist mittlerweile schwierig.

Alles ist – anstrengend. Mühsam. Einfach weil ich so weit weg bin, die Wahrnehmung irgendwie wie mit Scheuklappen ist. Zu viel dabei aus dem Blick verliere.

Ich bin so extrem vergesslich. Kann mich nicht wirklich auf eine Sache fokusieren. Wobei das stimmt nicht, manchmal gelingt das. Aber meistens leider nicht.

Es gibt Strategien – und die nutze ich auch. Nur so ist es grad überhaupt irgendwie machbar.

Jetzt, wo alles gemacht ist, was ich machen kann, muss ich möglichst versuchen das ganze wegzuschieben. Mich auf den Alltag konzentrieren, im hier und jetzt bleiben. Die Zeit im Juli noch zu nutzen und (Überlebens-)Strategien für danach entwickeln.

Die Zeit bis zum Entscheid der Krankenkasse überbrücken.

Irgendwie.

 

 

 

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