wie es ist

Die Tage taumeln vor sich hin.

Es gelingt recht gut nur im hier und jetzt zu bleiben, abzulenken. Trotzdem ist es eher ein Funktionieren.

Irgendwie auch aus der Zeit gefallen – es gibt kein gestern oder vor einer Woche – das ist alles ein Einheitsbrei – das selbe gilt für die Zukunft. Als  gäbe es kein gestern und kein morgen. Alles außer dem jetzt verschwindet in einem Nebel.

Mir fehlt viel Zeit – wobei das so auch nicht stimmt – ich weiß die Eckdaten, aber könnte nicht sagen, was ich gestern oder heute früh genau gemacht hab. Dazu bin ich zu weit weg.

Ich funktioniere, reagiere, handle, sorge soweit für mich, bin aber nicht wirklich da.

Ein Satz ist grad Alltag: ich funktioniere, aber sie ist nicht da. Sie. Ich. Das, was ich für mich als „ich“ empfinde – hat sich irgendwo verkrochen und ist grad nicht ansprechbar. Ist dennoch immer ein „ich“, solange noch Kontakt dazu möglich ist.  Wenn sich dieser Teil so weit zurückzieht, dass eben kein „finden“ mehr möglich ist – wird es zum „sie“.

Aber das körperliche „ich“ (für mich ist mein Körper ja eher eine WG der unterschiedlichen Anteile und meistens läuft das auch gut miteinander und hat eher die typ. WG-Probleme) funktioniert, reagiert, ist handlungsfähig.

Es läuft halt das Notprogramm: dafür sorgen, dass der Körper klar kommt und das kriegt was er braucht (Nahrung, Schlaf, Flüssigkeit, aber auch Medis, genug Ruhe/Bewegung usw), Funktionieren  und alles weitere verschwindet im Nebel. Nur so ist ein nicht denken, nicht fühlen grad möglich.

Nur so kann ich den Alltag grad hinkriegen. Überleben. Das geht damit aber auch.

Genau das macht aber auch ein hier schreiben schwer. Weil es so – fremd – ist. Unvollständig. Nur ein auflisten der „Symptomatik“, aber kein Gefühl dazu.

Der Kopf weiß, dass das grad eine Schutzfunktion ist, kann das auch so stehen lassen – so ist es halt grad (nötig). Wissend, dass es gefährlicht wird, wenn das kippt, ohne ein Gefühl für oder Angst vor dieser Situation zu haben – dazu müsste man grad fühlen können. Das Fühlen ist komplett abgestellt. Ausgeblendet. Schlicht nicht vorhanden grade.

Darum geht es grad in erster Linie im Sicherheitsnetz – ein rechtzeitig erkennen des Kippens und ein entsprechend und frühzeitig reagieren. Dafür gibt es Pläne und Absprachen. Es muss sich also nach wie vor keiner Sorgen machen.

Was ich an einzelnen Tagen mache, erlebe, verschwindet im Nebel. Im Moment ist das gut so.

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