freitags-dies-und-das

Arzttermin. Wieder zu spät erst abgeholt worden. Das bringt immer alles durcheinander und ich merke, dass ich damit zur Zeit überhaupt nicht umgehen kann, sich das dann durch den ganzen Tag zieht.

Dann denke ich wieder, ich muss ja froh und dankbar sein, dass es die Fahrdienste aktuell gibt. Die Kasse das übernimmt –  wer weiß wie lange noch?

Es löst einiges aus. Zum einen hasse ich es zu spät zu kommen, das löst fast Panik aus. Aber vor allem bringt es Struktur durcheinander.

Dann erinnert es daran, dass das mit den Fahrtkosten in Zukunft mehr als nur unsicher ist. Das Merkzeichen bekomme ich nicht, die aktuelle Genehmigung fußt aber darauf, dass das noch nicht entschieden ist (was es ja nicht ist – ich hab noch keinen rechtsgültigen Bescheid, den ich für alles weitere brauche).

Was mache ich, wenn es nicht mehr übernommen wird? Und das mit dem Rad bis dahin nicht klappt (was zunehmend wahrscheinlich wird)?

Wie soll ich das hinbekommen, wenn – wieder! – alles wegfällt?

Stopp.

Arzttermin. Ich kam also zu spät, was für die Praxis eher egal ist, für mich aber bedeutet, dass ich den Anschlusstermin nicht rechtzeitig schaffen kann.

Es ging auch darum, ob sich an den Medis was ändern soll. Ein Medikament dazu, dass mir hilft, den Alltag besser hin zu bekommen, nicht permanent so überfordert zu sein, ständig die Tränen hinter den Augen – weil halt alles nur noch „zuviel“.

Das mir hilft mit den Zukunftsängsten etwas besser umzugehen – und zwar nicht nur im Sinne von „ablenken, nicht denken, nicht fühlen“. Das funktioniert aktuell zwar, lässt mich aber auf etwas zusteuern, was defintiv nicht gut ist – und ich auch nicht will!

Wir starten einen Versuch mit einem Antidepressivum – mir war wichtig, dass es nicht dämpft – wenn soll es eher antriebssteigernd sein.

Antidepressiva hab ich schon sehr sehr lange nicht mehr genommen (15 Jahre!), weil es damals für mich dann nicht möglich war Therapie zu machen – ich hatte das Gefühl wie ein „Zombie“ rumzulaufen, null Zugang zu Gefühlen.

So im heute betrachtet hatte ich ja sowieso Schwierigkeiten an Gefühle ran zu kommen, nur war mit dann auch gar keine Therapie mehr möglich.

Irgendwie ist das so abgespeichert in mir – ich komm dann an keine Gefühle mehr ran, würde mir heute ja gut passen. Wird nur so nicht funktionieren.

Trotzdem – so wie es jetzt ist, kann es nicht weiter gehen und ich will nicht erst dann reagieren, wenn es schon eskaliert, sondern nach Möglichkeit eine Eskalation vermeiden.

Also werde ich ab morgen mit einer niedrigen Dosierung starten. Und einfach schauen was passiert.

Es fühlt sich richtig an, da was zu tun – auch wenn es ein weiteres Medikament ist. Aber es ist auch Unsicherheit da. Oder eher die Angst – was wenn es bei dem, was mir so Probleme macht im Alltag – eben keine wirkliche Hilfe/Unterstützung gibt.

Auch ab ich abgesprochen (schon letztens mit dem Ersatzthera, aber es wurde heute von ärztlicher Seite auch angesprochen), dass ich versuchen werde, den einen Herrn zu erreichen. Auch Arzt, der aber Psychotherapie anbietet. Erfahrung mit Trauma hat. Und eventuell auch ab und an einen Termin als Sprechstunde abrechen kann.

Gar nicht um eine Therapie zu starten, sondern um Kontakt zu haben – und vielleicht dann in einem Jahr, wenn bei ihm ein Platz frei wird – eben auch einen Therapieplatz zu bekommen.

Sofern wir miteinander können – und er das überhaupt anbieten kann.

Auch das fühlt sich richtig an – aber auch hier: Angst. Angst vor einem nein, kein Platz, kein Interesse, keine Kapazität, keine Möglichkeit.

Was dann? Und selbst wenn er kann – was mache ich, wenn die Fahrtkostenübernahmen wegfallen?

Ich dreh mich da im Kreis.

*****

Vom Betreuer eingesammelt worden, Getränke abgeholt, kurz Fairteiler, Apotheke und nach Hause. Auf dem Plan stand Wohnungstermin. Wobei für mich auch wichtig war, endlich mal die Tiefkühle zu misten.

Die war ja versehentlich mal offen geblieben und ist total vereist. Aber vorm Abtauen muss ich schauen wie wo was. Überblick hatte ich gar keinen mehr.

Also hab ich gestern die alte Tiefkühle in der Garage (die zwar kühlt, aber abgerissene Böden, keine Fächertüren und nur noch 2 arg zerbrochene Schubladen hat) angeschlossen und wir haben heute erstmal nur gemistet – was weg muss und was noch bleiben kann. Letzeres kam bis auch wenige Ausnahmen (fürs WE) runter, ersteres kam weg.

Nächste Woche wollen wir sie dann in Ruhe abtauen und neu befüllen. Auch so, dass wieder draußen dran steht, was drin ist.

4 Tüten sind jetzt unten, eine halbe noch oben und der Rest ist weg.

Mit dem alten Betreuer hatte ich auch schon mal – grob! – gemistet und ich im Endeffekt war ich überrascht, dass gar nicht so viel weg musste.

Bis die jetzt abgetaut und neu befüllt ist, wird nichts gekauft, was ich in die Tiefkühle muss.

*****

Dafür haben wir in der Wohnung nicht wirklich viel geschafft, was aber auch zu erwarten war. Immerhin kann ich die Küche wieder wirklich nutzen.

*****

Es geht mir nicht schlecht – ich bin eher – nachdenklich. Schaue, wo ich was ändern kann.

Zum einen mach ich wieder zu viel Angsttraining. Es geht bei vielen Dingen einfach mehr um Achtsamkeit. Wo ist meine Grenze?

Nicht die körperliche! Sondern die psychische! Bisher hat ja der Körper schon viel eher gestreikt. War keine Kraft und Energie mehr da.

Da geht es mir – dank neuem Medikament – immer noch super. Aber es bedeutet auch, dass ich das nicht mehr als „Richtwert“ nutzen kann. Und eben auch nicht ein „och, solange der Körper noch kriechen kann, passt es schon“.

Nein, passt es nicht mehr.

Es geht darum Anzeichen früher zu erkennen – nicht erst, wenn ich halb heulend zusammenklappe. Mehr Ausgewogenheit rein bekommen.

Da ist einiges, was ich verbessern kann. Aber eben auch nur, wenn ich achtsamer werde.

Ich will ja nicht nichts tun, sondern mich schon auch fordern. Nur halt nicht überfordern.

Egal – es geht einfach um einen bewussteren Umgang mit mir selbst, mit einem austesten – auch wie ich Sport/Bewegung wieder gezielter als Skill einsetzen kann, wie ich Ruhephasen gestalten will.

Weg vom nur „Hauptsache nicht denken und nicht fühlen“ – hin zu einem ich kann denken, Gefühle wahrnehmen und trotzdem den Alltag bewältigen.

Ideen gibt es einige, welche passen, welche weniger – muss ich halt ausprobieren.

Auch wenn es mir nicht schlecht geht – möchte ich gern, dass es besser ist und wird als jetzt – und dafür suche und probiere ich halt ein paar Möglichkeiten und Wege aus. Das hat auch was sehr spannendes und interessantes.

Dieser Beitrag wurde unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Leben, Psycho-Somatik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Response to freitags-dies-und-das

  1. I ngrid sagt:

    Wieder mal ein Kraftakt für Dich, liebe Ilana!
    Ich wünsche Dir, dass Du dafür die richtige Balance findest und somit
    a) eine gute , erholsame Nacht und
    b) ein gutes und nicht nur erträgliches, sondern schönes WE!

    Liebe Grüße und gute Wünsche von
    INGRID

Kommentare sind geschlossen.