wie es ist

Wie bei jedem anderen Menschen auch, gibt bessere und schlechtere Tage.

Im Schnitt ist es immer noch gut. Über die Feiertage war es besser aber es ist immer noch gut.

Wenn es schlechter ist – dann hab ich sehr damit zu kämpfen Flashbacks und Co  zumindest so weit im Griff zu haben, dass ich weiß, dass es Flashbacks und Co sind – der Kopf immer noch weiß was grade Realität ist.

Oder ich kämpfe mit Ängsten und Zweifeln – wird das mit dem Rad klappen, wie kann ich den nötigen Trainingszustand erarbeiten, wo es unterstellen dafür – vor allem weil mir gestern einfiel, dass ja evt in den nächsten Monaten die Hand-OP ansteht und damit dann eh mind. 8 Wochen Rad ausfällt (und ich nicht dafür dann auch noch so viel Geld umsonst in die Parkgarage stecken möchte), die Hand-OP an sich (mit allem drum und dran wie eben MRT und co), ob das mit den Fahrtkosten klappen wird, ob ich ohne Therapie wirklich gut klarkomme oder mir da was vormache, ob das mit dem Gericht wirklich so läuft (traue mich da aktuell nicht mal beim Betreuer nachzufragen), ob das finanziell alles so klappt wie geplant und und und.

Grübeln kenne ich gar nicht so von mir.  Tagsüber hab ich damit auch jetzt weniger Probleme, aber nachts, im Halbschlaf, klappen die Dinge die tagsüber da helfen – weniger. Außer ich bin dann ganz wach – was ich nachts eigentlich zu vermeiden versuche.

Ich merke, dass ich viel terminfreie Zeit brauche oder anders: dass ich bei vielen Terminen sehr schnell an meine  Grenzen komme, das Gefühl des „zuviels“ dann wieder Dauergast ist.  Auch das zeigt, dass zwar eine gewisse Grundstabilität da ist, aber halt nicht viel drüber hinaus.

Und dass ich sehr dazu neige, mich aktuell zu übernehmen, mir das Auszeiten nehmen und Ruhe gönnen – schwer fällt. Nicht weil Unruhe da ist, sondern weil das eingestehen, dass es halt grad nötig ist und  doch nicht so gut, dass ich ohne auskäme – schwierig ist.

Die meiste Zeit klappt es an den schlechteren Tagen mit Ablenken, die Skills greifen und es ist zwar anstrengend, aber ich krieg es hin.

An den besseren Tagen hab ich von all dem oben etwas weniger. Es gibt durchaus Phasen, in denen ich mich ruhig fühle,  ich durchatmen kann, auftanken.

Auch hier muss ich Prioritäten setzen, geht nicht alles von alleine, bin ich auf Hilfe angewiesen (ambulante Betreuung). Körperpflege (Duschen), etwas kochen, essen, Haushalt –  alleine geht es auch an den guten Tagen nicht alleine.

Aber das muss ich auch nicht – denn ich hab eine funktionierende ambulante Betreuung, über die ich wirklich sehr froh bin.

Und mit dieser Hilfe – klappt das an diesen Tagen dann auch ganz gut.

An diesen Tagen ist der Tag vor der Kraft/Energie zu Ende.  Das ist gut.

Die meisten Tage sind irgendwo dazwischen. Meist mehr bei den besseren Tagen, Gott sei Dank seltener bei den schlechteren.

Manchmal kann ich einen schlechteren Tag abfangen, kann ich dass innere Abstürzen stoppen oder abfedern – Welt aussperren, ablenken, mir Gutes tun, je nachdem was in der jeweiligen Situation dann eben nötig ist.

Es gibt Pausen, ist nicht rund um die Uhr ein einziger Kampf – Pausen zum durchatmen – und solange es diese gibt – ist es gut.

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