Alltagsschwierigkeiten: Duschen

Es gibt Zeiten, da ist Duschen kein Problem. Dann gibt es Zeiten, da ist es eine einzige Qual. Meistens ist es irgendwo dazwischen – gut machbar, aber anstrengend.

Körperlich ist es in jedem Fall anstrengend. Psychisch – nun ja – hängt davon ab welche Zeiten grade herrschen.

In den letzten Wochen war es schwierig und die letzte Zeit hab ich das meist vermieden. Dadurch, dass ich quasi nicht wirklich raus musste, war das auch gut möglich. Man kann sich auch so waschen.

Wenn da die Haare nicht wären. Bei langen Haaren ist nicht mehr mit im Waschbecken waschen. Und auch wenn meine Haare sowieso nur einmal die Woche gewaschen werden (ist für meine halt der ideale Rhythmus um Haar und Kopfhaut gesund zu halten), sind die irgendwann an einem Punkt, an dem sie gewaschen werden müssen.

Duschen unausweichlich wird. Denn da helfen keine feuchten Reinigungstücher und keine Schüssel Wasser.

Meistens ist es dann so, dass nach dem Duschen ein: super – geschafft! herrscht.  Und die Freude frisch geduscht zu sein überwiegt. Denn ich mag dieses Gefühl sehr.  Dann bin ich auch müde und geschafft – aber das gute Gefühl überwiegt.

Heute war es leider nicht so.

Stattdessen: Du sitzt hier im Wohnzimmer, in der Hängematte, es ist 2019, du bist alleine in der Wohnung, du bist hier sicher, dir kann hier nichts passieren, es ist niemand anderer da usw usf – inkl. Skills um wenigstens teilweise im hier und jetzt zu bleiben und mich nicht ganz in altem Mist zu verlieren. Flashbacks und Körpererinnerungen nicht alles übernehmen zu lassen. Ihnen was entgegensetzen. Ohne ins Destruktive zu fallen/rutschen.

Sich selbst wieder zurück gewinnen. Stück für Stück wieder die Kontrolle über Körper und Geist erobern.

Bis das alte wieder weggepackt werden kann. Ich nicht nur teilweise, sondern wieder vollständig im hier und jetzt bin. Damit auch das letzte bisschen – die Anspannung im Körper – wieder nachlassen kann.

Mühsam. Aber auch hartnäckig. Und es dauerte lang.

Jetzt bin ich wieder ganz im hier und jetzt, völlig erschöpft und ausgelaugt.

Dieser Kampf ist nicht nur ein psychischer. Er saugt auch aus dem Körper jedes letzte bisschen Energie und Kraft. Die Muskeln zittern, ich kann mich kaum auf den Beinen halten, die Gelenke scheinen aus Pudding zu sein.

Nicht neu. Leider nur allzu bekannt. Kein Wunder, wenn vor Panik und Co die Muskeln über so lange Zeit so massiv angespannt werden, völlig verkrampft.

Duschen. Mehr wollte ich gar nicht.

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