WMDEDGT 12/18

Frau Brüllen fragt wie jeden 5. des Monats: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

7:00 Uhr – der Wecker klingelt, ich bin so unglaublich müde.

7:05 Uhr – ich quäle mich auf dem kuschelig warmen Bett, nehme meine Medis, scheuche die Bonsai-Tiger ins Wohnzimmer, gebe der einen ihr Medikament und wusel dann ins Bad.

Da ich kein Brot im Haus hab und ja was für Mittag mitnehemen muss, schneide ich ein paar Kastanien ein und koche sie. In der Zwischenzeit hab ich mich fertig gemacht, zu Trinken eingepackt und ein paar Möhren geschnibbelt – ebenfalls zum  mitnehmen.

Bis ich damit fertig war, waren auch die Kastanien fertig und ich versuchte sie zu pellen. Hatte sie gekocht, weil ich dachte, dann lassen sie sich noch einfacher schälen – tja Pustekuchen – nächstes Mal dann doch wieder im Ofen.

Also die meisten Maronen ungeschält eingetütet und dann musste ich auch schon los.

8:00 Uhr – das Taxi wartet hinterm Haus, weil vorne mal wieder alles gesperrt ist. Wir fahren zur Buchbinderei.

8:30 – 11:15 Uhr: Buchbinderei – ich werkelte an meinen Kisten rum, brauchte relativ lange bis ich das mit dem Magnetverschluss auch sinnvoll gelöst bekam  (bei der ersten Kiste allerdings nur einer, was arg knapp ist, daher bekamen die anderen Kisten je zwei).

Heute hauptsächlich eben um die Klappen gekümmert und damit sind sie jetzt soweit, dass ich nächstes Mal mich um die Schmuckpapiere kümmern kann (glaube es fehlen noch 2 oder 3 Kanten, der Rest müsste fertig sein).

11:20 Uhr: ich werde wieder eingesammelt und es geht zur Uniklinik. Dort treffe ich zufällig A., was mich sehr freut und dann machte ich meine Pause dort und holte mir doch noch ein belegtes Brötchen. Ich aß etwas, trank und spielte ein bisschen auf dem Handy, während ich mein Hörbuch weiter hörte. Da nicht viel los ist in diesem einen Wartebereich, geht es damit dann ganz gut.

13:00 Uhr: Physio – seit zwei Wochen hab ich Probleme mit dem Rücken, nicht schlimm, eher nervend. Also ging es heute hauptsächlich um den Rücken, nach dem üblichen Crosstrainer-Training (das machen wir eher um aktuellen Fitnesstand und um die Sportplanung zu prüfen/absprechen – da ich immer noch schlecht da Grenzen merke, machen wir sozusagen ein mindestens/maximal aus, wobei das meist eh klar ist, aber grade in Phasen, in denen ich da wieder mehr Schwierigkeiten hab, ist das für mich sehr hilfreich und verhindert, dass ich mich massiv überforder, was der Körper natürlich auf Dauer nicht mitmacht).

13:45 Uhr: nachdem ich zum Abschluss nochmal durchgeschüttelt wurde, gehe ich runter und werde vom Betreuer eingesammelt.

Wir fahren nach Hause und machen Wohnung. Wobei eher ein grob sortieren und überlegen wie wir die Leisten, die ich gestern mitgenommen hab, anbringen und so hoffentlich etwas mehr Luft in die Küche kriegen.

Außerdem die ganzen Kartons/Kisten auspacken und zusammenstecken und schon mal ins Regal ins Wohnzimmer packen.Wirklich Wohnung machen wir erst am Freitag, da ist mehr Zeit.

15:30 Uhr:  Wir bringen noch schnell Müll raus und der Betreuer fährt los. Ich gehe hoch, ziehe mich erstmal um und überlege noch, ob ich mir was zu Essen machen soll, entscheide mich aber dagegen, weil wirklich Hunger ist nicht und ehrlich gesagt musste ich mich einfach mal hinsetzen.

Ich versuchte erfolglos R. zu erreichen und kümmerte mich dann um die Fahrtkostenabrechnung.

17:00 Uhr: Abrechnung ist fertig, für Freitag hab ich das Taxi fürs NF bestellt (zu einer für die wirklich arg blöden Zeit, daher so früh, aber irgendwie lässt sich das diesmal nicht anders organisieren, ich hoffe also dass es wirklich klappt), ich kümmerte mich um Mails, fing an Blogs nachzulesen, schrieb kurz mit MissMutig und so langsam krieg ich doch Hunger glaub ich.

Wobei, vielleicht ist es auch eher Durst, denn ich hab defintiv zu wenig getrunken – also erstmal Trinken.

17:30 Uhr: weil mir danach ist, hab ich mir eine Gulaschsuppe aufgetaut – bzw – die ist noch am auftauen un heiß werden.

Seit der Hiobsbotschaft mit dem jetzt doch plötzlichen Therapieende das erste Mal wirklich Zeit für mich – es löst nicht Verzweiflung aus, eher ein Gefühl der Überforderung.  Halt wieder was, was alles durcheinander wirbelt, wo ich doch grad nur Struktur und Verlässlichkeit bräuchte. Jetzt fängt das an der einen Ecke an zu klappen, kippt es an der nächsten.

Merke auch, dass ich mich damit grad gar nicht beschäftigen will. Nicht mit dem Ende, sondern dass es halt doch jetzt und nicht im April oder so ist. Eher das damit auseinander setzen, was ich jetzt mit den wenigen Terminen, die noch sind (2 oder 6), überhaupt noch machen will – und ob ich eben die 2 oder die 6 mache.

Nicht jetzt, nicht heute.

18:45 Uhr: Gulaschsuppe ist gegessen, die Kastanien von heut morgen sind geschält (und werden morgen ins Blaukraut gemischt, überlege noch ob ich mir dazu eine Rinderroulade aus der tiefkühle zu auftauen mag), die nächste Fuhre ist eingeschnitten und wird jetzt doch nicht heute noch gemacht, sondern erst morgen, weil ich statt Kastanien als Nachtisch einige Mandarinen gegessen hab.

Morgen hab ich unerwartet frei (naja unerwartet eigentlich nicht, nur hab ich verdrängt/vergesse, dass Donnerstag ja mein neuer freier Tag ist, das hab ich erst vor einer halben Stunde festgestellt) und das ist gut so – weil Freitag, Samstag und Sonntag ist Programm und somit fehlen mir eh terminfreie Tage.

Ich freu mich grade auf einen ausgiebigen Leseabend im vom Wärmeunterbett vorgewärmten Bett.

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