Thera heute

Die Therapie wird doch überraschend bald zu Ende sein. Er dachte eigentlich kurz vor Weihnachten, meint auch, dass er mir das auch gesagt hätte (was ich ehrlich bezweifle, denn das hätte ich mitbekommen – egal auf welcher Ebene ich da grad bin/war und wir sprachen ja auch über die restlichen Stunden, da war nie die Rede von „bis Ende des Jahres“).

Als Kompromis bot er jetzt an bis Ende Januar zu machen – länger geht auf keinen Fall.

Die restlichen Stunden verfallen. Der Grund ist, dass er es nicht länger abrechnen kann, da er keinen Kassensitz hat und das wie es bisher möglich war eben leider nicht länger möglich sein wird. Das hat verschiedene, auch nachvollziehbare Gründe.

Trotzdem – ich bin mir sicher, dass das in den Terminen nicht Thema war und in den mails (auch in denen es um die restlichen Stunden geht) auch nicht.

Entsprechend hat mich das erstmal ausgehebelt. So war es nicht geplant und so schnell konnte ich dann auch nicht sagen, was ich denn in den restlichen Stunden noch machen wollen würde, denn meine Pläne bezogen sich ja auf noch ca 35 Reststunden – das sind ja schon ein paar Monate noch und nicht nur 2 (oder 6, wenn ich das Angebot mit Januar annehme) Termine.

Drauf gekommen sind wir übrigens auch nur, weil er sich entschuldigt hat, dass er zwei Wochen krank war, was ja in Hinblick darauf, dass wir nur noch 2 Termine hätten doof sei. Ähm – ja.

Ich saß erstmal sprachlos da.

Auf seine Frage, was wir denn jetzt in der verbleibenden Zeit machen wollen, konnte ich nicht antworten. Meine Pläne bezogen sich auf deutlich mehr Zeit,  für mich ist das jetzt sehr plötzlich und unerwartet.

Das muss sich erstmal setzen und dann muss ich entscheiden ob ich bis Weihnachten oder bis Ende Januar machen möchte – und eben auch, was ich in dieser Zeit noch machen möchte.

In Hinblick darauf, dass wir seit Wochen große Verständigungsschwierigkeiten haben und offensichtlich öfter an einander vorbeireden, stellt sich durchaus die Frage, ob es noch etwas gibt, was ich mit ihm noch besprechen/machen/klären möchte. Vor allem was eben in 2/6 Terminen auch sinnvoll und schaffbar ist.

Im Moment ist das alles noch nicht wirklich angekommen – ich bin weit weg, kann es nicht wirklich realisieren. Fühle mich wie im falschen Film irgendwie. Es wirft halt alle Pläne wieder völlig durcheinander.

Das was geplant war, was ich noch machen wollte – dafür reicht die Zeit nun nicht mehr.

Das es wieder ein unerwartet schnelles Ende der Therapie gibt, löst alten Mist aus. Vom Kopf her weiß ich natürlich, dass es da Unterschiede gibt, auf der Gefühlsebene ist da grad bisschen Chaos.

Auf der anderen Seite ist da auch ein Teil, der sagt – im Prinzip doch wurscht ob die Therapie jetzt oder in 4-5 Monaten endet. Ja für die Therapiepause ist das egal, aber für das „ein gutes Ende finden“ und den Dingen, die halt noch Thema werden sollten (wie die aktuellen Flashbacks und Co zum Beispiel), da geht es jetzt grad wieder alles arg plötzlich und eben – unerwartet und ungeplant.

Holter die polter.

Es scheint alles weit weg, als ginge mich das alles nichts an. Mir ist klar, dass das ein Schutzmechanismus ist.

Keine Ahnung wie ich das jetzt handhaben will oder soll. Erstmal muss ich  entscheiden ob eben bis Weihnachten oder bis Ende Januar. Dafür muss ich auch entscheiden, was ich in dieser Zeit noch erreichen möchte.

Doch dafür muss es erstmal ankommen. Sich setzen. Realität für mich werden.

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