Thera heute

Wir sind immer noch auf der Theorieebene und ich merke, da komm ich auch nicht raus. Alles was zählt ist irgendwie Funktionieren und sprechen können. Von mir aus, nicht vom Thera.

Das hilft natürlich viel beim Verständnis. Ich kann Sachen erklären und Zusammenhänge darstellen, wir reden über die Anteile oder auch über die frühere Therapie, aber ich bin immer weit weg, hab keinen gefühlsmäßigen Bezug, bin meist sogar nur zu wenigen Prozent „anwesend“ – halt das Funkioniern, die Fassade, und was innen drin ist – ist weit weg, irgendwo, nur nich da.

Und selbst wenn mal was angestossen, ausgelöst wird, was Gefühl sein könnte, wird das sofort weit weg gepackt, dann ist wieder der Großteil damit beschäftigt alles runterzuregeln, das Funktionieren aufrecht zu erhalten, die Fassade aufrecht zu erhalten, damit bloss keiner was merkt. Manchmal nicht mal ich selbst.

Aber auch weil ich das Gefühl hab, dass es nur ums sprechen können geht. Dass wenn das nicht mehr geht – es nicht ok ist, nicht sein darf, damit ist das raus – es geht nur darum so zu funktionieren, dass Sprechen auch geht. Der Preis ist, dass eigentlich nur noch die Fassade dann in der Thera sitzt – und der Rest irgendwo ist – nicht greifbar.

So macht Thera auch nicht wirklich Sinn. Das ist mir selbst klar. Zumindest nicht auf Dauer – irgendwann ist alles auf Theorieebene durchgekaut, durchgesprochen, durchdacht – ändert tut das nichts. Verständnis allein reicht nicht.

Da muss ich auch hinspüren und an den Gefühlen – oder eher meinem Umgang damit – arbeiten.

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