WMDEDGT 11/18

Und wieder ist es der 5. des Monats und Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Alle mit Tagebuch-Blogger findet ihr hier.

 

Mein Tag startete mit einer SMS, dass der Betreuer krank ist – wie lange wusste er da noch nicht.

Ich stand auf, versorgte die Katzen, prüfte nochmal ob die gestern abend zerdepperte und notdürftig geklebte Katzenbox-Tür wirklich keine spitzen Ecken und Kanten hat und alles so hält, frühstückte schnell eine Sharon und dann war eh schon Zeit mich fertig zu machen.

Kurz vor Abhol-Zeit klärte ich nochmal schnell ob es bei dieser Zeit bleiben würde und packte dann zwei wehrhafte Bonsai-Tiger in zwei Boxen.

Auf dem Weg zum Tierarzt erledigte dann der Wirbelwind vor Aufregung noch mal schnell sein großes Geschäft in die Box, was erstmal dazu führte, dass wir die Fenster aufmachen mussten. Vor Ort dann erstmal biede anmelden und  dann mit der einen in die Toilette verschwinden und notdürftig die Box reinigen ohne dass der Wirbelwind daraus entschwindet.

Lange warten mussten wir nicht, ich zeigte erstmal die beiden Videos mit der sehr auffälligen Atmung, durfte dann den sehr sehr schnellen Herzschlag hören (gespürt hatte ich den ja schon) und wir besprachen, wie wir das jetzt weiter erstmal handhaben.

Ich mag meine Tierärztin sehr – sie ist pragmatisch und nicht nur auf Geld aus.

Wir entschieden jetzt ein Medikament zu geben, damit müsste es innerhalb weniger Tage deutlich besser werden, sonst muss ich Ende der Woche nochmal vorbei kommen.

Für die Kleine Maus, die ich eigentlich nur mitnahm, weil halt schon sehr sehr lange ein Kontrollblutbild fällig wäre, entschieden wir dann zusammen, dass wir das lassen. Sie ist fit, es geht ihr gut, sie ist anfallsfrei unter der aktuellen Medikation, weiter reduzieren will ich grad eh nicht (der letzte Versuch zeigte recht schnell, dass sie diese Dosis halt braucht und aktuell bin ich da eher für „never change a running system“) und nur um zu sehen, dass dann wohl alle im Normalbereich ist (vor allem  auch weil man ihr sehr schnell anmerkt, wenn es ihr nicht gut geht), wollten wir sie jetzt nicht unnötig quälen und auch nicht unnötig Geld ausgeben.

Vor allem, weil bei ihr Blut abnehmen nicht so einfach ist und es für sie wirklich Qual ist – alles mit festhalten findet sie halt richtig sch…

Wäre jetzt mit dem Wirbelwind nicht auch was gewesen, wäre ich ja auch nicht hingefahren.

Wieder daheim bekam dann der Wirbelwind seine erste Dosis des Medikamentes (findet sie jetzt nicht wirklich prikelnd, da muss ich mir auf Dauer wohl was einfallen lassen) und die beiden wurden wieder in die „Freiheit“ entlassen.

Weil das Hackfleisch weg musste, machte ich mir einen Burger – Frühstück und Mittag in einem sozusagen – und kümmerte mich erstmals um mails.

Der Betreuer wird die ganze Woche ausfallen, fragte nach, ob er wegen  Vertretung schauen soll und ich bat wenigstens für einen unterwegs-Termin was zu organisieren – das hat er nun an die Koordinatoin weiter gegeben – mal schauen, ob da was draus wird.

Mittlerweile ist es 12 Uhr und ich werde gleich mal die Ärmel hochkrepeln und die Küche in Angriff nehmen – da ist einiges zu tun.

Statt Küche dann doch noch im Netz gesurft und dann musste ich auch schon wieder los.

Den Termin verband ich dann mit einem kurzen Gang durch den Botanischen Garten um diese blöde Forschungsaufgabe in Pokemon Go endlich abzuschließen – dank Tierarzt hatte ich nämlich nur noch einen fehlenden Pokestop, an dem ich noch nie war.

Da ich  sehr unruhig war, lief ich danach noch eine Runde bevor ich gegen halb vier wieder nach Hause fuhr.

Das Laufen hat gut getan, mich aber auch körperlich wirklich geschafft. Der Stress und die Angst um den Bonsai-Tiger hat nicht grade viel erholenden Schlaf gebracht und auch sonst hat mich das wohl mehr  geschafft als mir bewusst war.

Dafür gab es auch einen Anruf, am Mittwoch gibt es eine Betreuungs-Vertretung – da muss ich jetzt noch überlegen, was ich da genau machen möchte – Wohnung geht nicht mit jemanden, den ich nicht kenne – mir hängen immer noch die Heizungsmonteure der letzten Woche nach.

Fremde in der Wohnung machen die für mich einfach unsicher und ungut – und auch wenn ich sonst grad stabil bin – merke ich das halt doch deutlich.

Ich fühl mich auch heute nicht schlecht oder so – aber ich merke, dass ich heute immer wieder entweder Tränen in den Augen hatte oder das Gefühl „alles zu viel“. Grade auch als der Betreuer abgesagt hatte usw. Das ist auch schnell wieder weg – von daher hab ich das auch nicht ernst genommen – ich fühlte mich ja insgesamt trotzdem gut.

Dass das heute jetzt körperlich auch so schnell an die Grenze ging, war halt ungewöhnlich. Wobei – so im Nachhinein ist es das gar nicht – hab halt nur mal wieder nicht wirklich drauf geachtet.

Ist halt alles wieder arg viel. Nicht schlimm, aber ich muss halt jetzt ein bisschen drauf achten mich nicht noch weiter zu überfordern.

Von daher heute eher Ruhe und schauen, dass ich runter komme. Wieder die Mitte finden sozusagen.

Heute wird also nicht mehr viel laufen – Küche läuft nicht weg, da schau ich nachher mal wie weit ich komme.

Ansonsten etwas runter kommen, genug trinken, vielleicht noch etwas stricken und später im vorgewärmten Bett den Abend lesend ausklingen lassen.

Außerem viel Bonsai-Tiger-Kuscheln und mich freuen, dass das Medikament wohl schon greift, Atmung ist viel besser und man spürt auch wieder einzelne Herzschläge und nicht nur Dauertrommelfeuer.

19:00 Uhr – ich läute jetzt den Abend ein und freue mich auf einen gemütlichen Leseabend.

 

 

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