Donnerstag

Mit Betreuer erst zur Post und dann eine Runde spazieren gegangen. Das hat gut getan und war für heute wirklich das Richtige.

So wirklich weiß ich gar nicht was heute los ist, es ist nicht wirklich schlecht, vielleicht eher besorgt, da das mit dem Rad ja jetzt konkreter wird und die Angst, dass es eben nicht irgendwie machbar ist, ist da. Das würde natürlich mehr als nur ein Dämpfer sein.

Natürlich hab ich mich auch genauer mit der „Grenze“ beschäftigt – also was vielleicht noch irgendwie stemmbar ist. Mich auch mit Krediten beschäftigt und so hab ich jetzt etwa einen Rahmen, der ein „vielleicht“ (da ist immer noch dann mit Bank und Co zu sprechen) und eben auch ein „nein“ klar macht. Letzeres ist dann auch unabhänig davon ob ich das irgendwie organisiert bekäme, weil ich es schlicht nicht zurückzahlen könnte.

So grob war das auch schon vorher klar, aber halt nur so ungefähr und jetzt hoffe ich halt, dass ich in diesem Rahmen dann was finde und es dann in Folge wirklich organisiert bekomme.

Vielleicht ist es auch eher die Angst, dass das halt Krise auslöst. Denn auch wenn es mir gut geht grad, ist der Akku noch nicht aufgefüllt oder so – ich bin halt nicht mehr im Minus sozusagen.

Es ist halt schon eine sehr große Hoffnung, die den Alltag um so viel erleichtern würde, mich unabhängiger machen könnte und würde.

Das kann sich vermutlich keiner vorstellen,  der es nicht selbst kennt. Dieses ständig abhängig davon sein, dass jemand mich fährt, alleine hier einfach fest zu sitzen.

Ich bin in so vielen Dingen auf die Hilfe von anderen angewiesen, hier wäre etwas, was tatsächlich eine Unabhängigkeit bieten würde. Nicht allumfassend – schon klar, aber zumindest wenn kein Schnee liegt – wäre ich tatsächlich mal unabhängig von Betreuern und Freunden und hätte die Möglichkeitkeit eben nicht nur zu Arzt-/Therapieterminen zu kommen, sondern auch einfach so mal irgendwo hin fahren zu können.

Das ist schon so viele Jahre nicht mehr möglich und ich hab mich damit ja auch arrangiert – bin froh, dass es da so viel Hilfe und Unterstützung gibt. Trotzdem wäre es halt noch schöner, wenn ich die gar nicht brauchen würde.

Es würde auch viel Druck rausnehmen was die Abhängigkeit von der Fahrtkostenübernahme angeht.

Klar hab ich dann immer noch Monate, in denen es nicht anders ginge – wir haben hier Winter und da ist es dann wettertechnisch nicht möglich (egal wie aufgerüstet, da haben ja schon Autos oft Probleme hier hoch zu kommen).

Es wird halt konkret jetzt.

Gleichzeitig will ich mir darüber jetzt auch nicht groß den Kopf machen, das „gut sein“ genießen und ausnutzen sozusagen.

Also entschied ich mich mir eine Knoblauchpizza zu machen. Wollte ja eh nicht mehr los und bis morgen Nachmittag bin ich dann auch geruchstechnisch hoffentlich wieder menschentauglich.

Ansonsten halt ablenken und im Moment bleiben, mich auf das konzentrieren was grad klappt, was geht, was gut tut. Das klappt – Gott sei Dank – auch weitestgehend.

 

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