Thera heute

Ein Sch….Termin. Weil ich mal wieder das mit der Kommunikation nicht hinbekomme.

Das Gefühl hab die Spielregeln haben sich verändert und ich weiß und kenne die neuen nicht. Total verunsichert.

Dabei natürlich vor mir weglaufend, damit ich mir nicht eingestehen muss wie sch… es mir grad geht.

Wie sehr der Betreuerwechsel reinhaut und mit sämtliche Struktur, Boden und Sicherheit unter den Füßen weggerissen hat.

So verzweifelt versucht auf Kopf- und Verstandesebene zu bleiben, weil auf der Gefühlsebene alles nur massiv zuviel und überfordert, es einfach nur unaushaltbar ist. Das Gefühl daran zu zerbrechen.
Also lieber gar nicht hinschauen, nicht hinfühlen, hoffen, dass sich das von selbst regelt.

Doof das das aber nicht klappt – welch ein Wunder.

Aber zusammenklappen, durchdrehen und Co – kann ich mir grad nicht leisten. Zu viel zu tun, zu regeln und machen. Unter anderem eben neuer Boden unter die Füße bauen.

Oder überleben.

Bis zum Wochenende klappt das ganz gut – diese Trennung. Das Abspalten der Gefühle, so völlig. Gibts nicht, ist nicht. Dann fing das an zu kippeln. War zu erwarten, hatte aber gehofft, dass bis dahin wenigstens ein bisschen Sicherheit, Struktur oder Boden unter den Füßen wieder da ist.

Tja – ist es nicht.

Nach der Thera in der Stadt fast zusammengeklappt. Tränen in den Augen, nur noch Rauschen in den Ohren, nicht mehr wirklich sehen können.

Und es nicht in den Griff bekommen. Also massiv überfordern, Innenstadt, Bank, Rewe – und hoffen, dass irgendwann das Dissoziieren so greift, dass ich nach Hause komme, es schaffe den Taxifahrer anzurufen, damit er mich abholt.

Zu Hause dann zusammenklappen, mich vor und zurückschaukelnd, mit Tränen in den Augen auf dem Boden wiederfinden – auf dem ich definitiv schon länger saß.

Notfallmedis genommen, die Blisterverpackung liegt noch neben mir.

Nein es geht mir nicht gut. Gar nicht.

Aber dafür hab ich grad keine Zeit und keinen Ort. The Show must go on. Jemand anderer kann das für mich nicht machen.

Morgen der erste Wohnungstermin mit neuem Betreuer – und mir ist kotzübel wenn ich dran denke. Nicht weil er so ist – sondern wegen mir, weil mich das grad so überfordert und ich doch weiß, da hab ich grad keine Wahl.

Gedanken an selbtverletzendes Verhalten – so das „schnelle“ – Schneiden, Verbrennen, Verbrühen, das direk spürbare – in der Hoffnung, dass der Schmerz den inneren Schmerz überdeckt. Gedanken an den finalen Ausweg. Nicht weil ich sterben oder nicht mehr leben will, sondern schlicht das jetzt grad nicht aushalten kann.

Alle Zeichen der massiven Überforderung.

Da bleibt nur Flucht nach vorn, Ablenken, Funktionieren, lächeln und alles ist gut – weniger um davon andere zu überzeugen, sondern um mir selbst was vorzumachen. Damit ich überhaupt weitermachen kann grad.

Wäre nur schön gewesen, ich hätte das so in der Thera kommunizieren können.

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