WMDEDGT 09/18

Frau Brüllen fragt wie jeden Monat: Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Normalerweise ist Mittwoch Physio, doch die fällt die nächsten 4 Wochen aus. Heute wegen Betriebsausflug und die nächsten 3 Wochen, weil mein Physiotherapeut in Urlaub ist. Was mich für ihn diesmal besonders freut, da er heiraten wird.

Von daher wäre nur ein Treffen mit K. geplant und im Anschluss holt mich der Betreuer ab und wir machen Wohnung.

Er wird auch noch den Magnet von der Insektenschutztür und das Küchenfolien-Teil anschrauben und evt noch Medis stellen, während ich mich um Wohnzimmer kümmere und wenn ich es schaffe noch das Bad.

Zum letzten Mal heute. Unser nächster Termin wird der letzte sein und da werden wir was essen gehen – auf meinen Wunsch hin. Denn ich bin ihm unendlich dankbar für die letzten zwei Jahre.

Montag dann der erste Termin mit dem neuen Betreuer.

Soweit die Planung:

9:26 Uhr – aufstehen. Zur Zeit ja entweder zwischen drei und vier oder eben kurz vor neun – heute ist es für mich also wirklich sehr spät.

10:30 Uhr: zum Frühstück gabs Burger. Weil das Hack weg musste, mittags geht das ja wegen Reizdarm und zu vielen Terminen danach nicht und nach Betreuung hab ich da in der Regel keine Kraft/Lust mehr  für.

Nebenher hab ich eine handvoll E-Books in mein System eingepflegt, dieses dann nach Lesenachschub durchforstet und den E-Book-Reader neu bestückt.

18:30 Uhr: das war er also, der letzte Termin mit dem aktuellen Betreuer. Wir sehen uns zwar Montag nochmal zum Abschied, aber das ist dann kein regulärer Betreuungstermin mehr. Komisch irgendwie. Ich werde ihn wirklich sehr vermissen.

Der Termin lief nicht wie geplant, weil uns der Magnet für die Insektenschuzttür ziemlich fuchste – statt der ca 15 Minuten, die dafür geplant waren, hielt er uns über eine Stunde auf Trab, so dass alles andere liegenblieb. Statt Wohnzimmer also nur noch schnell wenigstens  Toilette, Katzenklos und Böden gemacht. Am Ende noch den Spiegel zerdeppert und ich bin froh, dass das noch passierte, als der Betreuer da war – denn sowas überfordert mich ja sonst total.

Davor das Treffen mit K. war sehr anstrengend. Der ist im Moment so sehr im Krisenmodus und irgendwie ich in einer Co-Therapeuten und Betreuerrolle. Das ist auch ok soweit, trotzdem im Moment wirklich anstrengend. Da kann er nix für und es geht jetzt auch nur um ein oder zwei Wochen länger als geplant – aber dennoch.

Ich muss da häufiger tief durchatmen um die Geduld nicht zu verlieren und selbst die Ruhe zu bewahren. Mir bewusst machen, dass das  zu seiner Symptomatik gehört, die sich im aktuellen Krisenmodus verstärkt.

Für mich bedeutet das auch zu schauen, dass ich die Termine auf 1,5 Stunden begrenze, damit es eben nicht zu viel wird.

18:45 Uhr: Heute noch: dringend was anständiges essen. Vielleicht schmeiss ich mir noch die Maiskolben in den Ofen. Außerdem muss ich noch viel trinken, daher wäre wohl eine Suppe sinnvoller. Zusammen mit Wassereis sollte ich die Mindestmenge an Flüssigkeit damit eigentlich  erreichen können. Also Fritattensuppe.

Außerdem spätestens um 19 Uhr Computer und Co aus, da möchte ich nur noch die eine Serie auf den Stick laden für morgen, was aber in 10 Minuten erledigt sein sollte.

Danach dann nur noch  lesen und zur Ruhe kommen, so dass ich dann gegen neun hoffentlich auch schlafen kann.

Es waren zwar nur zwei Termine, trotzdem fand ich den heutigen Tag sehr anstrengend. Sicher auch, weil der Betreuerwechsel jetzt halt konkret wird. Sehr konkret. Dass etwas vertrautes und ja gut laufendes zu Ende geht und was neues aufgebaut werden muss – ein neu einlassen auf jemanden, Vertrauen fassen, zusammen wachsen müssen, denn natürlich verändert sich dadurch auch das wie und was.

Aber auch Abschied nehmen und Sorgen und Ängste ob das so klappt und wird, die Betreuung auch da wieder Ent- und nicht Belastung wird usw.

19:15 Uhr – noch bei anderen WMDEDGTlern festgelesen und daher doch erst jetzt Technik aus – brauch ja morgen auch noch was zu lesen.

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Psycho-Somatik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.