großes Aufatmen

Heute erst Termin beim Ersatzthera – im Anschluss Treffen mit dem neuen Betreuer.

Wir sind uns wohl schon mal in der Klinik auf Station begegnet, aber beim vorletzten Mal und ich hatte mit dem Pflegepersonal dort ja so gut wie nichts zu tun – von daher kannten wir uns jetzt nur vom Sehen.

Ich bin so unendlich erleichtert! Habe ein wirklich gutes Gefühl und nach dem Gespräch gemerkt, dass es vor allem ein Satz war: Das macht mir alles noch immer keine Angst.

Mir geht es ja darum dass er sehr wohl weiß auf was er sich einlässt. Zu oft gab es dann mit der einen oder anderen Basissache ein Problem (sei es die Regelmäßigkeit, die 3 Termine die Woche, die Wohnung usw) – da hilft dann auch alles „zwischenmenschlich klappt es“ nicht.

Da ich weiß, dass die Koordinatoren jetzt nicht so wirklich klar sagen was sie erwartet, ist es mir umso wichtiger.

Ich bin gleichzeitig ein schwieriger und leichter Klient. Schwierig, weil halt viele Dinge passen müssen: die regelmäßigen Termine, das Auteilen auf 3 Termin die Woche, die Zuverlässigkeit, die Hilfe in der Wohnung, die ca-6-Stunden-die-Woche – also ein Termin auch mal eine halbe Stunde länger oder kürzer machen können (kürzer auch spontan, länger nach Absprache), so dass wir halt im Quartal dann unsere Stunden aufbrauchen, ein Mann und ein Auto zur Verfügung – das sind wohl die wichtigsten Parameter.

Dazu kommt dann natürlich eine gewisse Souveränität auch mit Klienten umgehen zu können, die mal weniger sagen, dissoziieren oder sonst wie eher im Krisenmodus sind. Damit mein ich nicht mal, dass die da was tun müssen (ich kann da sehr klar sagen was ist – und in der Regel müssen sie mich dann nur in Ruhe lassen und eben noch nach Hause fahren), sondern eher, dass ich das Gefühl habe, das so auch sagen zu können, ohne dass der Betreuer dann Panik schiebt und nicht weiß wie mit umgehen. Das war ja eines der Probleme mit dem Zusatzstunden-Betreuer.

Schwierig wird es dann, wenn eben ein Bereich nicht abgedeckt werden kann – wenn einer Wohnung nicht machen will – hab ich ein Problem, denn das ist nunmal eine der Hauptaufgabenbereiche  bei mir. Die fehlende Möglichkeit einer Regelmäßigkeit oder eben „lieber 2 Termine, bei 3en ist zu viel Fahrerei“ geht auf Dauer auch nicht – weil 3 Stunden sind halt einfach echt lang.

Da sind Komromisse sicher mal für eine gewisse Zeit möglich (wenige Wochen), aber nicht auf Dauer.

Wenn jetzt aber jemand damit kein Problem hat – bin ich eher ein leichter Klient. Denn zwischenmenschlich klappt das in der Regel ganz gut. Ich kann klar sagen was geht und was nicht und der Betreuer muss auch nicht „aufpassen“ oder so. Da bekam ich bisher noch mit jedem alles geklärt.

Also spreche ich natürlich die Dinge auch an.

Beim neuen hatte ich jetzt nicht das Gefühl, dass er da Bedenken hat, ich preise mich da ja nicht grad an, sondern hebe die Schwierigkeiten hervor. Wenn dann nach einer Dreiviertelstunde kommt: „Das macht mir immer noch keine Angst“ – bin ich einfach nur erleichtert. Weil ich wirklich das Gefühl habe das ist so – er sagt das nicht nur so.

Danach wurde mir klar, dass es genau das ist, was mir so auf der Seele lag. Nicht dass ich mit dem neuen zwischenmenschlich nicht klar komme, sondern dass er mit einem Bereich der Aufgaben nicht klar kommt. Weil das einfach schon zu oft so war.

Ich kann das auch verstehen – nicht jeder ist dafür geschaffen bei fremden Dreck mit anzupacken. Aber ich kann das sowieso sehr schlecht annehmen – selbst wenn ich dem Betreuer vertraue und weiß es ist für ihn ok.

Wenn ich dann merke, jemand mag das eigentlich gar nicht – geht es gar nicht mehr. Da kann die Koordinatorin noch so sehr sagen, dass das ja nun zu den Aufgabenbereichen gehört – denn in vielen Fällen ist das nicht so – nur halt bei mir (und es gibt sicher noch den ein oder anderen Klienten). Denn es ist nun mal nicht eine Ausnahme wie bei einer Urlaubsvertetung – sondern eine Dauersache. Und das wird sich zumindest in den nächsten Jahren auch nicht ändern.

Der Umfang, das wieviel und wie oft – das wird sich (hoffentlich!) wieder bessern, aber weg wir das nie sein. Also muss das für den Betreuer auch ok sein.

Geht ja jetzt nicht um Toilette und Co, aber durchaus um Küche zum Beispiel.

Wie auch immer – für mich ist das nicht selbstverständlich und sowieso schon unglaublich schwierig – da muss ich zumindest das Gefühl habe, dass das ok ist für den Betreuer und nicht die ganz große Überwindung.

Ich hab ein gutes Gefühl und ob sich dann ein gutes Miteinander entwickelt – das wird sowieso erst die Zeit zeigen.

Montag hat er Übergabegespräch mit dem alten Betreuer und da wird sich dann auch klären, ab wann er übernimmt. Das könnte nämlich eventuell schon ab Ende nächster Woche sein. Spätestens aber übernächster.

Danach noch spontan mit K. getroffen, zuhause dann nochmal den Einkaufszettel für den Großeinkauf morgen verfeinert, mir für danach eine Liste gemacht und auch wenn morgen wirklich stressig und Angsttraining hoch vier wird – freu ich mich drauf MissMutig wieder zu treffen und das mit ihr auch zu machen. Zumal ich bei ihr weiß, dass ich jederzeit abbrechen kann. Aber da wollte ich schon so lange mal wieder hin.

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Ein Kommentar zu großes Aufatmen

  1. Frau Heller sagt:

    Oh da freu ich mich mit Dir mit!!!
    Drücke die Daumen, dass es auch weiter dann gut wird! 🙂
    Schönes Wochenende

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