Betreuung und Thera heute

Heute zusammen.

Der Tag startete mit massiv Durchfall – daher schon zu spät zum Taxi und vor Ort auch erstmal etwas – abgelenkt. Irgendwann (und nachdem ich nach ner halben Stunde noch mal nachgenommen hab) griff dann endlich auch das Loperamid – zumindest so, dass ich die Termine wahrnehmen konnte.

Erst Termin bei der Koordinatorin, der war soweit gut. Sie will sich bis Ende der Woche melden, es ist schon jemand im Gespräch und wenn alles gut geht, kann ich den dann nächste Woche kennenlernen (da ist sie dann in Urlaub).

Nachmittags kam dann eine mail, dass er übernehmen wird – nichts mehr von kennenlernen usw – wobei das für mich nach wie vor wichtig und „Bedingung“ ist – schon allein, damit ich mich drauf einstellen kann. Mal sehen wann ich da eine Antwort bekomme. (Nachtrag: soll jetzt der aktuelle Betreuer klären, der schon Kontakt aufgenommen hat und dem vielleicht-neuen sagen, dass mir das wichtig ist – wird also hoffentlich).

Thera war dann unglücklich gestartet, da er verschlafen hatte. Wir starteten also mit einer Stunde Verspätung, hingen hinten eine Stunde dran und ich war noch vom Termin davor aufgewühlt.

Im Moment gibt es ja zwei Modi:

  1. weit weg, dissoziiert, funktionierend
  2. alles zuviel, überfordert, verzweifelt

Leider letzteres eher, wenn eben ersteres aus Gründen nicht mehr so funktioniert – und so lange bis Skills, Medis oder was auch immer mich wieder ins Funktionieren katapultieren. Dafür funktioniert zum Beispiel auch einfach nur überfordern.

Nach der Thera, die ich im 2. Zustand verlasse eben mitten durch die Stadt gehen, an Sehenswürdigkeiten auch mal hinsetzen. Bei so vielen Menschen MUSS ich zwangsläufig ins dissoziieren und funktionieren kippen.

Einerseits natürlich der Wunsch und die Sehnsucht nach Trost, Zusammenbrechen können, nicht allein sein damit, gehalten werden, nur für nen Moment mal nicht stark sein müssen usw. Gleichzeitig ist klar, das kann ich eh nicht annehmen.

Aus zwei Gründen – erstes ist eh niemand da. Niemand den ich so nah an mich ran lassen könnte, es zulassen könnte. Das hat nicht mit der Angst zu tun, dass der dann eben nicht da ist, doch geht oder so – sondern da ist niemand und diese Nähe – ich glaube nicht, dass mir die überhaupt möglich ist. Kann es mir ja nicht mal vorstellen.

Zweitens – was wenn ich die Kontrolle verliere? Damit mein ich nicht heulen oder so – sondern was wenn es so intensiv ist, so schmerzhaft, so unaushaltbar, dass ich einafch in zig Teile zersplittere. Wäre ja nicht das erste Mal – das zerbrechen.

Nur wie oft geht das noch, wie oft lässt sich da noch was zusammenpuzzeln? Jetzt schon so massive Lücken und naja – ich halte es ja so schon nicht aus – noch intensiver, noch mehr Gefühl – wenn ich doch jetzt schon manchmal dran zu zerbrechen drohe. Das geht nicht.

Denn da ist niemand, der dann mal eben für eine Weile die Kontrolle übernehmen könnte, meinen Kram regelt.

Und stationär – in einem so völlig unschützbaren Zustand? Schaffe ich ja schon kaum wenn ich mich einigermaßen schützen kann – das zu überleben.

Beim Fühlen so oft im „ich halt das nicht mehr aus“ und „ich kann einfach nicht mehr“ – was dann meistens leider nicht nur „Momentaufnahme“ ist (da ist es dann meist ein „ich will das nicht mehr“ – können kein Thema).

Mir ist schon klar, dass das weit weg sein – ein Schutzmechanismus ist, etwas unaushaltbares aushaltbar machen soll. Da tut er auch – bis zu einem best. Punkt.

Auch wenn das weit weg sein im Moment überwiegt – macht es den anderen Modus nicht aushaltbarer. Zumal es eben kein bewusst für eins entscheiden ist – sondern halt mit dem umgehen müssen, was grad da ist. Wohl wissend, dass der Schutzmechanismus auf Dauer eben nicht funktioniert.

Vielleicht muss ich mich einfach damit abfinden, dass es das was andere unter Trost oder Halt geben verstehen, für mich nicht geben wird. Ich nie einen „normalen“ Umgang mit Gefühlen haben werde, weil ich nicht „normal“ bin.

Schon so viel zerstört, so viel unwiderbringlich zerbrochen, dass aus den Resten, die da sind, eben es auch nur diesen angepasst möglich ist.

Dass ich mich der Einsamkeit stellen muss, diesem mit solchen Dingen eben immer allein klar kommen müssen.

Was die Formalen oder Äußeren Dinge angeht hab ich Hilfe, brauche ich diese Hilfe auch um eigenständig wohnen zu können.

Für das Innere, die Gefühle,  das nicht annehmen können, niemanden an mich ran lassen können – das kann mir niemand abnehmen.

Es tut trotzdem höllisch weh.

Dieser Beitrag wurde unter Betreuung, Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Krisenmodus, Leben, Projekt, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.