Thera heute

Manchmal möchte ich einfach nur hinschmeissen.

Geplant war, dass wir heute weitermachen mit der Traumaexposition. Das klappte nicht so wirklich wie geplant, weil ich immer „rausflog“.

Vor allem war da Angst. Angst vor diesem unsäglichen Schmerz, der mich das letzte Mal rauswarf. Ein körperlicher Schmerz, der die Luft zum Atmen nimmt, Sterne vor die Augen zaubert und Übelkeit auslöst. Schmerz, der zeitweise nur noch schwarz sehen lässt, so dass ich froh sein konnte zu sitzen/liegen um nicht umzukippen.

Ich bin Schmerz gewohnt – bin seit über 20 Jahren Schmerzpatientin mit nicht einer schmerzfreien Minute. Schmerz gehört dazu und ich kann gut damit umgehen. Ich nehme ihn oft erst war, wenn er wirklich schlimm wird.

Aber dieser Schmerz – da waren mir die heftigen Zahn- oder Nierenschmerzen deutlich lieber.

Dieser Schmerz gehört in die Vergangenheit. Knapp 40 Jahre in die Vergangenheit, 37 oder 38 Jahre – wenn es genauer sein soll.

Er gehört in eine bestimmte Situation. Ist zuordnenbar. Und doch ist er manchmal auch heute noch da.

Die letzte Woche häufiger – entsprechend hatte ich heute Angst – Angst vor diesem Schmerz, diesem Gefühl dass alles innehält, keine Bewegung mehr möglich, keine Luft mehr holen zu können, weil jede Bewegung es schlimmer machen könnte.

Und es war diese Angst, die es heute schwer machte einzusteigen. Es gelang auch nicht wirklich – nicht so wie geplant.

Nach einigen Fehlversuchen landeten wir wo anders. Auslöser auch hier: dieser Schmerz.

Der Schmerz, der sich in der letzten Woche manchmal leicht verändert hat – Körpererinnerung war, die wenig Spiel- oder Interpretationsspielraum ließ – und doch nicht greifbar war. Erst jetzt im danach – kann ich das sehen. Erkennen.

Landete bei einer neuen Situation – einer, die einiges erklärt, anderes mit Fragezeichen versieht. Kann das so sein? Wie verrannt muss jemand sein um das Geschehene so zu interpretieren?

Fragen wirft es auf, der Schmerz tobt und im Vordergrund war Verzweiflung.

Nicht schon wieder eine! Hat das denn nie ein Ende? Wie viele denn noch?

Gemeint sind Situationen. So oft schon hab ich gedacht, viel mehr kanns nicht mehr geben.

Dieses „schon wieder eine!?“ – hat mich ausgehebelt. Eh schon am Limit, eh schon so viele Sitautionen, die grad durcheinanderwirbeln, mich von Flashback über Körpererinnerungen zu Flashback schicken. Eh schon so viele Situationen die alles durcheinander wirbeln. Situationen die noch offen sind.

Und dann das?

Verzweiflung. Zu viel. Ich will das nicht mehr. Halte das nicht mehr aus. Wie viel denn noch? Kann doch alles gar nich sein!

Es ist frustrierend. Und demotivierend. Will doch nur, dass es aufhört. Ist das zu viel verlangt?

Übrig bleibt das Gefühl der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Fast Resignation.

Wird das ganze je ein Ende haben?

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