Thera heute

Für heute hatten wir eine Traumaexposition geplant.

Es ist nicht die erste und es hat Jahre gebraucht um an den Punkt zu kommen, dass das auch ambulant machbar war. Genug Stabilität da, genug Vertrauen in die Skills, Skill, die auch wirklich greifen, damit es eben nicht kritisch wird.

Dennoch gibt es natürlich auch dafür eine Absicherung. Ein melden können.

Sonst würde ich mich nicht drauf einlassen.

Die Situation um die es gehen sollte/musste, war auch klar. Seit Wochen taucht sie ständig auf, löst sie Flashbacks und Körpererinnerungen aus, schränkt den Alltag ein.

Auch wenn mir diese Situation Angst macht – weniger wegen der Situation – da weiß ich mich gut aufgehoben, eher wegen dem Rattenschwanz der dran hängt, die vielen anderen Situationen und Ängste, die dadurch (an-)getriggert werden – inkl. der Angst, dadurch den Thera zu verlieren (weil es schon mal so war).

Das war auch mit das Schwierigste daran bei der Frage und Entscheidung, ob ich das machen möchte und kann.

Ich habe mich dafür entschieden – endgültig erst gestern und auch heute noch einmal sehr sehr bewusst dafür.

Im Vorfeld ging es um einige Vorbereitungen, Versuche verschiedene Anker auch zu gestalten – sei es das Tuch oder der Turm in Sichtweite, ein Stein in der Hand usw.

Zur Situation selbst will ich nichts schreiben. Fertig sind wir damit noch lange nicht, aber ein Anfang ist geschaffen.

Ich bin müde und da die Situation leider viele andere antriggert, grad auch etwas durcheinander. Weil vieles grad nicht sortiert werden kann, sich Situationen mischen usw.

Das war vorher auch klar, weshalb ich mich da auch lange gewehrt habe, mich dieser zu stellen.

Dummerweise ist sie im Alltag schon länger arg präsent und auch klar, dass das, was sie sonst noch so auslöst – eben mit dieser zu tun hat.

Wir haben zwei Durchgänge geschafft – und auch ein einigermaßen runder Abschluss – sofern man das so nennen kann, da natürlich die Situation nicht abgeschlossen ist.

Die Nachwehen sind nicht ohne, aber aktuell aushaltbar. Skills greifen und es gelingt mir achtsam und selbstfürsorglich zu sein. Das ist alles andere als üblich, daher weiß ich das auch sehr zu schätzen.

Die Körpererinnerungen sind da schon schwieriger.

Ich bin alle und werde heute Abend auch nochmal mit Medis nachhelfen um genug Schlaf zu bekommen.

Das Aufschreiben und losschicken half dabei, das was an Situationen/Bildern da ist, wenigstens ein klein wenig zu sortieren und in den Hintergrund zu rücken.

Wie heißt es in der Internet-Szene so schön: don’t feed the troll. Ich übertrage das jetzt einfach mal auf meine Täterintrojekte (ist ja immer leichter gesagt als getan – leider).

Jetzt geht es darum zu schauen was mir gut tut und mich darauf zu konzentrieren. Das ist meine einzige Aufgabe heute noch: mir Gutes tun, Dinge gönnen, die ich mir sonst eben verkneife.

Wie Erdbeeren. Mit Zucker. UND Sahne auch noch und wenn ich dann noch Lust habe, gibt es auch noch ein Eis. Oder die Küche Küche sein lassen und eingekuschelt mit den Bonsai-Tigern kuscheln. Oder einfach die Welt, Welt sein lassen und aussperren. Bei mir  bleiben oder in die Fantasie flüchten.

Heute geht es nicht mehr um Vernunft oder Disziplin. Heute geht es nur noch um mir Gutes tun, verwöhnen, wohlfühlen. Auch wenn ich das vielleicht gar nicht so wahrnehmen kann.

Es gibt heute kein Muss mehr – aber jede Menge dürfen.

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