Thera heute

Das Gefühl, dass im letzten Termin was wichtiges passiert ist und ich gleichzeitig da an nichts mehr rankomme, war irgendwie doof.

Ich hatte dem Thera wohl noch zwei Bilder beschrieben und so war heute die Frage , was wir machen: soll er die Bilder beschreiben und wir schauen was dann auftaucht? Oder lieber mit Gefühlen arbeiten? Oder ganz was anderes?

Wir einigten uns auf Tappen und erstmal schauen was passiert.

Da beim Hinspüren beim Tappen nicht viel passiert, entschied ich mich für die Bilder.

Also erst ganz bei mir ankommen, dann beschrieb er ein Bild und die Situation tauchte sehr schnell auf. Ausgemacht war (natürlich mit Absicherung durch Stopp-Zeichen usw), dass ich die Situation nach Möglichkeit erstmal durchgehe. Das war auch gar nicht so das Problem.

Problematisch wurde es danach – da waren so viele Tränen – und gleichzeitig wieder ein klares „darf nicht“.

Ich ertrank innerlich und scheiterte dennoch an den Automatismen und Co. Es war auch das Gefühl, dass da was fehlt – als  fehle ein Puzzlestück, dass das Gesamte erkennen lässt.

Im Endeffekt ging es dann den restlichen Termin darum, dass damals jemand anderer mir das angetan hat, aber aktuell tu ich mir das selbst an.

Ein Teil als Täterintrojekt, der mich gneause aushebelt und ohnmächtig da stehen lässt. Ich hatte sehr große Mühe nicht ganz in die „bin ja genau wie die Täter“-Ecke zu rutschen.

Irgendwie lief aber parallel heute noch etwas anders.

Schon lange ist es ja so, dass das Klingeln (vom nachfolgenden Patienten oder Patienten für die Kollegin – beides kommt nur selten vor) mich völlig aushebelt – Panik pur mit absolutem Erstarren, bis hin zu massiver Atemnot und nichts geht mehr.

Für mich völlig unverständlich – denn wenn ich klingle, hab ich keine Probleme.

Als ich heute die Treppen hochstieg zur Praxis war etwas – es arbeitete und so wirklich greifbar war es nicht – nur ein klares „es geht dabei gar nicht ums klingeln“.

Es geht um Verlustängste. Um das so unerartet und plötzliche Therapieende beim letzten Therapeuten, auch um die Therapiekrisen mit dem jetzigen. Gar nicht so sehr ein Terminende oder so – sondern das plötzliche Wegfallen der Therapie. Unerwartet, unverhofft.

Als würde der Thera, wenn es klingelt, für alles Zeit die Termine beenden, mich rausschmeissen, mich allein lassen. Unabhängig davon, ob das Klingeln überhaupt ihm gilt.

Das ganze ist noch nicht richtig – auch ier fehlt noch was, auch hier geht es noch um was anderes – es ist alles noch so – schwammig – und arg verkopft.

Und doch ist auch da heute irgendwas passiert.

Im Termin hab ich es nicht angesprochen, konnte ich es irgendwie nicht – was mich irritierte. Aber ich nahm es dann halt so hin.

Es passiert grad einiges in mir – das war ja auch beim letzten Termin dann im Nachhinein auch das Gefühl, dass grad zu viel in in zu kurzer Zeit passierte, nicht wirklich greif- oder gar benennbar. So hab ich es dann auch heute einfach so stehen lassen.

In der üblichen mail nach dem Termin, hab ich es reingeschrieben – aber auch hier: das andere ist grad wichtiger – da fehlt noch ein Stück.

Mag sein, dass das im zweiten Bild, dass ich ihm damals geschrieben hatte, gelöst wird – für heute war klar, wir lassen das jetzt erstmal so – und machen nächste Woche weiter.

Ein sehr sehr intensiver Termin, aber auch wenn er am Ende vorrausgehen sollte (er geht dann schon mal aufs dem Raum, so hab ich noch mehr Zeit mich wieder zu fangen und fertig zu machen), war es ein guter Abschluss, es war in Ordnung so und ich steckte auch nicht – wie leider so oft – noch in irgenwas fest.

Ich konnte es rund abschliessen.

Dieser Beitrag wurde unter Beziehungen/Kontakte, destruktives Verhalten, Erinnerungen, Grenzen, kleine Schritte, Leben, Psycho-Somatik, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.