immer wieder mittwochs

Mittwoch ist mein stressigster Tag – in der Regel.

Früher war da auch noch die Buchbinderei, heute stattdessen ein Termin beim Ersatzthera. Thema war die ambulante Betreuung, Thera und  Buchbinderei.

Letzteres war ja auch als Thema geplant, weil ich mit dem zu viel zu Hause nicht gut klar komme.

Andererseits will ich auch nicht jetzt wieder anfangen – da ist dann schon wieder so ein „Versagen“ und ich kriegs nicht hin usw. Also dachte ich mir, dass ich vielleicht die Zeit begrenze – vielleicht reicht das ja schon um den Alltag besser hin und strukturiert zu bekommen – zumal da jetzt hoffentlich auch von den anderen Terminen weniger ausfällt.

Der Plan ist nun also, dass ich mich bei der Leiterin dort melde und sage, dass ich gerne im August wieder anfangen möchte. Mir ist klar, dass ich früher könnte – aber den August haben wir sehr bewusst gewählt – zum einen sind dann die hiesigen Sommerferien um (und damit hoffentlich auch die Haupturlaubszeit, damit dann nicht nur Vertretungstermine in der Buchbinderei sind), zum anderen ist es genug Zeit um zu schauen, ob das auch so geht – nach hinten schieben – oder eben früher anfangen – geht ja immer.

Es fühlt sich für mich so richtig an.

Kurz vorm losfahren rief der Chef meiner Fahrer an – er hat sich – mal wieder – mit meinem Hauptfahrer zerstritten (also immer ein anderer Hauptfahrer gg) – und will daher, dass ich alle Fahrten über ihn regel und nicht direkt mit den Fahrern. Will ich nicht, mach ich nicht, ist mir zu umständlich. Warum ständig anrufen (und dann nicht mal wissen, wann genau jemand kommt, weil er ja gar nicht weiß wo die grad umgehen und Zeit haben) und immer bangen dass es nicht klappt (weil das früher – und ja das war vor Jahren und vor Whats App, aber da klappten halt im Schnitt 3 Fahrten die Woche nicht und ich kam zu spät zu meinen Terminen) – da hab ich den Nerv nicht für.

Ich sagte dann nur, dass ich das nicht will, wenn er anfängt mich unter Druck zu setzen (was er nämlich dann zu tun müssen meinte) ich eben die Firma wechseln werde, aber auch dass ich mir Gedanken machen werde, jetzt keine Zeit habe, weil ich los muss und mich die Tage melden werde.

Soweit so gut. Offensichtlich war der Streit mit dem Fahrer noch frisch, der war nämlich auch auf 180.

Im Endeffekt alles kein Problem, weder das da zu regeln noch zu wechseln, aber ich fahre ja bewusst immer mit den selben Fahrern, weil ich mit denen gut klar komme – auch wenn es mir nicht gut geht.

Nach dem Termin beim Ersatzthera wollte ich ursprünglich in die Stadt, da müsste ich noch das eine oder andere Rezept einsammeln, merkte aber, dass das grad nicht geht und bin nach Hause.

Zwei Stunden später dann zur Physio, die heute schwierig war, weil ich immer noch mit den Nachwirkungen vom Montag zu kämpfen habe, aber ich wollte dran bleiben.

Im Anschluss fuhr ich nach Hause und holte die vielen vielen Pakete nach oben, die kurz vorher geliefert worden sind.

Zum einen zwei Turmventilatoren, die ich vergleichen soll (Testprodukte) und dann die komplette Bonsai-Tiger-Lieferung, die auch aus 3 Paketen bestand. Achja und noch ein Testprodukt, dass ich schon wieder vergessen hatte.

Ich baute die Ventilatoren auf, amüsierte mich köstlich darüber, dass die Fernbedienungen beide bedienten (selbe Frequenz), freute mich wirklich sehr über die Teile und kann mich aktuell noch gar nicht entscheiden welcher wohin kommt (beide sind schon verplant, sonst hätte ich mich gar nicht auf diesen Test eingelassen).

Dann kam der  Betreuer und ich war ehrlichgesagt nervös. Er hatte mich gestern angeschrieben, dass die Bewilligung für die Stunden da sei – und zwar sogar bis Mai 2019, weil das ja jetzt so lange gedauert hatte (die alten liefen im November aus) und dass der Herr vom Landkreis heute noch mit ihm telefonieren möchte – ginge wohl um die beantragten Zusatzstunden.

Die hatten wir beantragt, weil durch das Chaos im letzten Jahr wir hier wirklich nicht hinkommen – wir schaffen grade so das nötigste und nicht wirklich um gezieltes Training oder so zu machen.

Außerdem ist mein Betreuer Ende April im Urlaub und es ging auch um die Vertretung.

Das Ergebnis: der Herr vom Landkreis wird jetzt ein Extrakontingent von 20 Stunden vorschlagen (30 hatten wir beantragt), möchte das allerdings zeitlich begrenzen – also 20 Stunden in 2 Monaten.

Das kann mein Betreuer (neben seinem Hauptjob) nicht leisten, daher hat er sich auch mit dem Koordinator in Verbindung gesetzt und der schlug vor, dass diese 20 Stunden er bzw ein anderer, der schon mal vertreten hatte, mit mir machen.

So können wir zum Beispiel Einkaufstraining, aber auch alle unterwegs-Sachen – wie Arzttermine, Rezepte usw quasi „auslagern“ und die ja normal weiterlaufenden Betreuungsstunden tatsächlich auch wieder für Gespräche oder mal spazieren gehen oder „Sozialtraining“ nutzen.

Er hatte auch einen schönen Vergleich: es ist wie eine Decke die immer zu kurz ist – klar geht es und man erfriert nicht, aber es ist halt auch immer nur so ein „grade so“.

Da er jetzt im April im Urlaub, war der Vorschlag, dass wir diese 20 Stunden im Mai und Juni machen werden – zusätzlich zu den normalen Betreuungsstunden.

Und ja – das erleichtert mich grade wirklich sehr. Denn im Moment ist da so viel Druck in den Terminen (von mir! nicht vom Betreuer) – so viel „das müsste und jenes und überhaupt“ – dass es einfach wieder schwierig geworden ist. Sowoh das machen als auch das annehmen können.  Mir fehlen auch die Gespräche, das einfach mal hinsetzen können und reden oder spazierengehen oder eben die Möglichkeit einfach raus – weil mir die Decke auf den Kopf fällt usw.

Dafür hatten wir keine Zeit. Und auch das Angsttraining hat sehr darunter gelitten, dass wir da einfach nicht die nötige Zeit für fanden.

Gleichzeitig kam gestern aber auch vom gesetzlichen Betreuer, dass der Landkreis die Kontoauszüge möchte von Sept 17 bis zum 24.4.18. Vor allem letzteres. Was ich schlicht nicht liefern kann.

  1. haben wir erst den 11. und
  2. krieg ich Kontoauszüge immer um den 3. rum für den letzten Monat. Will ich dazwischen einen muss ich den in der Filiale holen. Da komm ich aber nicht hin. Kann also nur anbieten den für April eben dann Anfang Mai nachzuliefern.

Sowas irritiert mich ja immer sehr – nicht wegen der Auszüge, die können die gerne haben, sondern weil ich das, was gefordert wird, nicht liefern kann.

Er wird das jetzt einfach so hinschicken und dann mal schauen was das wird. Sowieso irritierend, denn die Anfrage kam am selben Tag, wie bei uns die Genehmigung einging – normalerweise prüfen die das ja vorher und wir hatte natürlich bei der Antragstellung (im September 17) alles mit eingereicht.

Erst viel später wurde mir dann klar, dass das vermutlich der Grund ist – denn die neue Genehmigung geht ja nicht wie normalerweise bis November, sondern bis Mai 19 und daher wahrscheinlich auch das mit dem 24.4.

Egal. Es ist alles erledigt und ich bin ziemlich alle.

Ansonsten haben wir Wohnung gemacht und der Betreuer die Medis bis Samstag gestellt – da stellt er dann für die nächsten 4 Wochen.

In der Zeit rief dann auch der Chef von den Fahrern an – aber ich wollte und konnte nicht rangehen. Hat sich wohl alles wieder  beruhigt und ich möge doch das Gespräch von heute bitte vergessen und alles läuft weiter wie bisher. Ich weiß ja dass er ein Choleriker ist (und zwar wirklich extrem), was ja auch mein Grund war, dass ich sagte, ich melde mich die Tage und nicht „nachher“.

Da ist also auch wieder alles geregelt und mein aktueller Hauptfahrer hat offensichtlich auch noch seinen Job (ja, eine Kündigung (von beiden SEiten denkbar)  ist da durchaus eine nicht mal unwahrscheinliche Möglichkeit). Das beruhigt mich dann doch wieder deutlich, weil ich auch hier Änderungen oft schwierig finde und es mittlerweile eh nur noch wenige Fahrer dort gibt.

Alles in allem – ein sehr ereignisreicher, gedankenschwerer und anstrengender,  aber auch guter Tag. Vor allem das mit dem Zusatzkontingent freut mich sehr, weil wir das wirklich dringend brauchen. Ich hoffe, dass ich damit das Angsttraining wieder in einem besseren und vor allem produktiveren Setting aufnehmen kann und dass auch sonst der Druck wieder rauskommt.

Wir einfach wirklich hinter her kommen und damit die Termine für mich auch wieder besser machbar werden.

Außerdem sind dann so Probleme wie aktuell mit dem einen Rezept (das ich nur Mo oder Di Vormittag kriege, weil die Karte nicht reicht, sondern auch ein Kurzkontakt nötig ist und die Ärztin halt nur da da ist, ich aber keine Möglichkeit habe da zu diesen Zeiten hinzukommen) auch wieder lösbar.

Aber am wichtigsten ist wirklich, dass wir wieder gezieltes Angsttraining machen können. Denn dass das so nicht wirklich klappt (oder nur selten und es eher Rückschritte statt Fortschritte gibt) hat sich in den letzten Wochen mehr als deutlich gezeigt.  Einfach die Hoffnung, dann auch mit den Betreuungsterminen wieder das abdecken zu können, wofür sie ja auch da ist – nicht nur Flickschusterei, weil halt die Zeit fehlt.

Die Erleichterung war da so groß, dass erstmal einfach nur Tränen da waren. Was mir nochmal deutlich gemacht hat, wie viel Druck da grade da ist – in mir.

Für mich ist es auch ok, wenn dann diese 20 Stunden jemand anderer macht. Weil es einfach nur um entlasten geht, damit wir mit den regulären wieder mehr an Struktur und Stabiliät arbeiten können.

Heute also nur noch was essen und ins Bett – ich bin wirklich alle.

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Eine Antwort auf immer wieder mittwochs

  1. GerdaP sagt:

    Und genau deswegen, um nicht das Gefühl zu haben, ist Ablenkung am abend so wichtig für mich. Allerdings nicht wie viele vor dem Fernseher. Die Zeit nutze ich zum einen um mit meinen beiden Hunden mindestens eine Stunde spazieren zu gehen und zusätzlich jeden Abend ein wechselndes Programm. Zweimal die Woche gehe ich zum Yoga, einmal Kegeln mit den Nachbarn, einmal zum Tratschen mit Freundinnen, zwei Abende gehören meinen Familie, da bin ich Oma und passe auf die Enkel. Am siebten Abend dann, soll man ruhen, den gönne ich mir vor dem Fernseher. So ist man immer schön ausgelastet.

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