wie es ist

Ich merke, dass ich mit dem so viel zu Hause sein schlecht klar komme. Mir fehlt auch die Arbeit in der Buchbindere, nicht fehlen tun mir die vielen Menschen.

Was mich im Moment tierisch annervt ist meine Inkonsequenz. Ich kenne es nicht von mir, dass ich den Sport/die Bewegung schludern lasse oder auch das Essen. Klar kenne ich es, dass das irgendwann halt nicht mehr so klappt, weil einfach die Kraft dafür fehlt. Aber Kraft und Energie wäre durchaus da – trotzdem krieg ich es grad nicht auf die Reihe – und das ist neu für mich.

Da ist Unruhe und es baut sich Druck auf. Wenn ich dann in der Wohnung was machen möchte – ist der Druck so massiv, dass nur noch radikales Stopp und Skills helfen, dass es nicht in was destruktives kippt. Wobei ich vermute, dass eben zum Beispiel das irgendwie ständig was essen durchaus in diese Ecke gehört.

Es fällt mir auf und trotzdem bekomme ich das dann nicht in den Griff. Spüre den inneren Druck, die Unruhe und selbst Skills und Co greifen dann nicht wirklich, verschieben das Problem nur auf später.

Mir ist durchaus klar, dass es in mir arbeitet. Die Fragen vom Sachbearbeiter vom Landkreis machen mir schwer zu schaffen – mehr im Hintergrund, aber doch deutlich. Dazu kommt, dass es ja grade so gar nicht klappt ein Gefühl zu oder gar mal eine Träne fließen zu lassen. Denn die Gefühle sind da und dieses innere Meer aus Tränen ebenfalls. Es findet nur keinen Weg nach draussen.

Vielleicht auch aus Angst – mir ist der letzte November noch sehr präsent. Und auch das eben nicht mehr funktionieren können – was das erste Mal so passiert ist.  Es war eben nicht mehr auszuhalten.

Buchbinderei usw halfen natürlich auch die Woche besser zu strukturieren und waren auch eine gute Ablenkung.

Ich war noch nie jemand, der viel zu Hause rumsitzen konnte. Klar find ich auch da Sachen mich zu beschäftigen, aber es ist dennoch was anderes.

Es kippelt einfach wieder mehr. Für die Umstände ist es immer noch gut – keine Frage, es ist also nicht so, dass ich sagen müsste, es ist jetzt schlecht. Aber es ist wieder anstrengender, die inneren Geister und Dämonen haben wieder mehr Raum gewonnen, sind lauter geworden. Sie verlangen wieer mehr Aufmerksamkeit.

Weg waren sie ja nie, ebenso wie Flashbacks oder Alpträume nie weg waren. Es ist grad nur wieder etwas anstrengender – immer noch im grünen Bereich, zumindest die Basics laufen weitestegehend immer noch gut, mal mit kleinen Abstrichen, aber alles immer noch im grünen Bereich.

Klar ist, dass ich dringend schauen muss, dass ich in der Therapie einen Weg finde, mit den Gefühlen, die ja da sind – umzugehen. Und zwar anders als einfach nur hinter eine Wand packen und ignorieren.  Denn auch klar ist, dass der Druck und die Unruhe, die da sind – durchaus damit zu tun haben.

Außerdem hängen sehr viele Flashbacks und Alpträume mit dem letzten Jahr zusammen – auch da muss ich dringend ran. Das geht aber erst wenn ich einen Weg gefunden habe, die Gefühle handzuhaben.

Immerhin ist klar woran ich zu arbeiten habe.

Was die freien Tage angeht – ich weiß ja, dass ich mich in der Buchbinderei jederzeit wieder anmelden kann. Im Moment hab ich nicht das Gefühl es ohne hinzukriegen und die Angst, dass es ohne halt immer schlimmer wird.

Aber ich weiß nicht ob das wirklich so ist oder nur meine Angst – daher werde ich da defintiv noch 2-3 Wochen abwarten. Diese Woche und dann in knapp 3 Wochen hab ich eh einen Termin beim Ersatzthera, also werde ich das diese Woche ansprechen, damit wir dann in 3 Wochen da wirklich nochmal drüber sprechen (ich neige ja dazu, dass dann „auszulassen“) und eine Entscheidung zu treffen.

 

 

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