Thera heute

Es ging um Gefühle und um Tränen – ums zulassen, was so gar nicht klappt.

Um diesen Kampf der entbrennt – ein Kampf in dem ich mich verliere. Wie in einem lauten Cafe, Musik läuft, laute Stimmen versuchen dennoch Gespräche und so ist alles einfach nur noch laut – eine Geräuschkulisse, die es unmöglich macht einzelne Geräusche rauszufiltern, mich darauf zu konzentrieren.

Verliere mich im Konflikt – der Teil, der zulassen will, der hinspüren will, der Tränen zulassen können will – der geht unter – in all dem „darf nicht“ und „kann ich niemandne zumuten“ und „ist grad nicht die Zeit“ und „geht ja gar nicht!“ und „darf auf keinen Fall!“ – und den noch hundert anderen Stimmen.

Der Blick verschwimmt, erst nur am Rand, dann immer mehr, ich höre noch wie der Thera was sagt, aber was er sagt – kommt schon lange nicht mehr an – weil auch er in der Geräuschkulisse untergeht.

Ich ringe um Kontrolle, darum, dass bloss keine Träne fließt, ich bloss nicht so weit abdrifte, dass ich nichts mehr mitkriege, irgendwie einfach zu funktionieren.

Wobei funktionieren da schon nur noch heißt wenigstens zu atmen.

Mir fehlt ein Anker, ein Orientierungspunkt in all dem Chaos. Früher war es das Turmzimmer oder das Tappen. Selbst wenn sehen und hören nicht mehr funktionierte, nahm ich die Hände die auf meinen Handrücken „trommelten“ noch war, konnte mich an diesem Sicherheitsseil wieder langsam ins hier und jetzt hangeln.

Das Angebot zu Tappen ist da, aber ich verliere mich im „ich weiß nicht was dann passiert“ – und schaffe es nicht, es dann anzunehmen. Bin da schon zu sehr verstrickt in altem Mist und in Ängsten.

Frustrierend. Zumal klar ist, dass ein „Aufdrängen“ von Seiten des Theras da auch kontraproduktiv ist. Weil ein Annehmen können grad nicht  geht.

Wir arbeiten dran, es tut sich ja auch was, aber halt in so mikroskopisch kleinen Schritten und der Bedarf ist da, die Sehnsucht ist da – zulassen zu können.

Ich fühl mich dann wie ein Versager, weil ich es nicht hinkriege, weil Fühlen und Zulassen für mich so anders ist als für andere – so – fremd. Dann bin ich wieder die Außerirdische, die verzweifelt versucht den Menschen zu verstehen und zu imitieren – aber es an diesem Punkt schlicht nicht kann, nicht verstehen kann und es ebne auch nicht hinbekomme.

Dann tröstet auch ein „wir sind auf dem Weg“. Weil das Ziel so unendlich weit weg – unerreichbar – scheint.

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